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Kicken baut Vorurteile ab

Ein Netz verbindet die Straßenkicker

Ein Jahr danach


01/2006
 

Ein Netz verbindet die Straßenkicker

Fußball ist in vielen Ländern eine Massenbewegung. Wer keinen Ball hat, spielt mit Plastikbündeln oder Blechdosen. Weltweit kicken Kinder und Jugendliche auf der Straße. streetfootballworld will hier Brücken bauen: Gestartet als ein Projekt der Stiftung Jugendfußball von Fußballbundestrainer Jürgen Klinsmann, fördert die in Berlin ansässige Organisation rund um den Globus den Straßenfußball. Es geht um den Spaß am Kicken. Und um das Gute am Spiel: Teamgeist, gegenseitiges Lernen, Kräftemessen ohne Gewalt. Fußball dient dabei als Katalysator der sozialen Entwicklung und der Kulturvermittlung.

Die Projekte, die dem Netzwerk angehören, setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Aber es verbindet sie ein Ziel: Gemeinsam und spielerisch sollen junge Menschen für das Leben lernen. Kleinere Projekte können ihre Arbeit präsentieren und sich von größeren inspirieren lassen. streetfootballworld evaluiert die verschiedenen Ansätze, knüpft Kontakte zwischen den Projekten und moderiert den Erfahrungsaustausch. Derzeit gehören zirka 80 Initiativen dem Netz an.

Das viersprachige Internet-Portal www.streetfootballworld.org stellt den Austausch sicher: Hier informieren die Initiativen über ihre Aktivitäten, geben Projekte ihre Erfahrungen weiter, erteilen Experten Ratschläge. Der „globale Bolzplatz“ steht Straßenfußballern, Projektverantwortlichen, Wissenschaftlern, Fachverbänden und internationalen Organisationen offen.

Anlässlich der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland organisiert streetfootballworld die erste Straßenfußball-WM. Teams aus 24 Projekten treten auf einem Bolzplatz in Berlin-Kreuzberg beim „streetfootballworld festival 06“ gegeneinander an, um miteinander die soziale Dimension des Fußballs zu zelebrieren. „WM Schulen – Fair Play for Fair Life“ ist der zweite Schwerpunkt von streetfootballworld. 204 Schulen in Deutschland vertreten je ein Land; eine Schule in Südafrika – Austragungsort der nächsten Fußballweltmeisterschaft – repräsentiert Deutschland. Die Schülerinnen und Schüler stellen ihr Land auf dem Spielfeld und in der Öffentlichkeit dar. Im Unterricht und in Aktivitäten außerhalb des Klassenzimmers gehen sie den unterschiedlichen Facetten des Projektmottos nach.

Neben streetfootballworld betreut die Stiftung Jugendfußball das Portal www.fussballD21.de als Anlaufstelle für Jugendfußball im Internet. Die Stiftung wurde im Jahr 2000 von Jürgen Klinsmann und anderen ehemaligen deutschen Welt- und Europameistern gegründet. Für die Stiftung engagieren sich unter anderem Oliver Bierhoff, Andreas Köpke, Joachim Löw, Franz Beckenbauer, Bernd Hölzenbein, Pierre Littbarski, Rudi Völler und Berti Vogts. Ziel ist, den Nachwuchs zu fördern und das Potenzial des Fußballs für sozialen Fortschritt zu nutzen. (orb)