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Ein Plan für die Millenniumsziele
 02/2005
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[ UN-Millennium-Projekt ]
Ein Plan für die Millenniumsziele
Die Welt kann die acht UN-Millenniumsentwicklungsziele nur erreichen, wenn sie in den verbleibenden zehn Jahren ihre Anstrengungen deutlich verstärkt. Die armen Länder müssen detaillierte Entwicklungsstrategien ausarbeiten, die sich an den Zielen orientieren. Die reichen Länder müssen sie dabei unterstützen und ihre Hilfe erhöhen und verbessern. Das empfiehlt das so genannte Millennium-Projekt der Vereinten Nationen in seinem Abschlussbericht, den Projektleiter Jeffrey Sachs Mitte Januar UN-Generalsekretär Kofi Annan überreichte. Annan hatte das Projekt 2002 gestartet; seither hatten mehr als 200 Entwicklungsexperten an dem als praktischen Plan zur Erreichung der Millenniumsziele bezeichneten Bericht gearbeitet.
Das über 300 Seiten starke Papier nennt vier Gründe dafür, dass viele Länder bei Fortschreibung aktueller Trends die Ziele möglicherweise nicht erreichen werden: Mängel bei der Regierungsführung, etwa in den Bereichen Rechtssicherheit und Wirtschaftspolitik; zu große Armut, die die nötigen Investitionen verhindert; die Vernachlässigung von Bevölkerungsgruppen mit der Folge großer Einkommensunterschiede; und die Vernachlässigung bestimmter für die Millenniumsziele wichtiger Politikbereiche. Die armen Länder sollten bis nächstes Jahr Strategien ausarbeiten, wie sie die Ziele bis zum Jahr 2015 erreichen wollen. Wo vorhanden, sollten bereits bestehende Strategiepapiere zur Armutsbekämpfung (PRSPs) als Ausgangspunkt dienen.
Scharfe Kritik äußert der Bericht an der Entwicklungshilfe der Geberländer. Sie orientiere sich zu wenig an den Millenniumszielen; weder multi- noch bilaterale Geber hätten ihre Partnerländer dazu ermuntert, die Ziele zur Grundlage ihrer Politik zu machen. Die Hilfe sei zu kurzfristig angelegt; sie fließe unzuverlässig und sei für die Nehmer nur schwer vorhersehbar; die Effizienz der Hilfe sei zu gering. Die Höhe der Entschuldung orientiere sich am willkürlichen Kriterium der Exporterlöse und nicht am Finanzbedarf für die Millenniumsziele. Der Bericht empfiehlt, die Hilfe von geopolitischen Erwägungen zu lösen und der Zusammenarbeit mit Partnerländern flexible Langzeitstrategien zugrundezulegen. Die Geber sollten wenigstens zwölf Länder auswählen, die mit mehr Hilfe besonders große Schritte hin zu den Zielen machen könnten (fast-track countries). Unabhängige Experten sollten die Beiträge der Geber zu den Zielen evaluieren und ihre Ergebnisse frei zur Verfügung stellen.
Der Bericht widmet sich auch der Frage, wieviel Geld nötig ist, um die Millenniumsziele zu erreichen. Danach bleibt abzüglich der Eigenleistungen der Entwicklungsländer ein steigender Finanzierungsbedarf von 135 Milliarden US-Dollar im kommenden Jahr bis 195 Milliarden Dollar in 2015, vorrangig in Afrika. Um diese Lücke zu schließen, müssten die Industrieländer den Anteil der Entwicklungshilfe am Bruttoinlandsprodukt von derzeit 0,25 Prozent bis zum Zieljahr auf 0,54 Prozent erhöhen. Weil ihre Berechnung nur für die Millenniumsziele gelte, plädieren die Autoren dafür, die Hilfsquote gleich auf 0,7 Prozent anzuheben. (ell)
Im Internet:
http://Unmp.forumone.com
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