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Beiträge aus der Rubrik Bücher und Medien
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Peripherie und globalisierter Kapitalismus
 04/2005
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Partnerschaft: Gegen den Strom
Jennifer M. Brinkerhoff:
Partnership for International Development Rhetoric or Results?
Boulder, Lynne Rienner Publishers 2002, 205 Seiten, 36,95 Euro, ISBN 1-58826-069-0
Ähnlich wie eine Ehe ist eine entwicklungspolitische Partnerschaft sowohl ein institutionelles Ideal als ein soziales Arrangement. Jennifer Brinkerhoff stellt in ihrem Buch die zentralen Dimensionen dieses Schlüsselkonzepts dar und versucht, bestehende Zweideutigkeiten zu klären. Die Anfangskapitel präsentieren einen konzeptionellen Rahmen, mittels dessen sowohl Wissenschaftler als auch Entwicklungspraktiker Partnerschaft gestalten können. Verstanden als Basis von kooperativen Formen der Entwicklungszusammenarbeit sind Partnerschaften gleichermaßen entscheidend, um die Fähigkeit von Menschen zu entwickeln, ihre Ressourcen effektiv und nachhaltig zum Erreichen ihrer Ziele einzusetzen. Brinkerhoff erklärt ausführlich das pragmatische Warum von Partnerschaft; vor allem aber konzentriert sie sich darauf, ein klareres Verständnis des ,Wie von Partnerschaft herauszuarbeiten.
Ungleiche Machtverhältnisse haben stets Auswirkungen auf Partnerschaftsbeziehungen. Doch am wichtigsten für den Erfolg einer Partnerschaft ist der Grad gemeinsamer Interessen sowie die Bereitschaft, die eigenen organisatorischen Kapazitäten einzusetzen, um gemeinsame Ziele zu verwirklichen. Brinkerhoff führt Beispiele solcher Zusammenarbeit auf. Die ausgewählten Fälle sollen illustrieren, wie sich ihr Partnerschaftskonzept praktisch umsetzen lässt. Dabei will Brinkerhoff nicht die Gültigkeit des Konzeptes beweisen, sondern das Bewusstsein und das Verständnis dafür schärfen, unter welchen Umständen der eine Ansatz fruchtbarer ist als der andere. Für Brinkerhoff ist Partnerschaft eine angemessene Antwort auf internationale Herausforderungen und ein rationaler Ansatz dafür, Probleme anzugehen, die über die Reichweite der einzelnen Akteure hinausgehen.
Wie praktisch Partnerschaften strukturiert und organisiert werden, ist nie eine wertneutrale Entscheidung. Doch scheinen jene Formen am besten geeignet, gemeinsame normative und pragmatische Ziele zu erreichen, die auf einer lernfähigen Organisation basieren. Brinkerhoff löst aus der großen Zahl rhetorischer und realer Argumente, die für eine partnerschaftliche Entwicklungszusammenarbeit sprechen, jene heraus, die wesentlich und bestimmend sind. Die Partner müssten ihre verschiedenen organisatorischen Identitäten behalten und wechselweise akzeptieren und respektieren unabhängig von einem möglicherweise bestehenden Machtgefälle in der Beziehung.
Die globalen Trends in der Entwicklungszusammenarbeit erfordern und fördern Ansätze von Partnerschaft, argumentiert die Autorin. Sie hält es für denkbar, dass Partnerschaft durch Netzwerk ersetzt oder um diesen Begriff ergänzt werden könnte. In den vergangenen Jahren hat zumindest von der Geberseite her Partnerschaft als Leitprinzip an Bedeutung verloren. Partnerschaft wurde mehr rhetorisch als praktisch betrieben. Brinkerhoffs Buch leistet einen Beitrag, den rückläufigen Stellenwert von Partnerschaft umzukehren und ihre zentrale Rolle für effektive Hilfe geltend zu machen. Das Buch verdient große Beachtung von Seiten der Praktiker der Entwicklungszusammenarbeit. Die EZ-Szene ist in den vergangenen Jahren vielleicht ein bisschen zu selbstzufrieden mit der Art und Weise geworden, wie Hilfe angesehen und gegeben wird.
Glenn Brigaldino
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