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Umweltschutz in Thailand
Globale Bildung für nachhaltige Entwicklung
DEG als größter Finanzier

04/2003 |
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Zwei erfolgreiche Kleinprojekte
Umweltschutz in Thailand
Von Edda Krüger
Ökologische Abwasserbehandlung und Klimatisierung von Hotelbungalows mit Sonnenenergie zwei erfolgreiche Projekte deutscher Umwelttechnik, die ein deutsches Unternehmen in Thailand realisierte und die durch die DEG unterstützt wurden.
Deutsche Umwelttechnik im Ausland, das war bislang ein Privileg großer Unternehmen. Die Einführung deutscher Technik ist in der Regel mit Anpassungen verbunden, deren Kosten sich kleine Unternehmen kaum leisten können, zumal mit dem Vorhaben auch immer ein Risiko verbunden ist. Dennoch ist gerade die Aktivität kleiner und mittelständischer Unternehmen im Ausland erwünscht.
Mit Hilfe von Public-Private Partnership (PPP) werden nun vorbereitende Maßnahmen für Investitionsvorhaben ermöglicht, die sonst nicht realisiert würden. Die DEG (Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH) stellt als Finanzierungs- und Beratungsunternehmen Kompetenz und finanzielle Mittel zur Verfügung, die zum Wachstum in Entwicklungs- und Reformländern beitragen sollen. Aber nicht nur die Privatwirtschaft in fernen Ländern, sondern auch deutsche Unternehmen profitieren von diesem Instrument.
Kontakt mit der DEG
Unser Kontakt zur DEG kam über ein deutsches Unternehmen zustande, das schon ein PPP-Projekt realisiert hatte. Von Anfang an verlief die Abwicklung sehr unkompliziert. Uns ist aufgefallen, dass das Interesse an der Sache im Vordergrund stand. Nach der ersten persönlichen Kontaktaufnahme reichten wir eine Skizze unseres Vorhabens ein, die in kürzester Zeit geprüft und bearbeitet wurde. Es gab zwar viele Fragen, aber fast alles konnte im Gespräch oder per E-mail geklärt werden. Die DEG hält zu bestimmten Bereichen Fachabteilungen bereit, so dass man schnell mit Experten zu tun hat, die in der Lage sind, die Projektidee nachzuvollziehen. Nachdem unser Vorhaben grundsätzliche Zustimmung fand, waren ausführlichere Ausarbeitungen notwendig. Das Vorhaben musste ausführlich beschrieben und eine genaue Kalkulation der erwarteten Kosten eingereicht werden. Als kleines Unternehmen, das über wenig Kapazitäten für diese Art von Arbeiten verfügt, hat uns das zuerst abgeschreckt, aber die Unterstützung seitens der DEG war sehr konstruktiv und hilfreich. Auch hier hatten wir längere Bearbeitungszeiten erwartet. Nach wenigen Tagen kamen die letzten Fragen und dann die positive Entscheidung: die DEG ist bereit, unser Vorhaben mit einer Finanzierung zu begleiten.
Worum ging es? Der Tourismus ist eine der wichtigsten Industrien Thailands. Aber viele Touristen leiden unter den unschönen Gerüchen, die über jeder Stadt in diesem schönen Land liegen, und die vor allem von unbehandelten Abwässern herrühren. Die thailändische Regierung hat das Problem seit langem erkannt und entsprechende Gesetze verabschiedet, die eine weitere Zerstörung der Umwelt verhindern und Schäden reparieren sollen. Man zeigte großes Interesse an Lösungsansätzen speziell aus Deutschland. So fand im Februar 2000 in Bangkok eine Konferenz zum Thema Abfall und Abwasser statt. Entscheidungsträger aus der Politik und Mitarbeiter aus betroffenen Behörden trafen sich mit deutschen Vertretern aus der Wissenschaft und aus Unternehmen der Abfall- und Abwasserbranche. Nicht hochtechnische Lösungen waren gefragt, sondern Konzepte, die sich an die klimatischen, sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen in Thailand anpassen lassen. Hier wurde der Grundstein für ein vielversprechendes PPP-Projekt zwischen einem thailändischen Hotelier, dem deutschen Unternehmen J. Krüger Pflanzenkläranlagen GmbH und der DEG gelegt, das im Februar 2002 erfolgreich abgeschlossen werden konnte.
Kaum Abwasserklärung in Thailand
Der Umgang mit dem Abwasser in dem Vier-Sterne-Hotel auf einer Insel in Südthailand war exemplarisch für die Entsorgung in Hotels und Kommunen in Thailand. Überall roch man Abwasser, und die Verschmutzung des Strandes schritt sichtbar fort. Man hatte sich daran gewöhnt, wollte aber wegen der Standards der Gäste und zum Schutze der Natur eine Lösung finden. Die Hotelanlage besteht aus mehr als 100 Bungalows, zwei großen Restaurants, der Wäscherei und den Unterkünften der Hotelangestellten. Dies ergab einen Abwasseranfall von mehr als 100 m3 pro Tag. Ziel war es, die gesamte Menge Abwasser vor Ort zu reinigen und das gereinigte Wasser zur Toilettenspülung und zur Bewässerung der Gartenanlage wieder zu verwenden. Die Herausforderung bestand unter anderem darin, auf dem eng bebauten Gelände ausreichend Platz für die Pflanzenbeete zu finden. So besteht heute der Garten aus für den Hotelgast nicht wahrnehmbaren Abwasseranlagen, die sich in das Gelände integriert in unmittelbarer Nähe der Bungalows befinden.
Die Pflanzenkläranlagen, die unser Unternehmen herstellt wegen des unterirdischen Abwassereintrags subterra genannt sind in Deutschland vielfach erprobt und seit langem im Einsatz. Wir hatten Grund anzunehmen, dass die Technik auch unter tropischen Bedingungen funktioniert, und sahen nach eigenen Erfahrungen und entsprechender Rückmeldung aus Thailand Möglichkeiten auch für größere Investitionen. Nur reicht es nicht aus, deutsche Technik einfach zu exportieren. Als Vorbereitung auf ein größeres Engagement galt es neben der notwendigen Anpassung an die klimatischen Besonderheiten inländische Ressourcen zu nutzen, lokale Produkte einzubinden und was sich als besonders wichtig erwiesen hat das Betreiberpersonal intensiv zu schulen. Und das alles mit ungewissem Ausgang. Genau an diesem Punkt müssen kleine Unternehmen ohne die DEG oft aufgeben.
Seit der Inbetriebnahme einer ersten Testanlage auf dem Hotelgelände sind inzwischen zwei Jahre vergangen. Seit einem Jahr wird das gesamte Abwasser des Hotel in den subterra- Pflanzenkläranlagen gereinigt. Die Anlage dient als Demonstrationsobjekt, das von thailändischen Institutionen und Interessenten aus der Hotelbranche regelmäßig besucht wird. Glasklares Wasser im Ablauf der Kläranlage begeistert jeden Skeptiker.
Deutsche Technik hilft bei Problemen
Mit seiner neuen Umweltgesetzgebung ist Thailand auf dem Weg, Versäumnisse der Vergangenheit wieder gut zu machen. Man orientiert sich heute stark an Europa. Auch die Industrie wird neuerdings aufgefordert, für eine angemessene Reinigung ihrer je besonderen Abwässer zu sorgen. Auch hier kann die DEG unter anderem mit PPP-Maßnahmen helfen und dient so ganz konkret dem Umweltschutz und einem wachsenden Umweltbewusstsein in Thailand.
Wer sich einmal mit dem Thema Umwelt befasst, dem fällt leicht das nächste Problem ins Auge. Bei unserer Arbeit auf der Insel Phi Phi im Süden von Phuket werden, um die vielen Klimaanlagen des Hotelbungalows mit Strom zu versorgen, Dieselgeneratoren betrieben. Neben jedem Hotel lärmt so eine mächtige Maschine, denn der Tourist hat es gern kühl. Aber Raumklimatisierung über Sonnenenergie und intelligentes Energiemanagement sollten in der Lage sein, Erdöl zu sparen und damit eine tragfähige Entwicklung dort zu fördern, wo Nachhaltigkeit noch ein Fremdwort ist im Tourismus.
So arbeiten wir zur Zeit an einem sogenannten Zero-Emission Bungalow: keine Klimaanlage, sondern Kühlung mit Hilfe der Sonne, keine Stromverschwendung durch normale Haushaltsgeräte, sondern angepasste Haustechnik, kein Standardbungalow mit unzureichender Dämmung, sondern standortangepasste Solararchitektur, Pflanzenkläranlage zur Abwasserbehandlung und Wiederverwendung des Wassers. Ziel ist es, ein ganzes Hotel so auszustatten. Das ist keine Zukunftsmusik, sondern nachhaltiger Tourismus.
Thailand will und kann weder auf seine vielen Millionen Gäste noch auf seine wunderschöne Natur verzichten. Das Ziel ist klar und die Gesetze sind vorhanden. Zur Umsetzung braucht man Experten, einstweilen auch aus dem Ausland. Wir haben dazu beitragen können.
Edda Krüger ist Mitinhaberin der Firma J. Krüger Pflanzenkläranlagen GmbH in Schloss Duckwitz bei Rostock. edda.krueger@subterra.de
Netressourcen
www.subterra.de
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