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HIV/AIDS – kein reines
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Angepasste und langfristige
Programme erforderlich



04/2004
 

[ Friedenspädagogik ]

Angepasste und langfristige
Programme erforderlich


Kriege, bewaffnete Konflikte, Gewalt – in vielen Ländern gehören sie zum Alltag wie Diskriminierung und Verfolgung. Welche Aussicht auf Erfolg hat in diesem Kontext die Friedenspädagogik? Sechzig Expertinnen und Experten aus 17 Ländern diskutierten die Frage jetzt auf Einladung des InWEnt-Bereiches Soziale Entwicklung und des Instituts für Friedenspädagogik Tübingen im InWEnt-Bildungszentrum Feldafing. Sie repräsentierten Universitäten und Forschungseinrichtungen, internationale Organisationen wie UNHCR, UNICEF und UNESCO sowie staatliche, nichtstaatliche und kirchliche Träger von friedenspädagogischen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit.

Die theoretischen Beiträge und die Berichte aus den Projekten auf der Konferenz „Promote peace education around the world“ zeigten vor allem die Erfolge friedenspädagogischer Maßnahmen bei der Prävention und der Nachsorge von Konflikten auf. Friedenspädagogik kann aber auch in der Phase gewaltsamer Auseinandersetzungen eine stabilisierende Wirkung haben. Hierauf verweisen empirische Untersuchungen des Zentrums für Friedenspädagogik der Universität Haifa in Israel. Sie erprobt friedenspädagogische Begegnungsprogramme als Ausgangspunkt für künftige gemeinsame Entwicklungen von Israelis und Palästinensern.

Wo friedenspädagogische Projekte erfolgreich durchgeführt wurden, waren sie vielfältig, dem jeweiligen Land und den Konfliktformen angepasst und langfristig angelegt. Dazu gehören die Förderung gemeinschaftlicher Konfliktlösungskompetenzen durch Theaterarbeit (südliches Afrika), das „Story-Telling“ als eine Methode der Bewältigung der kollektiven Vergangenheit (Chile) oder die pädagogische Sensibilisierung zu Kleinwaffen und die Gefahren von Minen (Kambodscha).

Die Grenzen friedenspädagogischer Ansätze liegen dort, wo sie auf Unverständnis oder den Widerstand von Konfliktparteien treffen. Jeweils situationsbedingt zu lösen ist auch die Frage, ob sie Unterschiede oder Gemeinsamkeiten von Konfliktparteien herausstellen sollen.
Eine Teilnehmerin aus Chile stellte ein Projekt für die Grundschullehrer des südamerikanischen Landes zum Thema „Die Kultur des Schweigens brechen” vor. Sie hatte in der Vergangenheit selbst an einem Kurs teilgenommen, den InWEnt seit 1997 im Auftrag des chilenischen Erziehungsministeriums durchführt. Der Kurs weist Grundschullehrerinnen und Lehrer in die „Techniken der Aktivpädagogik mit dem Schwerpunkt Konfliktmediation” ein. Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) stellte ein Projekt zur Verbesserung der Qualität der Grundschullehrerbildung in Sri Lanka vor. Durch die Entwicklung von Friedenserziehungskonzepten und deren Integration in das Curriculum will sie in Kooperation mit dem Ministerium für Personalentwicklung, Bildung und kulturelle Angelegenheiten einen Beitrag zur Sicherung eines dauerhaften Friedens in Sri Lanka leisten.

In Arbeitsgruppen befassten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit zentralen Konzepten der Friedenspädagogik: Sport und Gewaltprävention, Umgang mit Vergangenheit, Toleranzerziehung oder Konfliktmediation in der Schule. Ein auf der Konferenz entwickeltes Papier zu den Grundprinzipien der Friedenspädagogik soll Grundlage für die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses von Friedenspädagogik im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit werden. Das Papier sowie weitere Informationen zur Konferenz sind unter www.peace-education.net abrufbar.






Nicola Pape
ist als InWEnt-Projektleiterin in der Abteilung Bildung zuständig für Unterrichtsqualität und Friedenspädagogik. nicola.pape@inwent.org

Uli Jäger
ist Geschäftsführer des Instituts für Friedenspädagogik
in Tübingen. u.jaeger@global-lernen.de