Bloße Handelsliberalisierung, wie in vielen Strukturanpassungsprogrammen vorgeschrieben, hat die weltwirtschaftliche Marginalisierung Subsahara-Afrikas nicht aufgehalten. Die Vielzahl sich gegenseitig verstärkender Strukturdefizite afrikanischer Länder macht ein strategisches Vorgehen erforderlich, zu dem nur entwicklungsorientierte Regierungen, getragen von Koalitionen gesellschaftlicher Reformkräfte, imstande sind. Für eine solche Regierung, unterstützt von großzügiger Entwicklungszusammenarbeit, eröffnen sich
drei Optionen:
1. Rückgewinnung verlorener Weltmarktanteile bei Primärgütern,
2. Einstieg in nichttraditionelle Agrarexporte und
3. auf ausländische Investitionen gestützte Nutzung der zunehmenden Lohnkostenvorteile für den Export verarbeiteter Industriegüter.
Der Anteil Subsahara-Afrikas (SSA) am Welthandel hat sich über einen langen Zeitraum kontinuierlich zurückentwickelt; von 3,1 % (1950) über 2,4 % (1980) auf
0,85 % (1999). Rechnet man die Republik Südafrika hinzu, so ergibt sich ein Welthandelsanteil (Exporte) SSAs von 1,33 %1. Drei Faktoren lassen sich für diese scheinbar unaufhaltsame Marginalisierungstendenz verantwortlich machen: