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04/2005
 

UN: Geber verzögern Sudan-Hilfe

Der UN-Koordinator für Humanitäre Hilfe, Jan Egeland, wirft den Geberländern vor, ihre Hilfszusagen für den Süden Sudans nicht einzuhalten. Von den 500 Millionen Dollar, die die Geber auf einer Konferenz im Oktober 2004 für den Fall eines Friedensabkommens versprochen hätten, seien erst fünf Prozent in der Region angekommen. Anfang Januar hatten die sudanesische Regierung und die Rebellenorganisation SPLM ein Abkommen zur Beendigung des 21-jährigen Bürgerkriegs unterzeichnet. „Wir haben jetzt drei, vier Monate Zeit, das Friedensabkommen zu festigen“, sagte Egeland laut BBC. „Die Welt muss darauf reagieren. Es ist unglaublich, dass sie warten.“ Egeland sagte, bislang hätten nur Großbritannien, die Niederlande, Norwegen und die USA ihre Zusagen erfüllt. Für die Bundesregierung erklärte die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Kerstin Müller, Deutschland werde sein hohes humanitäres Engagement in Sudan auch in 2005 beibehalten. „Dabei machen wir jedoch – anders als manche andere Länder – grundsätzlich nicht zu Jahresanfang finanzielle Zusagen in Reaktion auf einen Hilfsappell der Vereinten Nationen, sondern fördern konkrete Hilfsprojekte entsprechend dem humanitären Bedarf.“ Aus dem Entwicklungsministerium heißt es, für 2005 „konnten wegen der bisher noch geltenden vorläufigen Haushaltsführung noch keine konkreten Zusagen gemacht werden“. Bereits zugesagte Mittel für ein Ernährungssicherungsprojekt im Süden seien jedoch vollständig überwiesen oder würden im Laufe dieses Jahres nach Projektfortschritt ausbezahlt. Im April findet in Oslo eine Geberkonferenz für Sudan statt. (ell)