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 02/2004
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[ Neues GTZ-Konzept ]
Drogen und Entwicklung: Strategien der Schadensbegrenzung
Die GTZ hat ihr drogenpolitisches Konzept neu formuliert. Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit greift dabei zu Instrumenten, die sich unter Schlagworten wie Harm Reduction oder integrierte kommunale Drogenpolitikin Westeuropa bewährt haben. Im ersten Fall geht es darum, abhängigen Menschen nicht nur mit Repression zu drohen, sondern durch gesundheitliche Aufklärung, Rehabilitation und ähnliches die Suchtschäden zu minimieren. Der zweite Begriff steht für die enge Kooperation von Polizei, Justiz, kommunalen Behörden mit zivilgesellschaftlichen Akteuren bei Prävention, Information und sonstigen Maßnahmen der Drogenkontrolle.
Die Neuausrichtung ist laut GTZ-Projektmanager Christoph Berg aus mehreren Gründen nötig. So haben sich beispielsweise entlang der wichtigsten Handelsrouten neue Konsummuster herausgebildet. In Iran und Pakistan gibt es mittlerweile mehrere Millionen Heroinabhängige. Sie rekrutieren sich aus anderen Bevölkerungsschichten als denen, die in der Region traditionell Opium gebrauchen. So greifen etwa häufig jüngere Menschen zu dem Rauschmittel mit besonders hohem Suchtpotenzial. Ähnlich nimmt in Lateinamerika der Genuss von Kokain zu. Auch diese Droge ist gefährlicher als die traditionellen Koka-Blätter.
Wie Berg weiter ausführt, lehrt die Erfahrung der vergangenen Jahre, dass Suchtmittel kein isoliertes Entwicklungsproblem sind. Vielmehr verschärfen sie andere Schwierigkeiten. So beschleunigen etwa Beschaffungsprostitution und intravenöser Konsum die Ausbreitung von AIDS. Zudem wird die Armutsbekämpfung noch schwerer, wenn Ausgaben für Drogen und Verwahrlosung soziale Solidarität unterminieren. Der Teufelskreis schließt sich, wenn Verzweiflung und Perspektivlosigkeit die Sehnsucht nach der Euphorie des Rauschs nähren. Ähnliche Wechselwirkungen greifen laut Berg auch bei der Eskalation von Bürgerkriegen. Einerseits können Produktion und Vertrieb von Suchtmitteln der Finanzierung von Milizen dienen. Andererseits enthemmen Drogen und lassen Söldner brutaler agieren.
Aus GTZ-Sicht sind Drogen aus diesen Gründen ein Thema, dass in allen Feldern der Entwicklungs-, Außen- und Sicherheitspolitik stärker berücksichtigt werden muss. Das Team um Christoph Berg wertet es deshalb als Erfolg, dass seine Expertise nicht nur im BMZ gefragt ist, sondern dass auch andere Ressorts wie etwa das
Auswärtige Amt auf seine Arbeit zurückgreifen. (dem)
Weitere Informationen im Internet: www4.gtz.de/drogen/
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