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Deutsche Nachwuchsmanager lernen in Asien


04/2003
 

Heinz Nixdorf-Programm von InWEnt

Deutsche Nachwuchsmanager lernen in Asien

Von Elvira Busch

Personalaustausch zwischen den industrialisierten Ländern hat eine lange Tradition. Mit der Globalisierung der Märkte und der weltweiten Verfügbarkeit von Information ist die Erkenntnis gewachsen, dass alle Länder Entwicklungs-Länder sind – mit unterschiedlichem Bedarf. Daher muss internationale Weiterbildung in der vernetzten Gesellschaft dem Abbau von Defizite dienen, die der Globalisierung entgegenstehen. Einen solchen Beitrag leistet das Heinz Nixdorf-Programm von InWEnt.


Seit zehn Jahren bereits fördert das Heinz Nixdorf-Programm die Entsendung von deutschen Nachwuchsmanagern nach Asien. Junge deutsche Nachwuchskräfte mit technischer und betriebswirtschaftlicher Ausbildung nutzen die Chance, ein Praktikum zu absolvieren und Berufserfahrung in Asien zu sammeln. International ausgerichtete Unternehmen in China, Indien, Indonesien, Japan, Malaysia, Südkorea, Taiwan und Vietnam und Niederlassungen europäischer Unternehmen dort nehmen den deutschen Nachwuchs für sechs Monate auf. Die Nachwuchs-Manager lernen zum Beispiel den Aufbau eines Joint-Ventures, die Markteinführung neuer Produkte oder die Entwicklung von Software-Programmen kennen. Lernziel ist nicht nur das fachliche, sondern vor allem das interkulturelle Knowhow.

Den ersten Schritt der Vorbereitung auf den Asienaufenthalt absolvierten im Februar wieder alle 48 Stipendiatinnen und Stipendiaten dieses Jahrganges im Rahmen eines zweitägigen Vorbereitungsseminars zur „Interkulturellen Sensibilisierung“ im Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn. Es wurde über Erfahrungen früherer Teilnehmer mit der Begegnung einer fremden Kultur diskutiert, die eigene Kultur eingeordnet sowie Werte der Gastländer erarbeitet und Strategien zum Umgang mit kulturbedingten Missverständnissen entwickelt. Einen wichtigen Schritt der Sensibilisierung stellte das Treffen mit „alten“ Heinz Nixdorf-Stipendiaten dar, die im letzten Jahr aus Asien zurückgekehrt waren. Informationen aus erster Hand ergänzten so die Inhalte des Workshops.

Während eines anschließenden Evaluierungsseminars rekapitulierten die Rückkehrer noch einmal ihre Erlebnisse des zurückliegenden Jahres und stellten übereinstimmend fest, dass Asien sie verändert hatte. Natürlich hatten sie fachlich hinzugelernt. Wesentlicher war jedoch für alle in der Rückschau die Entwicklung ihrer Persönlichkeit, die alle auf die neuen interkulturellen Erfahrungen zurückführten. Diese Schlüsselqualifikationen sowie ihre neu erworbenen Kenntnisse asiatischer Sprachen werden die Nachwuchskräfte einsetzen, um an der Schnittstelle zwischen Deutschland und Asien tätig zu sein.