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04/2003
 

Berufliche Bildung im Ausland

Mit „Leornado da Vinci“ den Horizont erweitern

Von Sibilla Drews

Im Rahmen des Programms „Leornado da Vinci II“ unterstützt die Europäische Union (EU) Auslandsaufenthalte während der Erstausbildung, in der beruflichen Weiterbildung sowie von Ausbildern und Mitarbeitern von Berufsbildungseinrichtungen. Das Programm soll den Einstieg ins Berufsleben erleichtern und die Ausbildungsqualität verbessern. Das Programm, das sich aus drei je zweijährigen Projektlaufzeiten zusammensetzt, befindet sich bereits in seiner zweiten Phase, die von 2000 bis 2006 läuft. Für diesen Zeitraum steht ein Budget von 1,15 Milliarden Euro bereit. InWEnt ist eine von drei Institutionen, die mit der Durchführung in Deutschland betraut sind.


Das Programm richtet sich an:

  • Auszubildende, die einen Teil der Ausbildung oder ein Praktikum im Ausland absolvieren;
  • Studierende, die einen praktischen Teil ihrer Ausbildung in einem Unternehmen im Ausland verbringen;
  • Arbeitnehmer, die für eine Weiterbildungsmaßnahme oder ein Praktikum ins Ausland gehen;
  • Ausbilder, die Netzwerke in den EU-Mitgliedstaaten und assoziierten Staaten knüpfen wollen.
Die Auswertung der ersten zweijährigen Projektlaufzeit (2000-2002) des Programms zeigt, dass sowohl Teilnehmer als auch Betriebe und Bildungseinrichtungen den Stellenwert eines ausbildungs- oder berufsbezogenen Auslandsaufenthalts erkannt haben. Insgesamt absolvierten 6438 Personen im Projektzeitraum zwischen Juni 2000 und Ende Mai 2002 einen Auslandsaufenthalt in der beruflichen Bildung.

Die Auslandsaufenthalte dauern von einer Woche bis zu zwölf Monaten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die Verwaltung des Programms in die Hände des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) gelegt, das wiederum drei Institutionen mit der Durchführung beauftragt hat, darunter InWEnt. InWEnt ist zuständig für die Betreuung von Mobilitätsprojekten von Auszubildenden, Arbeitnehmern sowie Ausbildern und Berufsbildungsexperten.

Langfristige Auslandsmaßnahmen tragen durch ihre nachhaltige Wirkung zu einer qualitativen Verbesserung der nationalen und internationalen Berufsausbildung bei. Leider stellt im dualen System der erforderliche hohe Abstimmungsbedarf zwischen beiden Lernorten Betrieb und Schule häufig noch ein Hindernis für Auslandsaufenthalte dar. Angesichts der Tatsache, dass ein Auslandsaufenthalt bislang nicht als integraler Bestandteil der beruflichen Bildung gilt, ist es um so wichtiger, dass Arbeitnehmer auch nach Abschluss einer Berufsausbildung die Möglichkeit einer qualifizierenden Weiterbildung im Ausland erhalten. Hier wurden im Rahmen des Leonardo-Programms insbesondere Maßnahmen gefördert, die betriebliche Auslandspraktika in eine langfristige Weiterbildungsstrategie einbinden. Maßnahmen, die der Beendigung von Arbeitslosigkeit dienten, wurden besonders berücksichtigt.