E+Z - Entwicklung und Zusammenarbeit (Nr. 7/8, Juli/August 1999,
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40 Jahre DSE
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Die DSE wurde als eine der ersten Organisationen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit 1959 gegründet, zwei Jahre vor dem BMZ. Von Anfang an waren die zentralen Aufgaben die Ausrichtung internationaler Begegnungen auf politischer Ebene, die Vorbereitung von deutschen Fachkräften für die Arbeit in der Dritten Welt und die Aus- und Fortbildung von Fach- und Führungskräften aus den Entwicklungsländern. In den letzten Jahren kommt es durch die internationale Diskussion über Capacity Building zu einer Neubewertung der Personellen Zusammenarbeit.
Von einer "Akademie" war zunächst die Rede gewesen, aber dann wurde es die "Deutsche Stiftung für Entwicklungsländer": Vor vierzig Jahren, am 30. Juni 1959, wurde im Berliner "Bundeshaus" die Gründungsurkunde unterzeichnet. Als Stiftungsvermögen hatte das Bundesschatzministerium 500 000 Mark zur Verfügung gestellt, dazu, als Tagungsstätte, die Villa Borsig in Berlin-Tegel. Ein Jahr später, am 20. Juni 1960, nahm die Stiftung mit einer Tagung über Fragen der Nachwuchsausbildung in Entwicklungsländern ihre Arbeit auf. Das alles geschah weitgehend unbeachtet, die Entwicklungshilfe mußte sich ihren Platz in der Öffentlichkeit erst sichern. Der erste öffentliche Auftritt kam drei Monate später.
"Das Haus der Stiftung für Entwicklungsländer, in der Villa Borsig, wurde am Montag, dem 19. September, in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste feierlich eröffnet", heißt es in einer Pressemitteilung1 des Berliner Senats vom selben Tag. "Der Regierende Bürgermeister Willy Brandt begrüßte in einer Ansprache die Gäste und gab der Hoffnung Ausdruck, daß hier Bausteine für eine bessere Welt geschaffen würden." Die Analyse der Weltlage, die der spätere Bundeskanzler und Vorsitzende der Nord-Süd-Kommission in seiner kurzen Ansprache vortrug, war hochpolitisch:
"Das Ende des Kolonialismus und der Abhängigkeit der farbigen Völker wird für das Gesicht unserer Welt und die Gewichte der Weltpolitik in unserem Jahrhundert mindestens die gleiche Bedeutung haben, wie die Herausforderung durch den Bolschewismus und das, was wir den Ost-West-Konflikt nennen. Die politische Weltkarte und die Machtkonstellationen ändern sich. Die Zahl jener Nationen nimmt zu, die es ablehnen, sich dem einen oder dem anderen Blocksystem zurechnen zu lassen." Hieraus müßten die Konsequenzen gezogen werden, betonte Willy Brandt.
"Eine erste Voraussetzung scheint mir zu sein, die jungen Nationen als gleichberechtigte Partner anzuerkennen. Das ist nur scheinbar ein Allgemeinplatz. Es erfordert ein Verhalten, das nicht so tut, als könne man über diese Länder noch Beschlüsse fassen. Nicht mal im Positiven, das heißt in der Verteilung von finanziellen Hilfsmitteln, ist das mehr möglich. Kein Fonds für die Entwicklungsländer, auch nicht der im Rahmen der EWG, darf ohne die gleichberechtigte Teilnahme derer, für die solche Mittel bestimmt sind, disponiert werden. Diese Beteiligung muß bereits im ersten Stadium der Planung erfolgen."
Diese Worte Willy Brandts von 1960 klingen überraschend aktuell, ebenso wie das, was er anschließend zur "Personellen Zusammenarbeit" sagte. Hätten seine damals bei der DSE-Gründung formulierten Prinzipien der politischen Gleichberechtigung und Selbstbestimmung und des Respekts vor anderen Kulturen in der Entwicklungspolitik der darauf folgenden Jahrzehnte ein stärkeres Gewicht bekommen, wären die Debatten der 90er Jahre über Staatszerfall in Afrika, Mangel an wirtschaftlicher und politischer Selbststeuerungsfähigkeit der Länder und "Capacity Building" vielleicht nicht nötig geworden.
Brandt fuhr fort: "Es gibt vielfach eine wirksamere Hilfe als die Überweisung von Schecks. Wir können und müssen Wissen vermitteln. Wir müssen technische Hilfe durch Menschen leisten. Wir können unsere Modelle anbieten, ohne zu erwarten, daß unsere Methoden automatisch auf die Entwicklungsländer übertragbar sind." Nur Fachkräfte aus den Ländern selbst könnten diese Übersetzungsarbeit leisten, betonte Brandt. Eine solche Form der Hilfe entspreche "dem Respekt, den wir diesen Völkern schulden, denen wir ohne falsches Pathos und ohne peinliche Humanitätsduselei gegenüberzutreten ha- ben, und die spüren müssen, daß wir sie nicht zu Hilfstruppen im Kalten Krieg gewinnen wollen, sondern zu Freunden".
Gut 20 Jahre nach der DSE-Gründung von 1959, am 27. März 1981, folgte Willy Brandt wieder einer Einladung der DSE. Unter seiner Leitung tagte die Unabhängige Kommission für Internationale Entwicklungsfragen, die sogenannte "Nord-Süd-Kommission" in der Villa Borsig in Berlin, um über den Stand des Nord-Süd-Dialogs zu Beginn der 80er Jahre zu beraten. Ein Jahr zuvor hatte die Kommission ihren Bericht "Das Überleben sichern" vorgelegt, und sie beriet nun über die Fortsetzung, die 1982 erscheinen sollte. Entwicklungspolitische Lichtjahre scheinen zwischen den Debatten der beginnenden 60er und denen der 80er Jahre zu liegen. Es hatte die Kubakrise gegeben und den Bau der Berliner Mauer, den Vietnamkrieg, die Studentenrebellion von 1968, die Ölpreisschocks der 70er Jahre, die Thesen des Club of Rome über die Rohstoffverknappung und die Anfänge der Ökologiedebatte. Erhard Eppler hatte als Entwicklungsminister (1968-1974) versucht, das Konzept der Sozialpartnerschaft auf die Entwicklungspolitik zu übertragen, und dafür den Begriff der "Weltinnenpolitik" geprägt. In der internationalen Nord-Süd-Debatte wurde über eine "Neue Weltwirtschaftsordnung" gestritten.
Wiederum 20 Jahre später im Jahr 2000 wird die DSE die Villa Borsig in Berlin verlassen müssen, deren Stil in den vergangenen 40 Jahren das Bild der DSE und der deutschen Entwicklungspolitik vor allem bei den ausländischen Gästen geprägt hatte. Die Villa Borsig wird zum Sitz der Forschungs- und Beratungseinrichtungen des Auswärtigen Amtes werden. Die DSE hat ihren Hauptsitz formal bereits zum 1. 1. 1997 in die Bundesstadt Bonn verlegt. Werden sich Stil und Konzeption der DSE dann ändern? Welche Chancen kann der Neuanfang bringen?
Der Blick in die Vergangenheit zeigt, daß sich das Gründungskonzept der DSE aus den 50er und beginnenden 60er Jahren als erstaunlich anpassungs- und erweiterungsfähig erwiesen hat, wenngleich es auch immer wieder Klagen über Bürokratismus und Gängelei gab.
Schon Friedrich Georg Seib, der erste Kurator der DSE (1960-62) und vorher Mitarbeiter der Internationalen Arbeitsorganisation, litt darunter, als ihm "ein hoher Beamter, der später in leitender Funktion im Entwicklungsministerium wirkte, bei einem ersten Zusammentreffen allen Ernstes sagte, meine wichtigste Aufgabe als Kurator sei, über die strikte Einhaltung der Haushaltsvorschriften zu wachen, und ein anderer hoher Beamter fügte dem halb im grimmigen Scherz, halb aber wohl auch im Ernst hinzu: 'Sie können ohne weiteres eine Million für den größten Blödsinn zum Fenster rausschmeißen, solange Sie es unter Beachtung der Haushaltsvorschriften tun, aber wehe Ihnen, wenn sie auch nur eine 10-Pfennig-Briefmarke für die sinnvollste Sache der Welt aufwenden wollen, wenn es nicht gemäß den Haushaltsvorschriften geschieht!' "2 Bis heute klagen DSE-Mitarbeiter auf allen Ebenen der Hierarchie gelegentlich darüber, daß ihr Engagement für die Ziele der DSE durch unnötige Bürokratie behindert werde. Dieses Problem zu lösen, wäre für sie ein Wunsch für das Jahr 2000 und die Jahre danach.
In den vergangenen 40 Jahren hat die DSE alle Trends und Moden der Entwicklungspolitik mitgemacht und mitgestaltet, und es ist ihr dabei gelungen, ihre wichtigsten Ziele und Prinzipien zu bewahren: Partnerschaftlichkeit und Dialog. Sie hat sich in der Öffentlichkeit nicht vorgedrängt und wurde so zur wichtigsten Einrichtung des entwicklungspolitischen Dialogs und der Aus- und Fortbildung von Fach- und Führungskräften aus Entwicklungsländern. Gleichzeitig wurde die DSE zur wichtigsten deutschen Einrichtung der Information und Dokumentation über Entwicklungspolitik und zur wichtigsten Einrichtung der Vorbereitung für deutsche Fachkräfte, die in Länder der Dritten Welt ausreisen. Seit 1960 hat die DSE mehr als 150.000 Fach- und Führungskräfte aus über 150 Ländern fortgebildet. Ende der 90er Jahre erreicht die DSE jährlich rund 10.000 Teilnehmer/innen durch Dialog und Training.
Als die DSE 1959 gegründet wurde, war die Welt außerhalb Europas für die Deutschen noch sehr weit entfernt. Die politischen Anstrengungen in den Nachkriegsjahren hatten sich auf den Wiederaufbau, die Integration von Millionen von Vertriebenen und die Probleme des Ost-West-Konflikts konzentriert. Die politische und kulturelle Öffnung nach Jahren der Isolation während der Naziherrschaft und des Krieges hatte aber im Westen des geteilten Deutschlands so viel politisches Engagement freigesetzt, daß Solidarität mit den neuen, unabhängigen Staaten der Dritten Welt vielen als Selbstverständlichkeit erschien. Nicht zufällig haben viele der späteren Entwicklungspolitiker und Mitarbeiter entwicklungspolitischer Organisationen, auch Mitbegründer der DSE wie Dieter Danckwortt, ihre "Dritte-Welt-Karrieren" in internationalen Work-Camps, Studentenorganisationen oder als Austauschstudenten in den USA begonnen.
Die Aufbruchstimmung der Nachkriegszeit hat auch die Gründungsgeschichte der DSE geprägt, die in die 50er Jahre zurückreicht. Sie hängt mit der Marshallplan-Hilfe, dem überraschend erfolgreichen Wiederaufbau in Deutschland, den Exportinteressen der deutschen Industrie und auch dem außenpolitischen Kalkül des Kalten Krieges zusammen. Eine kleine Gruppe von Bundestagsabgeordneten beschäftigte sich schon Mitte der 50er Jahre intensiv mit dem, was man damals etwas vage "Bildungshilfe" nannte. "Es setzte sich der Gedanke durch, daß materielle Hilfe für die sogenannten Entwicklungsländer allein nicht ausreiche. Ebenso wichtig erschien die Notwendigkeit, die wirtschaftlichen Maßnahmen durch die Förderung menschlicher Beziehungen auf sozialem und kulturellem Gebiet und den Austausch von beruflichen Erfahrungen zu ergänzen. Diese Aufgabe sollte durch eine 'Deutsche Stiftung für Entwicklungländer' (DSE) übernommen werden", schreibt Friedrich Georg Seib3, der erste Kurator (19601962) der DSE.
Berlin als Sitz dieser "Deutschen Stiftung für Entwicklungsländer" seit 1973 dann die "Deutsche Stiftung für internationale Entwicklung" stand nach Seibs Aussagen von Anfang an fest auch weil man zur Finanzierung der Stiftung Berlin-Hilfen und besonders das ERP-Sondervermögen ins Auge gefaßt hatte. Das ERP-Sondervermögen war aus den sogenannten Gegenwertmitteln der Marshallplan-Einfuhren der ersten Nachkriegsjahre aus den USA gebildet worden. Da es den Deutschen Ende der 50er Jahre besser ging, lag der Gedanke auf der Hand, einen Teil dieser Mittel für Hilfen an die Entwicklungsländer einzusetzen.
"Unter den Verwaltern des mit der 'Berlin-Hilfe' befaßten ERP-Sondervermögens befanden sich zu dieser Zeit einige besonders für die Zukunft aufgeschlossene Beamte", erinnert sich Seib. Ihre Idee, die der Bundesregierung gehörende "Villa Borsig" auf der Halbinsel Reiherwerden am Tegeler See der neuen Entwicklungsländerstiftung als Sitz und Tagungsstätte zur Verfügung zu stellen, sei von Bundesschatzminister Hermann Lindrath aufgegriffen worden.
Daß Ende der 50er Jahre auch politische Gründe für Berlin als Sitz der DSE sprachen, liegt auf der Hand. Den Gästen aus der Dritten Welt vor allem den hochrangigen Politikern sollte ein Eindruck von den Problemen des geteilten Deutschland vermittelt werden. Nirgendwo war dies besser möglich als in Berlin. Es war die Zeit der Hallstein-Doktrin. Die Regierung der Bundesrepublik beharrte darauf, daß sie allein Deutschland gegenüber den jungen Staaten der Dritten Welt vertrete. Mit der diplomatischen Anerkennung der DDR durch Indien im November 1955 schien der Alleinvertretungsanspruch zu wanken. Um einer Anerkennungswelle vorzubeugen, wurde fortan die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur DDR als "unfreundlicher Akt" interpretiert und mit dem Entzug von Wirtschafts- und Entwicklungshilfe bedroht.
Erst mit der Entspannungspolitik der späten 60er Jahre verlor die bundesdeutsche Entwicklungspolitik diese deutschlandpolitische Funktion. Aufgegeben wurde die Hallstein-Doktrin 1973 mit der Aufnahme beider deutscher Staaten in die UNO. Bis dahin spielte die Villa Borsig eine hervorragende Rolle im diplomatischen Ränkespiel des Kalten Krieges. "Bei unseren Botschaftern in den Entwicklungsländern war die Villa Borsig äußerst beliebt. Sie war der Schlager im Kalten Krieg. Alle Politiker aus der Dritten Welt, die zu uns kamen, kehrten als begeisterte Westler in ihre Heimatländer zurück", erinnert sich Dieter Danckwortt, der als erster Assistent des Kurators Seib die ersten Seminare der DSE organisierte.
Bei der Konzeption der DSE, die zwei Jahre vor dem Entwicklungsministerium (BMZ) gegründet wurde, spielten die Parlamentarier eine wichtige Rolle. Im Deutschen Bundestag war 1956 erstmals ein Antrag eingebracht worden, im Haushalt des Auswärtigen Amtes 50 Millionen Mark für Entwicklungshilfe einzusetzen. Gegenüber diesem SPD-Antrag argumentierte die CDU damals, Deutschland habe weder geeignete Fachleute noch die notwendigen Institutionen, um "in den unterentwickelten Gebieten Fuß fassen" zu können ein Argument, dem auch die SPD zustimmte.
Andererseits sahen beide Parteien die politischen Chancen. Der CDU-Abgeordnete Rudolf Vogel (später erster Vorsitzender des DSE-Kuratoriums) erinnerte sich:4 "Wir fühlten uns in Bonn gegenüber den Entwicklungsländern unbefangener als die großen Kolonialmächte Frankreich und Großbritannien. Auch glaubten wir gerade auf dem Gebiet der Ausbildung mehr bieten zu können als die anderen Industrieländer." In den Bundestagsdebatten kristallisierten sich die Prinzipien der künftigen Entwicklungspolitik heraus und auch ganz praktische Vorschläge, darunter die Gründung einer Stiftung der späteren DSE und einer Spezialbank für Entwicklungshilfe der späteren "Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft" (DEG) in Köln. Die Stiftung sollte, nach Vogels Darstellung5, die folgenden Aufgaben erhalten:
Gern wäre Ludwig Erhard als "Vater der deutschen Entwicklungspolitik" in die Nachkriegsgeschichte eingegangen. Dies jedenfalls war der Eindruck der Bundestagsabgeordneten, Ministerialbeamten und Journalisten, die den Bundeswirtschaftsminister 1958 auf seiner großen Asienreise begleiteten. Erhards Fahrt durch Indien, Pakistan, Burma, Thailand, Sri Lanka, Südkorea und Japan dauerte vier Wochen und brachte die Probleme der Entwicklungsländer erstmals einer breiteren Öffentlichkeit in Deutschland nahe. Anders als in den Kolonialstaaten England, Frankreich, den Niederlanden oder Belgien mußte sich die Bevölkerung der Bundesrepublik nicht mit den schmerzhaften Problemen der Entkolonisierung auseinandersetzen.
Der Mangel an Auslandserfahrungen und an Sprachkenntnissen der Deutschen wurde in den 50er Jahren von der Wirtschaft zunehmend als Defizit empfunden. "Ein krasser Mangel an kundigen Fachkräften erschwerte jede Anstrengung der deutschen Organisationen, Investitionen und Projekte im Ausland durchzuführen. Psychologische Fehler in der Menschenführung, z. B. beim Bau des Rourkela-Eisen- und Stahlwerks (in Indien), trugen wenig dazu bei, die Lust an Auslandstätigkeiten zu steigern", urteilt Vogel6. Bei der Besichtigung von Rourkela 1958 hätten Bundeswirtschaftsminister Erhard und die Abgeordnetendelegation "die Notwendigkeit gespürt, in der Heimat etwas für die Vorbereitung der ins Ausland zu entsendenden Fachleute zu tun". Dies führte später zur Einrichtung der Zentralstelle für Auslandskunde der DSE, die seit 1967 ihren Sitz im "Uhlhof" in Bad Honnef hat. Auslandsmitarbeiter von Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit und ihre Familienangehörigen bereiten sich dort auf Ausreise, Leben und Arbeit in einem Entwicklungsland vor allerdings dann doch nicht die Auslandsmitarbeiter der Wirtschaft, an die man ursprünglich gedacht hatte.
1960 bereits zeigten die Bundesländer ein Interesse an der neu gegründeten "Stiftung für Entwicklungsländer". Sie boten dem Bund ihre Beteiligung an der Arbeit der DSE an. Es entstand die Idee, in Zusammenarbeit mit je einem Bundesland räumlich selbständige Abteilungen später Zentralstellen genannt für die wichtigsten Aufgaben der Stiftung einzurichten. Während die Zentrale Dokumentation der DSE bereits 1962 in Bonn ihre Arbeit aufgenommen hatte, war die erste der dezentralen Ausbildungsstätten die Zentralstelle für gewerbliche Berufsausbildung in Mannheim, weitere folgten. So bekam die DSE eine dezentrale, der föderativen Struktur der Bundesrepublik entsprechende Organisationsstruktur. Im Jahr 1999 hat die DSE außer der Zentralabteilung und der Geschäftsführung in Berlin, der das Entwicklungspolitische Forum (EF) und (seit 1997) das Internationale Institut für Journalismus (IIJ) zugeordnet sind, sieben Zentralstellen:
Die ZED in Bonn gliedert sich in die beiden Fachbereiche "Grundsatzfragen von Bildungssystemen" und "Grundbildung", die 1970 ihre Arbeit aufnahmen, sowie die bereits 1962 gegründete "Zentrale Dokumentation", die Informationsstelle für Fachinformationen zur Entwicklungszusammenarbeit.
Die ZED unterstützt Bildungsreformen in Entwicklungsländern durch Erfahrungsaustausch und Fortbildung von Fach- und Führungskräften. Zu den Instrumenten zählen internationale und deutsche Tagungen, Seminare im In- und Ausland, Trainingsprogramme, Entsendung von Fachreferenten zu Veranstaltungen von Partnerorganisationen, Studien- und Kongreßreisen, Gutachten und Nachkontakte. Die Programme der ZED werden meist mit Partnerorganisationen in Entwicklungsländern vorbereitet und durchgeführt. Zu den Partnern zählen Ministerien, Universitäten, Schulverwaltungen, Einrichtungen der Erwachsenenbildung, regionale Forschungseinrichtungen und internationale Organisationen. Die Arbeit des Fachbereichs "Grundsatzfragen von Bildungssystemen" zielt auf die Verbesserung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen von Bildung. Der Fachbereich "Grundbildung" bemüht sich um die qualitative Verbesserung von Grundbildungssystemen. Dazu zählen der Einsatz von einheimischen Sprachen in der Grundbildung und die Verbesserung von Curricula, Lehr- und Lernmaterialien.
Die Zentrale Dokumentation (ZD) nimmt seit 1962 im Auftrag der Bundesregierung die Aufgabe eines Informationszentrums für Entwicklungspolitik wahr. Sie informiert über Fachliteratur, Institutionen und aktuelle Forschungen, sie publiziert Materialien über Entwicklungspolitik und Entwicklungsländer. Zur Zentralen Dokumentation gehören die größte Spezialbibliothek Deutschlands über Entwicklungszusammenarbeit mit einer Präsenzbibliothek von 65.000 Bänden und 800 Periodika, die durch einen elektronischen Benutzerkatalog erschlossen werden, sowie ein Pressearchiv, in dem 27 Tages- und Wochenzeitungen, Informationsdienste und graue Literatur ausgewertet werden. Die Literaturdokumentation "LITDOK" ist die umfangreichste im deutschen Sprachraum zu allen Bereichen der Entwicklungszusammenarbeit; 94.000 Hinweise auf Bücher und Aufsätze sind recherchierbar, jährlich kommen 6.000 Datensätze hinzu. Die Forschungsdatenbank der ZD umfaßt mehr als 13.000 abgeschlossene und laufende Forschungsarbeiten. In der Institutionendokumentation sind mehr als 2.600 öffentliche, private und kirchliche Institutionen sowie Forschungsinstitute, Bibliotheken und Informationsstellen erfaßt. Zu den regelmäßigen Veröffentlichungen zählen Institutionenverzeichnisse, Bibliographien, Themendienste und Kataloge sowie die deutsch- und fremdsprachigen Zeitschriften der DSE.
Die ZWS nahm bereits im Sommer 1960, wenige Monate nach der Gründung der DSE, ihre Arbeit in der Villa Borsig in Berlin auf. Ziel ihrer Arbeit ist es, Wirtschaftsreformen und Liberalisierungsbestrebungen in Entwickungsländern und seit Ende des Ost-West-Konflikts auch in den Transformationsländern in Osteuropa und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion zu fördern. Mit ihren Programmen will die ZWS zu einer selbsttragenden Entwicklung beitragen. Die Programme richten sich an Führungskräfte in Partnerländern, die für die Planung und Koordinierung der nationalen Entwicklungs- und Wirtschaftspolitik zuständig sind, wie auch an Leitungskräfte aus der Lokal- und Regional-Administration und an Mitarbeiter von Fortbildungsinstituten. Die ZWS bemüht sich auch darum, Frauen in und für Leitungspositionen zu qualifizieren.
Für die ZÖV, die seit 1962 tätig ist, hat das Land Berlin ein Konferenzzentrum mit Unterbringungsmöglichkeiten eingerichtet. Partner der ZÖV sind öffentliche Verwaltungen in Entwicklungs- und Transformationsländern, Ministerien, Kommunalverwaltungen und Verwaltungsschulen sowie Fachverbände, Nichtregierungsorganisationen und internationale Organisationen. Schwerpunkte der Arbeit sind Umweltverwaltung, Kommunalverwaltung einschließlich Stadtentwicklung, Verwaltungsreformen, Diplomatischer Dienst und Entwicklungsdiplomatie. Seit 1979 gibt es eine enge Zusammenarbeit mit der Verwaltungs-Hochschule Speyer, die vom Land Rheinland-Pfalz mitfinanziert wird. Die Teilnehmer dieses verwaltungswissenschaftlichen Studienprogramms sollen mit den Besonderheiten der öffentlichen Verwaltung in Deutschland vertraut gemacht werden, insbesondere der kommunalen Selbstverwaltung, der Rechtsbindung der öffentlichen Verwaltung, dem Verhältnis zwischen privatem und öffentlichem Sektor und der Modernisierung der öffentlichen Verwaltung nach betriebswirtschaftlichen Kriterien.
Die ZG wurde 1991 in Berlin gegründet, als es um die Weiterführung der Stipendienprogramme der früheren DDR ging. Übernommen wurden die Stipendiaten der "Akademie für ärztliche Fortbildung" in Berlin-Lichtenberg und des Potsdamer "Instituts für die Weiterbildung von Medizinfachpersonal". Ziel der Arbeit der ZG ist die Unterstützung der Entwicklungsländer beim Aufbau einer medizinischen Grundversorgung (Primary Health Care), wie sie von der Weltgesundheitsorganisation 1978 bei der Konferenz von Alma Ata konzipiert wurde. Mit Dialogveranstaltungen, Trainingskursen, Förderung der Teilnahme an Kongressen und Nachkontaktseminaren bemüht sich die ZG um eine Stärkung der Organisations- und Managementfähigkeit von leitendem Gesundheitspersonal und um die berufliche Eingliederung von Ärzten, die in Deutschland ausgebildet wurden.
Die ZG arbeitet in zwei Fachbereichen. Einer befaßt sich mit "Grundsatzfragen der Gesundheitspolitik", z. B. Finanzierung des Gesundheitswesens, Krankenversicherungssysteme, Arzneimittelpolitik und das Thema "Gesundheit und Umwelt". Der Fachbereich "Basisgesundheitsversorgung und Personalentwicklung" befaßt sich mit der modellhaften Entwicklung von Fortbildungsmaßnahmen, mit Dezentralisierung und Personalmanagement, mit Rehabilitierung, Reproduktiver Gesundheit und der Förderung von Nichtregierungsorganisationen, insbesondere Frauenorganisationen.
Die 1963 gegründete ZGB in Mannheim betreibt die Fortbildung von Lehr- und Führungskräften im Bereich der beruflichen Bildung. Seit 1991 hat sie einen zweiten Standort in Magdeburg. Die Zentralstelle gliedert sich in die drei Fachbereiche "Schulische Berufsbildung", "Betriebliche Berufsbildung im industriellen Sektor" und "Betriebliche Berufsbildung im Handwerks- und Dienstleistungssektor". Arbeitsschwerpunkte sind Fortbildung von Lehrkräften und Multiplikatoren, Leitung von Berufsbildungsinstitutionen, Berufsbildungsplanung, neue Technologien in industriellen Berufen und Qualifizierung von Trägern und Institutionen der Gewerbeförderung. Zielgruppen sind neben Ausbildern und Schulleitern Entscheidungsträger aus Ministerien und großen berufsbildenden Organisationen, Betrieben, Kammern und Verbänden.
Die ZEL wurde 1964 in Feldafing bei München gegründet. Seit 1983 unterhält sie dort eine Tagungsstätte, die vom Freistaat Bayern zur Verfügung gestellt wurde. 1991 wurde die ZEL durch einen Standort in Zschortau bei Leipzig erweitert. Ziele der Zentralstelle sind die Förderung der Ernährungssicherung aus eigener Kraft in Entwicklungsländern unter Schonung der natürlichen Ressourcen, Schutz der Wälder und Förderung einer nachhaltigen Forstwirtschaft, Erhaltung genetischer Ressourcen, Aufbau standortgerechter Landnutzungssysteme und Armutsminderung durch verstärkte Nutzung von Selbsthilfepotentialen. Zielgruppen der Seminare, Kongresse, Kurz- und Langzeitprogramme und Nachkontaktveranstaltungen sind staatliche und nichtstaatliche Entscheidungsträger in Land- und Forstwirtschaft, Wissenschaftler und Multiplikatoren.
Die ZA bereitet Auslandsmitarbeiter von Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit und ihre Famillienangehörigen auf Leben und Arbeit in einem Entwicklungsland vor. Das ist eine der Hauptaufgaben, für die die DSE 1959 gegründet worden war. Seit 1967 hat die ZA ihren Sitz im "Uhlhof" in Bad Honnef. Jährlich werden rund 1.000 Personen auf Auslandsaufenthalte vorbereitet. Im Mittelpunkt der Vorbereitungskurse steht das sogenannte Drei-Monats-Seminar, in dem Kompetenzen im Umgang mit fremden Kulturen vermittelt werden. Dazu gehören Erwerb und Vertiefung von Sprachkenntnissen, Informationen über das Gastland und die Kenntnis der entwicklungspolitischen Rahmenbedingungen für die Arbeit im Gastland. Das Programm soll den Teilnehmern helfen, zwischen ihrer eigenen Tätigkeit und dem entwicklungspolitischen Diskussionsstand, den entwicklungspolitischen Zielen der Bundesregierung und denen der Partnerländer einen Zusammenhang herzustellen.
Das EF wurde 1978 als Instrument des entwicklungspolitischen Dialogs gegründet. Mehr als 5.000 in- und ausländische Führungspersönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft waren seither zu Gast in der Villa Borsig. Die zwei- bis viertägigen Konferenzen mit 30 bis 50 Teilnehmern lassen viel Raum für informelle Gespräche und persönliche Kontakte. In der Programmgestaltung des EF spiegeln sich die Schwerpunkte der internationalen Debatte.
Es gibt Themen, die im Laufe der Jahre offenbar nichts an Brisanz verloren haben, wie Welthandel, Schulden, Strukturanpassung, Nord-Süd- und Süd-Süd-Zusammenarbeit. Andere Themen gingen stark zurück oder kamen neu in Mode. So organisierte das Forum in den 70er und frühen 80er Jahren viele Konferenzen zur Kultur- und Medienpolitik der Entwicklungsländer; mit der Schuldenkrise der 80er Jahre gingen diese Themen zurück. Armutsbekämpfung, Umweltpolitik und Abrüstung traten in den Vordergrund. Die 90er Jahre brachten wieder neue Akzente: Ende der Ost-West-Konfrontation, regionale Kriege, Neuordnung der internationalen Sicherheitssysteme und Krisenprävention. Schließlich hat das Entwicklungspolitische Forum in zahlreichen Konferenzen zu globalen Umweltfragen, Menschenrechten, Bevölkerungswachstum, Partizipation und den Entwicklungspotentialen von Frauen die großen internationalen Konferenzen der Vereinten Nationen begleitet.
Das 1962 als eingetragener Verein gegründete IIJ, das vom Senat von Berlin mitfinanziert wird, wurde im Juni 1997 von der DSE übernommen. Neben den Fortbildungszentren für Hörfunk und Fernsehen der Deutschen Welle ist das IIJ die dritte Säule der Medienförderung des BMZ. Aufgabe des Instituts ist die Fortbildung von Presse- und Agenturjournalisten aus Entwicklungsländern. Die Förderung einer professionellen, pluralistischen und informativen Berichterstattung wird dabei als ein Teil der Demokratieförderung verstanden. Die Programme in englischer oder französischer Sprache richten sich an Reporter, Redakteure und Fachjournalisten ebenso wie an Manager von Zeitungsverlagen und Dozenten von Journalistenschulen.
Die Ausbildung von Stipendiaten aus Entwicklungsländern hatte in der Entwicklungspolitik der früheren DDR einen hohen Stellenwert. Zwischen 1970 und 1989 wurden insgesamt rund 90.000 Studenten sowie Fach- und Führungskräfte in der DDR ausgebildet. Mit der Wiedervereinigung wurde die DSE im Oktober 1990 für die Weiterführung der Kontakte und für die Aus- und Fortbildung von 850 Stipendiaten auf dem Gebiet der ehemaligen DDR verantwortlich. Aus den Kontakten zu anfangs 25 Fachinstitutionen, die in der DDR mit der Ausbildung von Fachkräften aus EL befaßt waren, ging dann eine konkrete Zusammenarbeit mit vier Institutionen hervor, deren Tätigkeit in die Struktur der DSE integriert wurde:
Im Verlauf von 40 Jahren Entwicklungszusammenarbeit standen die Konzepte der Personellen Zusammenarbeit selten im Mittelpunkt entwicklungspolitischen Streits. Das wurde anders, als Ende der 80er Jahre der UN-Berater und Afrikakenner Richard Jolly7 aber auf eine groteske Ungereimtheit hinwies, die in der Relation von Kosten und Nutzen der personellen Entwicklungshilfe bestand. In Tansania wurden 1988 rund 300 Millionen Dollar für Technische Zusammenarbeit (TZ) ausgegeben, von denen 200 Millionen für Gehälter, Reisekosten, Spesen etc. der rund 1000 ausländischen Experten verwendet wurden. Im gleichen Zeitraum standen für den gesamten öffentlichen Dienst des ostafrikanischen Landes einschließlich der Lohn- und Gehaltskosten für Lehrer und das Personal im Gesundheitswesen ganze 100 Millionen Dollar zur Verfügung.
Auch der Human Development Report 1992 des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) setzte sich kritisch mit dem Wirken ausländischer Berater in der Dritten Welt auseinander. So schlimm auch die Verhältnisse sein mögen an einer Sache habe es Afrika nie gemangelt: ausländische Beratung. Afrika habe mehr Beratung pro Kopf erhalten als jeder andere Kontinent.
1993 machte Weltbank-Vizepräsident Eward V. K. Jaycox8 dann in einer berühmt gewordenen provokativen Rede seinem Ärger über die mangelhafte politische und wirtschaftspolitische Kompetenz afrikanischer Regierungen Luft. Alle Welt beklage den wirtschaftlichen Niedergang Afrikas, doch die Weltbank habe 14 Milliarden Dollar für Projekte in Afrika “in der pipeline", die wegen institutioneller Schwächen der afrikanischen Regierungen nicht abfließen könnten. Gleichzeitig bemühten sich 100 000 hochbezahlte ausländische Experten mehr als am Ende der Kolonialzeit , die Defizite im politischen Management auszugleichen und institutionelle Lücken zu überbrücken. Dringend notwendig sei also die stärkere Ausbildung afrikanischer Fachleute.
Die Debatte über Jaycox' Thesen zum Thema Capacity Building schlug damals hohe Wellen. Daß es mit Einrichtungen wie der DSE längst Institutionen gab, die auf die Qualifizierung einheimischer Fachkräfte und auf die Stärkung der Verwaltungskompetenz und der politischen Steuerungsfähigkeit in den Entwicklungsländern spezialisiert waren, wurde kaum beachtet. Dabei wäre eine verstärkte Nutzung des in Jahrzehnten angesammelten Know-hows der DSE nicht nur für Afrika, sondern auch für die Umstrukturierung in Osteuropa nach dem Zerfall der Sowjetunion äußerst sinnvoll gewesen.
“Die Situation ist paradox: Obwohl Politiker, Experten und die breite Öffentlichkeit 'Investitionen in Humankapital' Priorität beimessen, und obwohl die Nachfrage aus Entwicklungsländern nach spezialisierten Fortbildungsangeboten steigt, ist die DSE immer weniger in der Lage, diese Nachfrage zu befriedigen", heißt es im Jahresbericht der DSE von 1989. Bis in die 90er Jahre hinein blieb der DSE sowohl die immer wieder geforderte kräftige Aufstockung ihrer Haushaltsmittel wie auch eine größere Flexibilität beim Einsatz von Programm-Mitteln verwehrt. “Der Bedarf an Aus- und Fortbildung in Osteuropa ist gewaltig. Die Nachfrage nach Leistungen der DSE aus diesen Ländern steigt ständig. Bisher ist die DSE jedoch nur unzureichend in der Lage, darauf zu reagieren", heißt es zwei Jahre später im DSE-Jahresbericht 1991, der auch mit einer gewissen Bitterkeit auf die Aktivitäten von Bundesministerien in Osteuropa verweist, die keinerlei Auslandserfahrung haben. “Manche Bemühungen der vielen in der Personellen Zusammenarbeit mit Osteuropa engagierten Bundesressorts erwecken den Eindruck, als solle das Rad neu erfunden werden. Manche Ressourcen werden dadurch nicht so effektiv genutzt, wie es bei einem verstärkten Einsatz der DSE möglich wäre."
1995 endlich konnte die DSE eine Wende konstatieren. Sie konnte ihre Jahresbilanz mit zwei Rekorden abschließen: der höchsten Teilnehmerzahl (10.107) und dem höchsten Haushaltsvolumen (115,1 Mio. DM) seit Gründung. Die zweite Hälfte der 90er Jahre brachte noch andere Erfolge: Durch große Konferenzen wie das internationale entwicklungspolitische Symposium “Eine Welt Eine Zukunft" mit Bundespräsident Roman Herzog im Oktober 1996 in Berlin trat die DSE auch für die Öffentlichkeit stärker in Erscheinung. Konferenzen wie diese dienen nicht zuletzt der sogenannten “Nachkontaktpflege". Ehemalige Stipendiaten der DSE, die inzwischen in ihren Heimatländern hohe Positionen bekleiden, werden zu den Konferenzen nach Deutschland eingeladen. Einer solchen Kontaktpflege wird heute im Zuge der Globalisierung auch in der politischen Öffentlichkeit eine viel größere Bedeutung zugemessen als noch vor wenigen Jahren. Hier könnte sich eine Renaissance der Grundgedanken der Personellen Zusammenarbeit abzeichnen, die die DSE-Arbeit in den vergangenen 40 Jahren geprägt haben.
1) Presse- und Informationsamt des Landes Berlin: Mitteilung Nr. 213 vom 19. 9. 1960
2) Winfried Böll, Erika Wolf (Hg.): 25 Jahre Dialog und Training was haben wir gelernt? Baden-Baden, Nomos 1985, S. 38
3) ebenda, S. 35 ff.
4) Rudolf Vogel: Die Entstehung der Hilfe für Entwicklungsländer und die Gründung der Deutschen Stiftung der Entwicklungshilfe 1959. Melle, Knoth 1982, S. 16
5) ebenda, S. 15
6) Vogel a.a.O., S.14
Karin Adelmann arbeitet als freie Journalistin in Bonn, vorwiegend zu Nord-Süd-Fragen
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