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Beiträge aus der Rubrik Bücher und Medien
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Wohlfahrt im Islam:
Einsichten und Ansätz
US-Außenpolitik:
An den Problemen vorbei
Konsum gefährdet unseren Planeten
 04/2004
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US-Außenpolitik: An den Problemen vorbei
Die Terroranschläge vom 11. September 2001 haben die Welt verändert. Aber ist damit auch eine neue Weltordnung entstanden? Harald Müller antwortet mit einem klaren Nein. Nach Meinung des Frankfurter Friedens- und Konfliktforschers sind im Gefolge des Attentats aber die USA dazu übergegangen, ihre Vision einer unilateralen, von ihnen dominierten Welt kon-sequent umzusetzen. Anders als das Weiße Haus unter Präsident Bill Clinton wolle die Bush-Administration alleine die Regeln der internationalen Politik festlegen ohne allerdings selbst an diese gebunden zu sein.
Das aufzuzeigen, spannt Müller den Bogen von der Welt vor dem 11. September über die Ur-sachen des internationalen Terrorismus bis hin zu neuen Formen staatlicher Kooperationen in einer unsicherer werdenden Welt. Im Zentrum seines gut lesbaren, mit Fakten gefütterten Buches steht dabei die Reaktion der Vereinigten Staaten auf die neue Bedrohung und die darauf sich ergebenden Folgen für die atlantischen Beziehungen. Aber auch die anderen relevanten Akteure der internationalen Politik unterzieht Müller einer genauen Betrachtung als interessierte Kollaborateure, ängstliche Vasallen, resignierte Rivalen oder Schurkenstaaten.
Müller lässt keinen Zweifel daran, dass die Politik der Bush-Administration in die Sackgasse führt. Er befürchtet eine Entdemokratisierung der Sicherheitspolitik und eine Entrechtlichung des internationalen Systems. Der neue Unilateralismus der USA blende die tieferen Ursachen gesellschaftlicher Gewalt wie soziales Elend und fehlende Zukunftsperspektiven aus. Die US-Außenpolitik bleibe weit hinter dem zurück, was eine vernetzte Welt mit ihren verwobenen Problemen an Global Governance-Strukturen benötige. Wie es zu der neuen Konzeption kam und wo ihre gesellschaftlichen Wurzeln liegen, das blendet Müller in seiner Darstellung der US-Außenpolitik nach dem 11. September leider aus.
Die Alternative zur US-amerikanischen Konzeption sieht Müller in der konsequenten Weiterentwicklung europäischer Politikvorstellungen. Ihrer Vorstellung einer zukunftsfähigen internationalen Ordnung rücke die Rolle der Zivilgesellschaften in den Mittelpunkt. Die Chance, eine solche unter den gegebenen Machtverhältnissen in Washington zu realisieren, sei allerdings gering.
Norbert Glaser
Harald Müller:
Amerika schlägt zurück.
Die Weltordnung nach dem 11. September.
Frankfurt, Fischer 2003, 288 S.,
12,90 Euro, ISBN 3-596-15774-9
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