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04/2003 |
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Wiederaufbau Afghanistans
Berufliche Qualifizierung nach 24 Kriegsjahren
Von Reimut Düring
InWEnt nutzt seine Erfahrungen aus den Transformationsländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas für den wirtschaftlichen Wiederaufbau in Afghanistan. Ziel sind der Aufbau wirtschaftsnaher staatlicher Institutionen und marktwirtschaftlicher Strukturen. Die ersten Weiterbildungsmaßnahmen wurden erfolgreich abgeschlossen.
Deutschland leistet mit 320 Millionen Euro den größten bilateralen Beitrag innerhalb der Europäischen Union (EU) zum Wiederaufbau Afghanistans. Das Auswärtige Amt fördert unter anderem Aus- und Weiterbildungs-Projekte zur Unterstützung beim Aufbau von Wirtschaftsstrukturen. InWEnt kann auf seine Erfahrungen mit Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen in den Transformationsländern Mittel-, Ost - und Südosteuropas zurückgreifen. Diese Kenntnisse lassen sich auf Afghanistan übertragen, wenn es um den Aufbau wirtschaftsnaher staatlicher Institutionen und die Einführung marktwirtschaftlicher Strukturen geht. InWEnt berät fünf lokale Partner beim Aufbau von Trainingsstrukturen und unterstützt die Durchführung des Trainings. Die Partner vor Ort sind die Ministerien für Finanzen, für Wiederaufbau, für Arbeit und Soziales, für Handel, für Leichtindustrie und Nahrungsmittel sowie verschiedene Geschäftsbanken in Kabul und Herat.
Bei einem Planungsworkshop im Juni 2002 mit Vertretern der fünf Ministerien in Kabul wurden Programme für Multiplikatoren und kurze Seminare für Führungskräfte vereinbart. Seit August 2002 wurden 27 Maßnahmen mit über 800 Teilnehmern durchgeführt, die sich vorwiegend mit Wirtschaftsverwaltung und Unternehmensanalysen befassten und an der Arbeit der Teilnehmer orientiert waren. Sie wurden mit deutschen Beratern und der Hilfe von Dolmetschern durchgeführt. Im März 2003 trafen sich InWEnt-Vertreter in Kabul mit den fünf afghanischen Partnerorganisationen, um die erste Phase der Zusammenarbeit zu evaluieren und das weitere Vorgehen zu planen. In diesem knappen ersten Jahr des Programms hat sich mit allen Partnern eine gute Zusammenarbeit etabliert, trotz der schwierigen Rahmenbedingungen vor Ort. Alle Teilnehmer waren hochmotiviert und wollen sich nach 24 Jahren Bürgerkrieg neues Wissen aneignen, um sich beruflich zu qualifizieren. Ein Handicap bilden zur Zeit noch die mangelnden Sprachkenntnisse, weshalb mit Dolmetschern gearbeitet wird. Die Trainingsunterlagen müssen in Dari übersetzt werden.
Die Schwerpunkte der Zusammenarbeit 2003 liegen in einem Multiplikatorenprogramm für die öffentliche Verwaltung zur Unterstützung beim Aufbau eines Trainingszentrums, damit zukünftig eigene afghanische Trainingsmaßnahmen von afghanischen Dozenten durchgeführt werden können. Mit dem afghanischen Finanzministerium werden Trainingskurse zu Fragen der Finanzverwaltung durchgeführt. Die Mitarbeiter des Ministeriums für Wiederaufbau werden in Fragen des ministeriellen Projektmanagements weitergebildet. Mit den Ministerien für Handel sowie für Leichtindustrie und Nahrungsmittel werden Programme in Betriebswirtschaft und Fragen des Managements von Unternehmen durchgeführt.
Zahlreiche Gespräche mit vor Ort tätigen ausländischen Beratern machen deutlich, dass es viele gute Ansätze für den Wiederaufbau Afghanistan gibt, es aber in den afghanischen Institutionen an qualifizierten Personen mangelt, die die Umsetzung mitgestalten können. Hier wird InWEnt einen Beitrag leisten können.
Reimut Düring ist Leiter der InWEnt-Abteilung 6.07 Mandatur Mittel und Osteuropa im Bereich Industrie- und Transformationsländer.
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