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 01/2005
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In Verteidigung der Weltbank Buchbesprechung
Sebastian Mallaby: The World's Banker
A Story of Failed States, Financial Crises, and the Wealth and Poverty of Nations
East Rutherford, NJ: Penguin USA, 2004,
400 Seiten, ISBN 1594200238
Sebastian Mallaby hat eine polemische Ader. Damit steigert er den Unterhaltungswert seines Buches, riskiert aber auch, Leser zu vergrätzen. Vermutlich werden auch einige NGO-Aktivisten seinen Spott nicht verkraften. Der britische Journalist schildert, wie er im Baugebiet eines afrikanischen Staudamms ganz andere Verhältnisse vorfindet, als das International Rivers Network geschildert hatte. Weil sich die kalifornische Organisation bei der Recherche vor Ort zudem als wenig hilfreich erwies, wird sie für Mallaby zur Berkeley Mafia.
Mit solch ironischem Ton behandelt der Kolumnist der Washington Post brisante Themen. Er trifft einen wunden Punkt, wenn er Verbänden, deren Kampagnen und Fundraising in reichen Ländern von Fundamentalkritik leben, die Glaubwürdigkeit abstreitet. Oxfam und andere in der Dritten Welt aktive NGOs hält er dagegen für nützlich. Wichtiger als Lob und Tadel der linksorientierten Zivilgesellschaft ist aber Mallabys Absicht, die Finanzinstitution vor Angriffen der US-Rechten zu verteidigen. Zwar lohnt es sich, über Ansätze zur Armutsbekämpfung zu streiten aber es sollte doch klar sein, dass die Weltbank dabei eine wichtige Rolle zu spielen hat und die Menschheit ohne diese multilaterale Institution eben nicht besser dran wäre.
Mallaby schildert, wie James Wolfensohn zehn Jahre lang daran arbeitet, die Weltbank auf einen fortschrittlicheren Kurs zu lenken. Der frühere Investmentbanker nimmt die aus Mallabys Sicht berechtigte NGO-Kritik aus den achtziger Jahren auf. Armut, Korruption, örtliche Politikverantwortung und später auch HIV/Aids sind dabei Themen, mit denen sich der Weltbankpräsident vom konventionellen Wirtschaftsliberalismus absetzt. Laut Mallaby beeinträchtigen dabei Ehrgeiz, Eitelkeit und Jähzorn seinen Erfolg.
Mallaby kennt sich damit aus, in Anekdoten Hintergrundwissen zu vermitteln. Leider neigt er aber statt zur Analyse letztlich doch zu sehr zum Geschichtenerzählen. Deshalb liest sich sein Buch streckenweise wie eines dieser Managerepen für BWL-Studenten. Weniger wäre in diesem Fall mehr gewesen.
Hans Dembowski
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