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03/2004
 

[ DAC-Jahresbericht 2003 ]

Internationale Entwicklungshilfe steigt

Zum ersten Mal seit Jahren sind die Entwicklungshilfeleistungen (ODA) der OECD-Länder 2002 wieder deutlich gestiegen – nominal auf 58,3 Milliarden gegenüber 52,3 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Real, also unter Berücksichtigung von Wechselkursschwankungen und Inflation, stiegen die Leistungen um gut sieben Prozent. Das geht aus dem neuen Jahresbericht des OECD-Entwicklungshilfeausschusses (DAC) hervor, den Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und der DAC-Vorsitzende Richard Manning Ende Januar in Berlin vorstellten. Größte Geber waren 2002, in absoluten Zahlen gemessen, die USA mit 13,3 Milliarden Dollar, Japan (9,3 Milliarden Dollar), Frankreich (5,5 Milliarden Dollar) und Deutschland mit 5,3 Milliarden Dollar. In Relation zum Bruttonationaleinkommen (ODA-Quote) lagen Dänemark (0,96 Prozent), Norwegen (0,89 Prozent), Schweden (0,83 Prozent) und die Niederlande (0,81 Prozent) vorn. (Eine Schätzung der ODA-Zahlen für 2003 legt der DAC voraussichtlich im April vor.)

Laut DAC stieg die ODA der Bundesrepublik 2002 nominal um gut 330 Millionen Dollar, sank jedoch real um 0,2 Prozent. Das nominale Wachstum der Entwicklungshilfe Deutschlands sowie anderer Euro-Länder geht zu einem guten Teil auf den sinkenden Dollarkurs zurück. Dennoch handelt es sich nicht lediglich um ein Scheinwachstum: Mit dem gestärkten Euro können nämlich auch real mehr Entwicklungshilfeleistungen finanziert werden, weil diese international in Dollar bezahlt werden. Wieczorek-Zeul bekräftigte die Zusage der rot-grünen Bundesregierung, die deutsche ODA-Quote von derzeit 0,27 Prozent bis 2006 auf 0,33 Prozent zu steigern.

Der Bericht kritisiert, dass der Anteil der Nothilfe an der ODA kontinuierlich wächst und gleichzeitig langfristig orientierte Strukturhilfe zurückgedrängt wird. Der DAC appelliert an die Geberländer, in der Entwicklungszusammenarbeit stärker zu kooperieren und Verfahren zu harmonisieren. „Je enger wir uns international abstimmen, um so effizienter können die Mittel eingesetzt werden”, sagte Ministerin Wieczorek-Zeul. Johannes Wendt