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Berichterstattung im Dienste der Demokratie
Trainieren für effektive Gesundheitsdienste
Ein Drittel der neuen InWEnt-Projekte sind PPP-Maßnahmen

03/2003 |
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Personalentwicklung im Gesundheitssektor in Tansania
Trainieren für effektive Gesundheitsdienste
Von Claudia Kornahrens
Die Dezentralisierung des Gesundheitswesens in Tansaniaerfordert es, dass die Teams in den lokalen Gesundheitstationen sich weiterqualifizieren. InWEnt lud gemeinsam mit anderen deutschen EZ-Organisationen zu einem Workshop in Arusha ein, bei dem neue Lehrpläne und Module für die Weiterbildung im Gesundheitssektor entwickelt wurden.
Im Norden Tansanias findet sich ein Vorzeigemodell für die Gesundheitsvorsorgeeinrichtungen des gesamten Landes. Im Gesundheitsdistrikt Rombo in der Region Kilimanjaro wurden seit Mitte der 90er Jahre die Mitarbeiter aller 37 Gesundheitseinrichtungen weitergebildet. Sie lernten unter anderem Maßnahmen zur Familienplanung oder Malaria-Kontrolle kennen. Für die Leitung des Distriktgesundheitsteams standen Budgetplanung, Supervision und Personalentwicklung auf dem Stundenplan. Die Anregungen wurden mit großem Engagement in die Praxis umgesetzt.
Mittlerweile hat Rombo Modellcharakter für das ganze Land. Von diesen und ähnlichen Erfahrungen profitierten die Teilnehmer eines Planungsworkshops, den InWEnt zum Auftakt des dreijährigen Projekts "Personalentwicklung im Gesundheitswesen in Tansania" im Januar in Arusha durchführte. Eingeladen waren neben Entscheidungsträgern aus dem Gesundheitsministerium Vertreter der Gesundheitsdistrikte und der übergeordneten Verwaltungsebene, der Regionen, sowie Repräsentanten der Trainingszentren. Ziel des Workshops war es, die Kapazitäten der Trainingszentren im Gesundheitswesen zu stärken und das Managementtraining für das Personal der Gesundheitsdistrikte zu verbessern. Der Workshop bildet einen Teil einer tansanisch-deutschen Kooperation im Schwerpunktsektor Gesundheit, in dem die deutschen EZ-Organisationen InWEnt, GTZ, Deutscher Entwicklungsdienst (ded) und KfW zusammenarbeiten. Übergreifende Komponenten sind die Stärkung der Distriktgesundheitsdienste, Reproduktive Gesundheit, HIV/AIDS-Kontrolle, Gesundheitsfinanzierung, öffentlich-private Partnerschaften im Gesundheitsbereich und Personalentwicklung.
Das Gesundheitswesen ist für die Regierung von Tansania einer der wichtigsten Sektoren im Rahmen ihrer Strategie zur Bekämpfung der Armut. Die 1996 beschlossene Reform des Gesundheitssektors zielt ab auf die Dezentralisierung von Kompetenzen und Ressourcen zugunsten der 117 Distrikte Tansanias. Die eigenständige Verwaltung der Budgets und Verantwortung für die Planung, Durchführung und Evaluierung der Gesundheitsversorgung liegen jetzt bei den durchschnittlich sieben bis zehn Mitgliedern der Council Health Management Teams (CHMT), die allerdings häufig nur unzureichend auf ihre neuen Managementaufgaben vorbereitet sind.
Fortbildungsangebot für unterschiedliche Ansprüche
Hier setzte der Workshop in Arusha an. Bei bisherigen Trainings wurden Defizite festgestellt, vor allem in den Bereichen Management und Kommunikation. Einig waren sich die Teilnehmer nach ausführlicher Erläuterung in drei Punkten:
- Ein Fortbildungsangebot für Distriktgesundheitspersonal muss unterschiedlichen Ansprüchen genügen und sollte daher aus kombinierbaren Modulen bestehen.
- Schon bestehende Trainingsangebote sollen integriert werden.
- Good- beziehungsweise Best-Practice-Erfahrungen sollen in neuen Trainingsmaßnahmen genutzt werden.
Die Teilnehmer entwarfen einen Distriktmanagementkurs, der neben einem Pflichtteil zusätzlich weitere Module zur Spezialisierung enthält. Der Besuch der Zusatzmodule qualifiziert für bestimmte Arbeiten im Distrikt und endet mit einem formalen Abschluss (Advanced Diploma). Um alle Teilnehmer auf den gleichen Stand zu bringen, sollte ein Basismodul (Communication skills, study skills, basic computer skills u. a.) vorgeschaltet sein. Der Hauptteil des Kurses umfasst die Module Distriktgesundheitssysteme, Zusammenarbeit zwischen Distrikt, Gemeinden und anderen Einheiten, Management von Ressourcen, Planung und Implementierung von Distriktgesundheitsdiensten, Qualitätsmanagement und schließlich das Thema Multisectoral Disease Control - HIV/AIDS. Die insgesamt zwölf Fortgeschrittenen-Module sollen vertiefte Kenntnisse etwa in Health System Research, Qualitätsmanagement, Leadership oder auch zum Thema Gender/Equity bieten.
Zu all den genannten Modulen sollen Curricula entwickelt bzw. bestehende Curricula überarbeitet werden. Das Basismodul und der Hauptteil des Kurses mit seinen verschiedenen Einzelmodulen sollen dann in jedem der zonalen Trainingszentren des Landes für das Gesundheitspersonal der Region durchgeführt werden. Die Lehrkräfte dieser Zentren erhalten im Vorfeld ein Training in Methoden moderner Erwachsenenbildung. Die zwölf Fortgeschrittenen-Module dagegen werden für Teilnehmer aus allen Regionen zentral angeboten. Diese Umsetzung des Konzepts soll von einem Steering Committee begleitet werden. InWEnt wird sich dabei besonders in der Curriculumentwicklung und in der Durchführung von Training of Trainers engagieren.
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