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Beiträge aus der Rubrik Neues von InWent
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Kommunen sind wichtige Partner in der
Entwicklungszusammenarbeit
Entwicklungspraxis bildet
 01/2005
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[ Bundeskonferenz ]
Kommunen sind wichtige Partner in der
Entwicklungszusammenarbeit
Städtepartnerschaften und kommunale Kooperationen können helfen, Lebensbedingungen in Nord und Süd zu verbessern, Demokratisierungsprozesse zu unterstützen, innovative Denkansätze zu fördern und Verständnis für unterschiedliche Blickwinkel in der Diskussion über globale Themen zu schaffen. Das ist die Quintessenz der 9. Bundeskonferenz der Kommunen und Eine Welt-Initiativen.
[ Von Claudia Maurer und Ulrich Nitschke ]
Mit mehr als 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern fand die 9. Bundeskonferenz der Kommunen und Initiativen zum ersten Mal in den neuen Bundesländern statt und war gleich ein voller Erfolg. Globalisierung gestaltet Kommunen Kommunen gestalten Globalisierung! lautete das Thema der Konferenz. Der Oberbürgermeister von Hannover, Dr. Herbert Schmalstieg, brachte es auf den Punkt: Die internationale Kooperation, der Austausch von Wissen und solidarisches Handeln sind eine Grundvoraussetzung für die Lösung der sozialen, ökonomischen und ökologischen Probleme. Wenn wir internationale Kooperation ernst nehmen, dann müssen auch die Kommunen eine wichtige Rolle spielen. Und zwar nicht als Anhängsel ihrer nationalen Regierungen, sondern als eigenständige politische Ebene.
Magdeburg war im November 2004 Ort der Begegnung für entwicklungspolitisch engagierte Vertreterinnen und Vertreter aus kommunaler Verwaltung und Politik, von Spitzenverbänden und NRO, Dienstleistern und Wissenschaft. In der Magdeburger Johanniskirche wurden nicht nur konkrete Ideen für eine sozial gerechtere Gestaltung der Globalisierung entworfen, sondern auch die vielfältigen Möglichkeiten der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) diskutiert, diese umzusetzen.
Die von den Konferenzteilnehmern verabschiedeten Magdeburger Empfehlungen stellen fest: Der Beitrag der Kommunen zu internationalen Entwicklungsprozessen ist beachtlich. Trotz knapper kommunaler Ressourcen und Finanznot engagieren sich Bürgerinnen und Bürger, Politiker und Verwaltungen in vielen Gemeinden für entwicklungspolitische Ziele: Über Städtepartnerschaften und kommunale Kooperationsprojekte werden Lebensbedingungen im Süden und im Norden verbessert, demokratische Prozesse unterstützt, innovative Denkansätze gefördert und Verständnis für unterschiedliche Blickwinkel globaler Probleme und ihrer Lösungen geschaffen.
Dennoch würden die Kommunen erst in der jüngsten Vergangenheit und nur langsam als Partner in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit wahrgenommen, konstatierten viele Redner. Mit dem Zusammenschluss der beiden kommunalen Dachverbände International Union of Local Authorities (IULA) und World Federation of United Cities and Towns (UTO) zum weltweiten Dachverband United Cities and Local Governments (UCLG) mit Hauptsitz in Barcelona im Mai 2004 wurde dieser Entwicklung Rechnung getragen. Es liegt nun an den internationalen Organisationen der EZ, mit dem Verband intensiv zusammenzuarbeiten. Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt der InWEnt gGmbH hat sich dies fest vorgenommen.
Entwicklungspolitik beginnt vor Ort, so Erich Stather, Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der die Konferenz eröffnete. Nachhaltige Veränderungsprozesse werden in den Kommunen eingeleitet und umgesetzt. Bürgergesellschaft und Dialog zwischen Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik lassen sich am effektivsten in den Kommunen umsetzen. Lokale Entscheidungsträger spielten als Partner eine zunehmende Rolle, betonte der Politiker, da sie Demokratisierungsprozesse initiieren und stabilisieren können.
Die Empfehlungen von Magdeburg sie werden von allen kommunalen Spitzenverbänden und den NRO mitgetragen rufen die Kommunen auf, ihre wesentlichen Entwicklungspotenziale zu erschließen und sich als verlässliche Partner für Bürger, Unternehmen und Forschungseinrichtungen zu erweisen. Für das Erreichen konkreter Entwicklungsziele müssen bürokratische Barrieren abgebaut und bürgerschaftliches Engagement gefördert werden.
Um eine global gerechte Entwicklung zu erreichen, sollen die vielfältigen Formen der Zusammenarbeit auf lokaler Ebene gefördert werden: in Städtepartnerschaften und Projektkooperationen, im Klimabündnis der Städte oder durch die Unterstützung des Fairen Handels. Besonders erfolgreich ist das Engagement erfahrungsgemäß dort, wo es durch eine fundierte Bildungs- und Informationsarbeit unterstützt wird. Eine stärkere Förderung durch Bund und Länder ist hierfür notwendig.
Mit den Millennium Development Goals (MDGs) haben mehr als 170 Staats- und Regierungschefs erstmals gemeinsam ein Aktionsprogramm verabschiedet, in dessen Mittelpunkt die Halbierung der weltweiten Armut bis zum Jahre 2015 steht. Erste Bilanzen machen deutlich, dass die bisherigen Anstrengungen gesteigert werden müssen, sollen diese Ziele erreicht werden. Eine sozial gerechte Gestaltung der Globalisierung kann nur als gemeinsame Anstrengung aller Politikebenen erreicht werden, so Dirk Messner, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE). Dies ist ohne Mitwirkung der Kommunen als Hauptträger gesellschaftlicher Integration und der Beteiligung ihrer Bürgerinnen und Bürger nicht denkbar.
Weitere Informationen:
Die Magdeburger Empfehlungen können bei der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt / InWEnt gGmbH angefordert werden unter www.service-eine-welt.de. Eine Dokumentation zum Kongress erscheint in 2005.
Claudia Maurer
war Projektkoordinatorin der 9. Bundeskonferenz.
claudia.maurer@inwent.org
Ulrich Nitschke
leitet die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt und die Abteilung Bildungs- und Informationsarbeit von InWEnt. ulrich.nitschke@inwent.org
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