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Beiträge aus der Rubrik Debatte
Good-Governance ist ein sinnvolles Paradigma
Leserbriefe
Palästina unter Druck
Linksruck in Lateinamerika
 02/2006
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Leserbriefe
Kurzsichtige Instrumentalisierung
Unterschätzte Wälder
E+Z/D+C 11/2005, S. 424
Als Beamter des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit, der an Klimaverhandlungen teilgenommen hat, möchte ich mich hier rein privat äußern. Mich ärgert und enttäuscht der Artikel von Brito und Bosquet. Er ärgert mich, weil er einseitig aus der Perspektive derjenigen geschrieben ist, denen es um eine simple Maximierung von Forstprojekten geht. Offenbar wollen die Autoren auch Einzelprojekte in Ländern belohnt sehen, die ihren Urwald abfackeln oder Shrimps-Firmen gestatten, Desaster in den Mangroven anzurichten.
Enttäuscht bin ich, weil Klimapolitik kurzsichtig für ein forstpolitisches Einzelinteresse instrumentalisiert werden soll. Anstelle der vorrangigen Reduktion der Verbrennung fossiler Energieträger soll CO2 in überirdischen Reservoirs gebunden werden, die immer gefährdet und instabil sind. Derlei ist angesichts von Waldvernichtung und sonstiger klimaschädlicher Landnutzung nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Eine stärkere Einbindung der CO2-Senken aber muss die nationalen CO2-Bilanzen von Wald und Landnutzung im Auge behalten und kann nicht so tun, als könnten einzelne Wiederaufforstungen zu einer nachhaltigen Klimapolitik nennenswerte Beiträge leisten.
Dr. Wolfram Klein, Bonn
Argumente übersehen
Gefährliche Marktöffnung
E+Z/D+C 11/2005, S.420
Ha-Joon Chang übersieht wichtige Argumente. Er kommt mit den Aufsätzen von Douglas Irwin nicht zurecht, welche die historischen Behauptungen über den Nutzen des Protektionismus neu beleuchten. Er geht nicht darauf ein, dass in Indien Textil- und Stahlindustrie, Schiffbau und Reedereien während der britischen Herrschaft ohne Zoll- oder Subventionsschutz entstanden. Er berücksichtigt auch Indiens IT-Branche nicht, die ohne Schutz oder Förderung große internationale Bedeutung errungen hat. Indiens geschützte Wirtschaftszweige sind dagegen eher für geringe Produktivität als für hohe Wettbewerbsfähigkeit bekannt. In den Jahrzehnten nach der Unabhängigkeit waren die Verantwortlichen auch nicht zu Investitionen und Innovationen gezwungen, sie kontrollierten die heimischen Märkte schließlich.
Prof. Dr. Jagdish Bhagwati,
Columbia University, New York
Misslungene Bahnprivatisierung
FZ-Beilage Oktober 2005, S. VI
In Kamerun kann keineswegs von einer gelungenen Bahn-Privatisierung gesprochen werden. Ich kenne das Land und leider auch die Bahnstrecke Ngaoundere Yaoundé Douala von zahlreichen Reisen, vor und nach der Privatisierung von Camrail. Auf meiner letzten, kürzlich abgeschlossenen Reise kam auf Anraten meiner Kameruner Kollegen wegen enger Termine das immer noch sehr unzuverlässige Transportmittel Eisenbahn gar nicht in Frage.
In der Presse Kameruns konnte ich im Oktober 2005 eine intensive Debatte über die Preisgestaltung von Camrail verfolgen. Service minimal, Sévice maximal (Service minimal, Misshandlung maximal) stand in einem der Artikel. Der Schlusssatz ihres Beitrags von der armen Bevölkerung, die nun zuverlässige Reisemöglichkeiten habe, ist eine Verhöhnung der Betroffenen.
Martin Zint, Journalist, Mühltal
Replik: Es ist bedauerlich, dass Herr Zint mit Camrail schlechte Erfahrungen gemacht hat. Sein Urteil ist aus Sicht der KfW Entwicklungsbank allerdings subjektiv. Untersuchungen der KfW Entwicklungsbank zeigen hingegen, dass sich die Privatisierung gerade auch für arme Reisende und die Arbeitsplätze im ländlichen Bereich ausgezahlt hat. Leider genießen allerdings Bahnen in der Regel in der Öffentlichkeit kein allzu hohes Ansehen das gilt auch für die Deutsche Bahn, die zweifellos eine wichtige verkehrspolitische Aufgabe erfüllt.
Dr. Frank Weiler, KfW Entwicklungsbank, Frankfurt
Die Redaktion behält sich vor,
Leserbriefe zu kürzen.
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