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Analysen und Berichte


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Armutsbekämpfung muss ohne Beteiligung von Frauen scheitern

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02/2004
 

[ PRSPs und Gender ]

Armutsbekämpfung muss ohne Beteiligung von Frauen scheitern

Dass die Diskriminierung von Frauen nachhaltige Armutsbekämpfung und soziale Entwicklung verhindert, ist unstrittig. Die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern abzubauen ist deshalb eine Querschnittsaufgabe der Strategiepapiere zur Armutsbekämpfung (PRSPs) – zumindest dem Konzept nach. In der Praxis werden die meisten der bisher vorgelegten PRSPs diesem Anspruch nicht gerecht; bis auf wenige Ausnahmen (Ruanda, Tansania) enthalten sie nicht mehr als Ansammlungen stereotyper Maßnahmen der alten Frauenförderung in den Sektoren Gesundheit und Bildung.

Aus der Perspektive von Vertreterinnen afrikanischer Nichtregierungsorganisationen hat das einen einfachen Grund: Den Regierungen fehle es an politischem Willen, sich über die in den PRSP-Leitlinien der Geber geforderten Referenzpunkte hinaus für Geschlechtergleichheit zu engagieren, hieß es auf einer vom deutschen Entwicklungsministerium (BMZ) und der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) Anfang Dezember in Nairobi veranstalteten Konferenz mit dem Titel „Engendering PRSPs in Africa“. Ob in Gambia, Malawi oder Sambia: In vielen Ländern klagen Vertreter der Zivilgesellschaft, dass ihre Beiträge, in denen auf die Lebensumstände und Benachteiligungen von Frauen eingegangen wird, keinen Eingang in die Papiere finden.

Dagegen nahmen Regierungsvertreter auf der Konferenz in Nairobi für sich in Anspruch, sich ernsthaft um die Berücksichtigung von Gender-Aspekten in PRSPs zu bemühen. Es fehle jedoch an Handlungsanleitungen und Gender-Trainings durch die Geber, so ein Mitglied des ugandischen Parlaments – was freilich eine nur schwer nachvollziehbare Behauptung ist: Denn Fortbildungen werden seit langem in den Entwicklungsländern angeboten, längst auch von afrikanischen Expertinnen. Mangelhaft ist vielmehr die Nachfrage nach solchen Angeboten. Einig waren sich die Konferenzteilnehmer darüber, dass die Kenntnisse aller am PRS-Prozess Beteiligten zur Erstellung und zur Kontrolle von partizipativ angelegten und gendersensiblen Staatshaushalten (gender-sensitive budgeting) erweitert werden müssen. NRO-Vertreterinnen, die in Nairobi beklagten, sie seien bislang von den Verhandlungen zur Finanzierung von PRSPs ausgeschlossen gewesen, begrüßten Initiativen zum Monitoring der staatlichen Einnahmen- und Ausgabenpolitik als ein zentrales politisches Instrument zur Kontrolle von Regierungshandeln.
Aster Zaoude vom UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) forderte von den PRSP-Beteiligten einen pragmatischeren Umgang mit unterschiedlichen Ansätzen bei der gendersensiblen Armutsbekämpfung: Es sei zweitrangig, ob die Weltbank Chancengleichheit für Frauen fördere, weil das gut für das Wirtschaftswachstum sei, oder ob das Engagement auf einem Rechtsansatz beruhe, für den die Gleichstellung Ziel an sich sei. Fest steht jedoch, so das Fazit der Konferenz, dass es zum Gender-Mainstreaming der PRSPs keine Alternative gibt, soll Armutsbekämpfung nachhaltig wirksam sein. Birte Rodenberg





Weitere Informationen: www.gtz.de/gender-prsp