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USA planen Militärzentrale für Afrika
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 02/2007
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[ Terrorbekämpfung ]
USA planen Militärzentrale für Afrika
Die US-Regierung plant die Einrichtung einer militärischen Kommandozentrale für den afrikanischen Kontinent. Laut Medienberichten müssen nur noch Detailfragen geklärt werden, etwa nach dem Standort der neuen Zentrale, nach ihrer Besetzung und nach dem erforderlichen Umbau der anderen Pentagon-Regionalkommandos, die sich bisher um Afrika kümmern. Die Armeezeitung Stars and Stripes schreibt, US-Präsident George W. Bush habe den Plan bereits gebilligt; in anderen Berichten heißt es, Bush werde die Einrichtung von Africa Command bald offiziell verkünden.
Bislang kümmern sich drei der fünf Regionalkommandos gemeinsam um Afrika: European Command ist für Teile von Nord- sowie für West- und Zentral- bis hinunter nach Südafrika zuständig, Central Command für Ägypten, Sudan, das Horn von Afrika sowie Kenia und Pacific Command für die Inselstaaten im Indischen Ozean. US-amerikanische Afrika-Experten innerhalb und außerhalb des Verteidigungsministeriums fordern schon länger, die Verantwortung für Afrika unter einem Dach zusammenzuführen. Das sei für eine kohärente Sicherheitspolitik gegenüber Afrika unerlässlich.
Die strategische Bedeutung Afrikas für die USA hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen zum einen als Rohstofflieferant, zum anderen als Schauplatz im Kampf gegen Terrorismus. Die Sahara ist keine Mauer; Dschihadisten werden sie überqueren und ihre Ideologie verbreiten, sagte Chester Crocker, Professor für Strategische Studien an der Georgetown University. Das beste Gegenmittel sei ein einheitlicher Blick auf ganz Afrika. Die Zeitung Boston Globe zitiert einen Pentagon-Sprecher mit den Worten, Ziel sei, ein weiteres Afghanistan zu verhindern. Die USA wollen außerdem ein Gegengewicht zum schnell wachsenden Einfluss Chinas in Afrika schaffen.
Als Leiter von Africa Command ist General William E. Kip Ward im Gespräch, bisher stellvertretender Europa-Kommandeur. Ward hat Afrika-Erfahrung, er befehligte die US-Truppen 1993 in Somalia und war Militärvertreter in Ägypten. Laut der Zeitschrift Aviation Week sagte Ward in einem Pressegespräch im Januar, militärisches Denken reiche nicht gegenüber Afrika. Erforderlich sei ein ganzheitliches Sicherheitsverständnis. Die US-Regierung erwägt deshalb, Africa Command nicht nur mit Armeeangehörigen, sondern auch mit Zivilisten aus dem Außenministerium zu besetzen.
Als Vorbild für eine gelungene militärische Mission in Afrika, die auch zivile Komponenten hat, dient der US-Regierung die Combined Joint Task Force in Dschibuti. Die 1800 Mann starke Truppe am Horn von Afrika bekämpft die Ausbreitung extremistischer Aktivitäten. Dabei kooperiert sie eng mit den US-Botschaften sowie zivilen Institutionen der betroffenen Länder. Zu den Aufgaben der Task Force gehören außerdem zivile Hilfsprojekte. (ell)
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