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 03/2004
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Biobaumwolle kommt in Mode
Keine andere Nutzpflanze wird so intensiv mit Pestiziden behandelt wie das weiße Gold Baumwolle. Die Folgen: Böden werden verseucht, Schädlinge entwickeln Resistenzen, Menschen erkranken und sterben. Immer mehr Bauern interessieren sich deshalb für den ökologischen Anbau von Baumwolle, auch in Afrika. Sie können damit höhere Gewinne erzielen, da die Erträge in der Regel sehr gut und qualitativ hochwertig sind. Außerdem entfallen die Kosten für teure Gifte und Dünger. Es mangele allerdings an Kontakten zur Biobranche, um die Produkte schnell verkaufen zu können, sagte Simplice Davo Vodouhe, Koordinator der Organisation Beninoise pour la Promotion de lAgriculture Biologique (OBEPAB), auf einer Konferenz im Februar, die das Pestizid-Aktions-Netzwerk (PAN) gemeinsam mit OBEPAB in Hamburg veranstaltete. Nur ein Teil der Biobaumwolle werde auch als solche vermarktet, der Rest werde mit konventionell hergestellter Baumwolle gemischt und verkauft.
Die Kleinbauern sind das schwächste Glied in der Kette von Produzenten, Textilfirmen und Konsumenten, sagte Saro Gerd Ratter, der als Berater für ökologische Landwirtschaft arbeitet. Oxfam-Mitarbeiter David Bright wies darauf hin, dass in keiner Region Bauern und Regierungen stärker auf den Baumwollexport angewiesen sind als in Westafrika. Zwischen 1997 und 2002 ist der Weltmarktpreis für Baumwolle um knapp 40 Prozent gefallen. Als wesentlicher Grund hierfür wurden in Hamburg die Subventionen genannt, die die großen Baumwollproduzenten an die Landwirte zahlen, vor allem die USA. Nach Berechnungen des Internationalen Baumwollkomitees (ICAC) steigerten die Sahel-Staaten ihre Produktion von 2000 bis 2002 um 14 Prozent, während die Exporterlöse im selben Zeitraum um 31 Prozent sanken. Es sei auch für die Produzenten von Biobaumwolle außerordentlich wichtig, dass die Baumwollinitiative von Benin, Burkina Faso, Tschad und Mali in der Welthandelsorganisation eine Mehrheit findet, so Bright. Denn der Preis für Biobaumwolle sei gekoppelt an den Preis für konventionelle Baumwolle.
Auf der Konferenz wurde aber auch festgestellt, dass sich Biobaumwolle langsam aus der Nische in den Massenmarkt bewegt. So verkauft die zweitgrößte Einzelhandelskette der Schweiz, die Coop, bereits mehr als ein Drittel ihrer Textilien unter dem Öko-Label Naturaline. Sicher könnte man mit konventioneller Baumwolle mehr Geld verdienen, aber wir machen auch mit der Biobaumwolle gute Geschäfte, sagte Coop-Einkaufsleiter Emanuel Büchlin. Neben dem Versandhaus Otto haben auch Einzelhandelskonzerne in Frankreich (Monoprix) und Großbritannien (Marks & Spencer) Produkte aus Biobaumwolle ins Sortiment genommen. Nichtregierungsorganisationen sowie Unternehmen der Biobaumwoll-Branche richteten auf der Konferenz ein europäisches Netzwerk ein, um ihr Vorgehen künftig besser abzustimmen. Anke Schwarzer
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