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Beiträge aus der Rubrik Medien
Howard W. French: Afrika steht im Schatten
Mahmood Mamdani: Wie die USA Terroristen schaffen
M.C. Behera (Hg.): Ländliche Entwicklung kommt zu kurz
Harald Müller und Niklas Schörnig: Rüstung und wie man sie begrenzt
 02/2007
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Internationaler Terrorismus hausgemacht
Mahmood Mamdani:
Guter Moslem, böser Moslem.
Amerika und die Wurzeln des Terrors.
Edition Nautilus, Hamburg 2006, 317 S., 19,90 Euro, ISBN 3-89401-475-X
Mahmood Mamdani ist in Bombay geboren, in Kampala (Uganda) aufgewachsen, hat lange in Tansania gelehrt und ist heute Professor an der Columbia University in New York. Diese vielfältige Identität spiegelt sich in seinem Buch wider. Anders als der Titel vermuten lässt, beschränkt er sich bei der Suche nach den Wurzeln des internationalen Terrorismus nicht auf die islamische Welt. Vielmehr verweist er auf die Kriegsstrategie der USA am Ende des Kalten Krieges und beschreibt etwa deren Verstrickung in die Kriege in Angola, Mosambik, Nikaragua, El Salvador und Afghanistan nach der Invasion der Sowjetunion.
Seine These lautet: Weil die USA nach dem Krieg in Vietnam nicht mehr selbst militärisch eingreifen wollten und konnten, führten sie seit den 1970er Jahren Stellvertreterkriege. Dabei setzten sie auf Terror, um revolutionäre und nationalistische Bewegungen oder auch gewählte Regierungen zu unterminieren. Denn der US-Kongress hatte 1976 die legalen Möglichkeiten eingeschränkt, in Kriege in Afrika, Asien und Lateinamerika verdeckt einzugreifen. Daher unterstützte der US-Geheimdienst CIA rechtsgerichtete Guerilla-Organisationen und finanzierte das über dubiose Kanäle, nicht zuletzt aus Drogenhandel.
Afghanistan war laut Mamdani der Höhepunkt dieser Strategie. Hier entwickelte sich in den achtziger Jahren eine Infrastruktur des Terrors, die international vernetzt war und von fanatisierten Glaubenskriegern angetrieben wurde. Sie löste sich nach dem Ende des Kalten Krieges nicht auf, sondern treibt bis heute ihr Unwesen weiter.
Mamdani schildert, dass zu den Methoden der von den USA unterstützten Konterrevolutionäre Entführung und Mord, die Verminung von Häfen und Straßen sowie Bombenanschläge auf Krankenhäuser, Schulen und Elektrizitätswerke gehörten. So war in Mosambik in den 1980er Jahren die von den USA unterstützte RENAMO laut Untersuchungen des amerikanischen Außenministeriums für die weitaus meisten Übergriffe auf die Zivilbevölkerung verantwortlich, darunter für die Ermordung von 10 000 Zivilisten. Hier und in Angola arbeiteten die USA eng mit Südafrika zusammen, das damals als Apartheidstaat weltweit geächtet war.
Mamdani erinnert an Vorgänge, die es zum Beispiel seltsam erscheinen lassen, dass die amerikanische Regierung heute die libanesische Hisbollah auf ihre Liste der Terrororganisationen setzt. Die schiitischen Islamisten attackieren Israel, haben aber in den vergangenen 15 Jahren mit wenigen Ausnahmen nur militärische Ziele angegriffen. Im Krieg im Sommer 2006 feuerten sie erst Raketen auf israelische Städte ab, als die israelische Luftwaffe bereits begonnen hatte, die Infrastruktur des Libanon zu zerstören.
Mamdani berichtet im Einzelnen nichts Neues. Er bringt jedoch geographisch weit auseinander liegende Konflikte in einen politischen Zusammenhang. Das ist die Stärke des Buches. Kulturalistische Erklärungen für den gegenwärtigen Terror nach dem Motto der Islam ist eine Religion der Gewalt lehnt er ab. Aber eine Frage bleibt offen: Wenn die USA so viel Leid auch nach Mittelamerika und ins südliche Afrika gebracht haben, warum besteht dort nicht ein ähnliches Bedürfnis nach Rache wie in der islamischen Welt? Um eine Antwort darauf zu finden, bedarf es einer vergleichenden Studie über die Konflikte in Afrika, Mittelamerika und dem Nahen Osten. Das leistet Mamdani nicht.
Albrecht Metzger
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