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Gesundheitsdienste:
An den Armen vorbei


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01/2006
 

Gesundheitsdienste:
An den Armen vorbei

Programme zur Verbesserung der Gesundheitssysteme in Entwicklungsländern erreichen häufig nicht die arme Bevölkerung, für die sie eigentlich gedacht sind. Das berichtet die Weltbank in einer neuen Studie mit dem Titel „Reaching the Poor with Health Services“. Danach flossen in 21 untersuchten Entwicklungsländern durchschnittlich mehr als 25 Prozent der staatlichen Gesundheitsausgaben an das reichste Fünftel der Bevölkerung; das ärmste Fünftel dagegen erhielt nur gut 15 Prozent. Nur in vier Ländern erhielten die Armen einen größeren Anteil an den Gesundheitsausgaben als die Bessergestellten, in 15 Ländern war es weniger. Die Bilanz privat finanzierter Programme fällt laut Weltbank nicht besser aus.

Auf einer Konferenz des BMZ, der GTZ, der Internationalen Arbeitsorganisation und der Weltgesundheitsorganisation Anfang Dezember in Berlin hieß es, 150 Millionen Menschen weltweit seien gezwungen, mehr als die Hälfte ihres Einkommens für Gesundheit aufzuwenden. In Deutschland müssten die privaten Haushalte zehn Prozent aller Ausgaben für Gesundheitsdienste tragen, in Kongo-Kinshasa hingegen seien es 70 Prozent. Die Weltbank gibt einige Beispiele für erfolgreiche armenorientierte Gesundheitsprogramme, etwa die Verteilung insektizider Moskitonetze in Ghana und Sambia oder das mexikanische Progresa-Programm, das arme Familien für Klinik- und Schulbesuche bezahlt und von Gebühren befreit. (ell)




Im Internet:
Die Weltbank-Studie:
http://www.worldbank.org/hnp