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Kenia, Angola: Milliarden verschwunden

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02/2004
 

[ Kenia, Angola: Milliarden verschwunden ]

Um drei bis vier Milliarden US-Dollar ist der kenianische Staat während der 24 Jahre langen Amtszeit von Daniel Arap Moi durch Korruption betrogen worden. Nach einer Untersuchung der neuen kenianischen Regierung unter Präsident Kibaki haben Mitglieder der Moi-Regierungen diese Summe auf verschiedenen Wegen außer Landes geschafft. Einem Teil des Geldes ist der private Sicherheitsdienst Kroll nach Angaben der BBC mittlerweile auf die Spur gekommen. Die Privatermittler vermuten, dass wenigstens eine Milliarde Dollar bei verschiedenen europäischen Banken – unter anderem in der Schweiz und in Monaco – und in Form von Anteilen an Londoner Hotels angelegt sein könnte. Der kenianische Justizminister Robinson Githae sagte der BBC allerdings, nach seinen Informationen sei das Geld inzwischen aus Europa abgezogen und in einige afrikanische Länder geschafft worden, darunter Simbabwe, Südafrika und Botswana.

Auch in Angola ist nach einem der Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) in großem Stil Geld abhanden gekommen. In den Jahren 1997 bis 2002 seien mehr als vier Milliarden Dollar staatlicher Öleinnahmen verschwunden; die Summe entspricht fast zehn Prozent des jährlichen Bruttoinlandsprodukts von Angola. Die Regierung von José Eduardo dos Santos wies den Bericht umgehend als falsch zurück. Er beruhe auf „unglaubwürdigen Quellen“; die Beschuldigungen seien bislang von keiner der internationalen Finanzinstitutionen bestätigt worden. Laut Human Rights Watch stützt sich der Bericht auf Zahlen des Internationalen Währungsfonds. (ell/uke)