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03/2003
 

Straßen gegen den Hunger

Von Bernd Ludermann

Hunger in Afrika ist kein unabwendbares Schicksal. Das ist die zentrale These einer Studie mit dem Titel „Reforming Agricultural Markets in Africa“ des Washingtoner International Food Policy Research Institute (IFPRI), die der neue IFPRI-Direktor Joachim von Braun am 14. Februar in Berlin vorstellte. Kurz zuvor hatte von Braun Äthiopien besucht, das zurzeit wie das südliche Afrika von einer verheerenden Hungersnot betroffen ist.


Drei Maßnahmenbündel müssten umgesetzt werden, so von Braun, um in den regelmäßig von Hungersnöten betroffenen Ländern die Versorgung der Bevölkerung aus eigener Kraft zu verbessern. Erstens müsse die Infrastruktur ausgebaut werden. In vielen Ländern seien die Straßen so schlecht, dass Ernteerträge nicht von einer Region in eine andere transportiert werden könnten. Zweitens müsse mehr Geld in die Produktivität der Landwirtschaft investiert werden. „Auf beiden Gebieten ist in Äthiopien in den letzten 15 Jahren so gut wie nichts passiert“, kritisierte von Braun. Beobachter sind der Ansicht, dass in Äthiopien und anderen Ländern nicht zuletzt die jährliche internationale Nahrungsmittelhilfe den Reformdruck auf Regierungen gemindert und die Selbsthilfekräfte der Bevölkerung geschwächt hat.

Drittens müsse die landwirtschaftliche Produktion diversifiziert werden, denn letztlich habe die Subsistenzproduktion keine Zukunft und müsse um eine dezentrale kleinbäuerliche Verarbeitungswirtschaft ergänzt werden; dadurch würden Arbeitsplätze und Einkommensmöglichkeiten geschaffen. Um eine solche Entwicklung in Gang zu bringen, müssten jedoch die Bodenbesitzverhältnisse geklärt werden. Ein Hemmnis für mehr Eigeninitiative in Äthiopien sei zum Beispiel, dass Land dort in der Regel in Staatsbesitz und kein Privateigentum ist. (uke)



Netressourcen

International Food Policy Research Institute: www.ifpri.org