[ Abtreibung ]
Alle sieben Minuten ein Todesfall
Jedes Jahr treiben laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) 42 Millionen Frauen aus den verschiedensten privaten Gründen ein Kind ab. Abtreibung ist nach wie vor der meistpraktizierte medizinische Eingriff. In Ländern mit restriktiver Gesetzgebung nehmen viele Frauen unsichere Methoden in Kauf – oft mit Todesfolge. Die in den Niederlanden ansässige Frauenorganisation Women on Waves (WoW) will mit Information und korrekten medizinischen Eingriffen riskante Abtreibungen verhindern.
[ Von Rebecca Gomperts ]
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[ Müttersterblichkeit ]
Realistische Ansprüche
Gonoshasthaya Kendra ist eine nichtstaatliche Vorreiter-Organisation, die sich der ländlichen Gesundheitsvorsorge in Bangladesch widmet. Ihre Erfahrung lehrt, dass Müttersterblichkeit selbst in abgelegenen Regionen reduziert werden kann – und zwar zu geringen Kosten, wenn traditionelle Geburtshelfer angemessen fortgebildet werden. Zudem muss das staatliche Gesundheitswesen funktionieren, damit dieses Ziel erreicht wird. Die Verantwortlichen zur Rechenschaft auf der örtlichen Ebene gezwungen werden.
[ Von Rafiqul Huda Chaudhury und Zafrullah Chowdhury ]
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[ Kommentar ]
Gefährlich, aber ehrlich
Im Juli hat der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs, Luis Moreno-Ocampo einen Haftbefehl gegen den sudanesischen Präsidenten Omar al-Bashir beantragt – unter anderem wegen Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen. Das war ein mutiger, längst überfälliger Schritt.
[ Meike Scholz ]
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[ Frauengesundheit ]
Zerstörung der sozialen Ordnung
Durch sexualisierte Gewalt gegen Frauen beeinträchtigen Soldaten oder Milizionäre im Krieg nicht nur die physische und psychische Gesundheit ihrer Opfer. Sie greifen auch Ehre und Selbstverständnis ihrer Beschützer – der Väter und Ehemänner – an. Die Täter zielen letztlich darauf ab, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu brechen. Deshalb verabschiedete der UN-Sicherheitsrat im Juni eine Resolution, die den internationalen Rechtsrahmen zur Sanktionierung von sexualisierter Gewalt in Kriegen erweiterte.
[ Von Rita Schäfer ]
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[ African Standby Force ]
Skeptische Zwischenbilanz
Die Aufstellung einer kontinentalen afrikanischen Peacekeeping-Truppe der Afrikanischen Union (AU) kommt nur langsam voran. Eine aktuelle SWP-Studie beklagt, Unterfinanzierung, konzeptionelle Mängel und geringer politischer Wille bremsten dieses sinnvolle Projekt.
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[ China ]
Erfolgreiche Zusammenarbeit
Die Volksrepublik hält den Weltrekord in Sachen Armutsbekämpfung – und die deutsche Entwicklungspolitik hat dazu beigetragen. Die Regierung in Peking experimentiert in der Kooperation mit verschiedenen Partnern und repliziert erfolgreiche Maßnahmen an anderen Orten.
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[ Doha Runde ]
Scheitern kurz vor Schluss
Wegen einer Auseinandersetzung zwischen den USA, Indien und China gelang es Ende Juli nicht, das geplante WTO-Abkommen zur umfangreichen globalen Handelsliberalisierung entscheidend voranzubringen. Der Streitpunkt war eine Maßnahme, die arme Bauern vor steigenden Importen hätte schützen sollen.
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[ Bolivien ]
Durchwachsener Triumph
Evo Morales bleibt der Präsident eines tiefgespaltenen Landes – das hat das Referendum vom 10. August ergeben. 63 Prozent stimmten für den Verbleib des Staatsoberhauptes im Amt. Dennoch stärkten die Wahlergebnisse dieses Tages auch die Opposition.
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[ Gesundheit ]
Mehr als Geburtshilfe
In Lateinamerika ist Guatemala eines der Länder mit der höchsten Mütter- und Kindersterblichkeit. Ein Großteil der Geburten wird von traditionellen Hebammen betreut. Sie sind selten formal ausgebildet und es fehlt ihnen am Nötigsten: Handschuhen und Scheren.
[ Von Barbara Kühlen ]
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[ Geburtskomplikationen ]
Für 300 Dollar ein normales Leben
Weltweit leiden etwa zwei Millionen Frauen unter Scheidenfisteln, wie der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) jüngst erhoben hat. Diese während des Geburtsvorgangs auftretende Verletzung führt dazu, dass die Frauen ihre Ausscheidungen nicht kontrollieren können. Ursachen sind unter anderem Kinderheirat und frühe Schwangerschaft sowie Genitalverstümmelung. Jedes Jahr kommen rund 75 000 neue Fälle hinzu, meist in armen Ländern. Allein in Äthiopien trifft es jährlich etwa 9000 meist junge Frauen, oft Erstgebärende, die auf dem Land leben, wo medizinische Hilfe fehlt. Das Leiden der Betroffenen ist groß, dabei kann ihnen mit einer einfachen Operation geholfen werden.
[ Von Catherina Hinz ]
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[ Gendergerechtigkeit ]
Menschenrecht auf Gesundheit
Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist nicht nur ein wichtiges Ziel an sich – sie dient auch dem Erreichen der anderen Millennium-Entwicklungsziele (MDGs). Im Gesundheitswesen muss geschlechtssensible Politik auf einem Menschenrechtsansatz beruhen und die angemessene Finanzierung frauenspezifischer Dienstleistungen sicherstellen. Damit auch arme Menschen erreicht werden, darf all das nicht nur dem Markt überlassen werden.
[ Von Annalise Moser ]
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[ Infrastruktur ]
Wenn der Himmel weint
Abdulkarim Ahmed Guleid lachte still in sich hinein. Das war im Oktober in Jijiga, im Osten Äthiopiens. Da erzählte er auf Deutsch, dass er in den 70er Jahren in der Bundesrepublik studiert habe: „Ich kann mich nur freuen über den vielen Regen. Wir haben in der langen Dürre so sehr auf Regen gewartet, und jetzt ist er gekommen!“
[ Von Rupert Neudeck ]
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[ Gewaltenteilung ]
Nötige Kontrolle
In Kambodscha dominiert heute die Exekutive die Politik. Die Legislative braucht Mittel, Fachwissen und Fachkräfte, um ihre Aufsichtsfunktion angemessen wahrnehmen zu können.
[ Von Arnold Dunai und Oliver Wagener ]
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[ Krisenstaat ]
Schwieriger Wiederaufbau
Mehr als 14 Jahre lang herrschte in Liberia einer der schlimmsten Bürgerkriege Afrikas. Im August 2003 endeten die Kämpfe. Seitdem ist es in Liberia friedlich. Doch auch wenn sich vieles in dem Land enorm verbessert hat, so ist die politische Situation doch alles andere als stabil.
[ Von Till Blume ]
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[ Kommentar ]
Weltpolitisch ignorant
Seit Jahrzehnten gibt es Entwicklungspolitik. Dennoch herrscht vielerorts weiterhin Armut. Also sollte man die Entwicklungspolitik – so meinen manche Kritiker – wegen erwiesener Unfähigkeit einstellen. Die Argumentation ist krude und machtpolitisch motiviert.
[ Von Hans Dembowski ]
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