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Beiträge aus der Rubrik Analysen und Berichte
In Afrika könnten AIDS-Medikamente bald deutlich billiger werden
Hilfsorganisationen in Sorge um unabhängige Entwicklungspolitik
Menschliche Sicherheit in Zeiten des Staatszerfalls
Eine neue internationale Finanzarchitektur ist weiter nicht in Sicht
 01/2004
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[ Vereinbarung über Generikaherstellung ]
In Afrika könnten AIDS-Medikamente bald deutlich billiger werden
Die südafrikanische Initiative zur AIDS-Bekämpfung Treatment Action Campaign (TAC) hat sich Anfang Dezember mit den beiden Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim und GlaxoSmithKline über die Vergabe von Lizenzen zur Produktion wichtiger Nachahmermedikamente (Generika) geeinigt. Die beiden Unternehmen willigten ein, an vier südafrikanische Generikahersteller Lizenzen zur Herstellung von drei Präparaten zu vergeben, die in Kombination die Lebenserwartung von AIDS-Patienten verlängern. Bislang durfte nur ein Hersteller in Südafrika, Aspen Pharmacare, diese Präparate nachbauen. In einer TAC-Erklärung heißt es, die Lizenzvergabe an drei weitere Hersteller werde den Wettbewerb verstärken und die Preise drücken; Beobachter schätzen, dass als Folge der Einigung die Kosten für eine Therapie mit dem Kombinationspräparat um bis zu 75 Prozent sinken könnten. Laut TAC ist die Vereinbarung ein großer Fortschritt gegenüber dem bisherigen Vertrag mit Aspen Pharmacare: So dürfen die Lizenznehmer künftig ihre Produkte auch an private Abnehmer verkaufen und nicht nur wie bisher an öffentliche Einrichtungen; die Generika dürfen in alle Länder in Subsahara-Afrika exportiert werden, bisher war der Export verboten; die Lizenzgebühren wurden von 30 Prozent (beziehungsweise 15 Prozent im Falle von Boehringer Ingelheim) auf fünf Prozent der Verkaufserlöse gesenkt.
Mit ihrer Einwilligung kamen Boehringer Ingelheim und GlaxoSmithKline einem Verfahren der südafrikanischen Wettbewerbsbehörde zuvor. TAC sowie eine Reihe weiterer Organisationen und Einzelpersonen hatten im September 2002 bei der Behörde Klage gegen die beiden Unternehmen erhoben, weil sie sich weigerten, trotz akzeptabler Angebote Lizenzen zur Generikaherstellung zu vergeben, und damit den Wettbewerb behinderten. Die Behörde befand die Anschuldigungen für begründet und kündigte im Oktober 2003 an, ein Verfahren einzuleiten. Nach der Vereinbarung vom Dezember ließen die AIDS-Aktivisten ihre Klage fallen. (ell)
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