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Chinas WTO-Beitritt: Welche Folgen?


04/2003
 

Chinas WTO-Beitritt: Welche Folgen?

Ende 2001 trat China der Welthandelsorganisation (WTO) bei. Zwei Diskussionspapiere der UN-Handelskonferenz (UNCTAD) fragen, welche Folgen das für die Volksrepublik und den internationalen Handel haben könnte.


Yuefen Li hält die Sorge für übetrieben, die Weltmärkte könnten in den nächsten Jahren mit chinesischen Billigprodukten überschwemmt und Wettbewerber gnadenlos verdrängt werden. Sollte China als Folge des WTO-Beitritts seine Exporte tatsächlich signifikant steigern, dann käme das auch anderen Ländern zugute. Denn die chinesischen Exporte haben einen sehr hohen Importanteil, da China auf die Endfertigung und die Ausfuhr vorgefertigter Güter spezialisiert ist. Mit dem Export aus China würde also gleichzeitig auch der Import von Vorprodukten wachsen. Abgesehen davon, so Li, sei ein rapider Anstieg der chinesischen Exporte nicht zu erwarten, weil bei den Verhandlungen über den WTO-Beitritt für Bereiche wie Textilien und Bekleidung, wo die Volksrepublik schon jetzt stark ist auf dem Weltmarkt, lange Übergangsfristen für die Liberalisierung vereinbart wurden.

China darf also trotz WTO-Mitgliedschaft in den nächsten Jahren gar nicht so viel exportieren, wie es vielleicht könnte. Aus diesem Grund, so A.S. Bhalla und S. Qiu, dürften in der chinesischen Verarbeitungsindustrie kaum neue Arbeitsplätze entstehen. Vor allem kurz- und mittelfristig könnte der WTO-Beitritt daher zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen führen, weil die unrentabel arbeitenden Staatsbetriebe wahrscheinlich mehr Arbeitsplätze streichen müssen als vom Privatsektor neu geschaffen werden. Andererseits, so Bhalla und Qiu, könne der Beitritt zu einem Boom im chinesischen Dienstleistungssektor und zu einem Anstieg von arbeitsintensiven Auslandsinvestitionen führen. Es kann so, es kann aber auch ganz anders kommen – das ist letztlich das etwas dürftige Ergebnis der beiden UNCTAD-Studien. (ell)