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02/2007
 

Freiwilligendienst in Entwicklungsländern

Die Bundesregierung will jungen Erwachsenen die Möglichkeit geben, Erfahrungen in Entwicklungsländern zu sammeln. Dazu will sie einen neuen Freiwilligendienst einrichten, der ab 2008 in einer dreijährigen Pilotphase getestet werden soll. Der Dienst wird sich an Leute mit Abitur oder vergleichbarem Abschluss richten; die Dienstzeit soll flexibel sein und zwischen drei und 24 Monaten liegen. Mittelfristig sind 10 000 Freiwilligenplätze vorgesehen, die Bundesregierung veranschlagt die Gesamtkosten auf 70 Millionen Euro jährlich; das Geld soll aus dem Etat des Entwicklungsministerium (BMZ) kommen. Laut BMZ soll der Dienst über private Träger und nichtstaatliche Organisationen abgewickelt werden.

Entwicklungspolitische Organisationen begrüßten die Initiative. Durch den Dienst würden junge Menschen zu „wichtigen Multiplikatoren für die Armuts- und Hungerbekämpfung und nicht zuletzt der Völkerverständigung“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Welthungerhilfe, Hans-Joachim Preuß. Der Vorsitzende des Arbeitskreises Lernen und Helfen in Übersee (AKLHÜ), Michael Steeb, sagte, die eingeplanten öffentlichen Fördermittel schafften Möglichkeiten auch für benachteiligte Jugendliche und Frauen. Bislang sind freiwillige Dienste in Entwicklungsländern nur für Männer im Rahmen des Zivildienstes möglich oder aber mit erheblichen Kosten verbunden. Der Internationale Christliche Friedens- und Entwicklungsdienst EIRENE appellierte an die Bundesregierung, auf eine hohe Qualität des Dienstes zu achten. Die Zahl von 10 000 Freiwilligen klinge imposant, aber Qualität müsse vor Quantität gehen – sonst könne der Einsatz „auf Kosten der Menschen in den Entwicklungsländern gehen und sogar kontraproduktiv sein“, heißt es in einer EIRENE-Erklärung. Laut BMZ soll der Dienst fachlich und pädagogisch begleitet werden. (ell)