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Beiträge aus der Rubrik Medien
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Energiepolitik:
Gute Orientierung
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Wirtschaftliche Perspektiven
 01/2006
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Energiepolitik:
Gute Orientierung
Danyel Reiche (Hg.):
Grundlagen der Energiepolitik.
Frankfurt, Verlag Peter Lang 2005,
334 Seiten, 39,80 Euro,
ISBN 3-631-52858-2
Schnell steigende Ölpreise, erneuerbare Energien, Renaissance der Atomenergie Energiepolitik bestimmt wieder die Schlagzeilen. Und das nicht nur in Deutschland. Weltweit rückt die Frage, welche Wege wir bei der Versorgung beschreiten, in den Vordergrund. Klaus Töpfer, der Chef des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, fordert angesichts des Klimawandels eine Energierevolution. Die Energienachfrage nimmt in Schwellenländern wie China und Indien jährlich um bis zu neun Prozent zu. Derweil hat ein Drittel der Weltbevölkerung keinerlei Zugang zu moderner Energie.
Danyel Reiche von der Forschungsstelle Umweltpolitik der FU Berlin hat diese Beiträge junger Wissenschaftler zusammengestellt. Wer sich mit Energiepolitik beschäftigen will, bekommt hier die Grundlagen: Wie stark werden einzelne Energieträger genutzt? Welche Akteure wirken in der Energiepolitik? Auf welche Instrumente kann der Gesetzgeber zurückgreifen? Gedacht für Einsteiger wie für Experten führt das Buch verständlich und fundiert in das Thema ein. Besonders spannend und anschaulich sind die Ausflüge in die Geschichte der Energiewirtschaft.
Im Mittelpunkt aber steht die Analyse der derzeitigen genutzten Energieträger. Im Gegensatz zu anderen Darstellungen fristen dabei die erneuerbaren Energien kein Stiefmütterchendasein. Ärgerlich ist, dass der dezentralen Energieversorgung, der Kraft-Wärme-Kopplung, Energieeinsparmöglichkeiten, kein Platz eingeräumt wurde.
Bemerkenswert fällt das Urteil zur Atomkraft aus: Aus der Sicht von Matthias Corbach befindet sich die Atomenergie, langfristig betrachtet, im Niedergang. Er führt das auf veränderte Rahmenbedingungen in liberalisierten Energiemärkten und den zur Neige gehenden Brennstoff Uran zurück. Atomenergie werde schlicht zu teuer. Dennoch sei vor allem in autoritären Staaten wie China, Iran und Pakistan der Bau von Atomkraftwerken in den nächsten Jahren möglich.
Spannend auch der Beitrag von Ruth Brand. Die Autorin diskutiert, welche Szenarien verschiedene Akteure für die künftige Versorgung aufgestellt haben (Shell, ExxonMobil, Europäische Kommission, Internationale Energieagentur, Wuppertal Institut et cetera). Sie erläutert die Unterschiede zwischen den angewandten Methoden (Prognosen, Simulationsmodelle, normative Szenarien et cetera). Wichtig ist ihr Hinweis, das solche Projektionen mit Vorsicht zu nutzen sind, besonders, wenn es sich um Zeitpunkte weit in der Zukunft handelt.
Von einem Beitrag über den Weltenergiemarkt abgesehen er bezweifelt, dass die OPEC-Staaten den Ölpreis entscheidend zu bestimmen vermögen liegt der Wert des Buches weniger in neuen Erkenntnissen. Es erleichtert die Orientierung, indem es Zusammenhänge aufzeigt und Hintergrundinformationen liefert.
Anke Schwarzer
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