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Welternährungsprogramm
versichert sich gegen Dürre



04/2006
 

Welternährungsprogramm versichert sich
gegen Dürre

Das Welternährungsprogramm (WFP) hat sich beim französischen Versicherungsunternehmen AXA Re gegen die Folgen einer großen Dürre in Äthiopien versichert. Wenn die von 26 Wetterstationen gemessenen Niederschläge in ganz Äthiopien bis Oktober dieses Jahres unter einem bestimmten Niveau bleiben, dann erhält das Welternährungsprogramm 7,1 Millionen Dollar von AXA. Der angenommene Schadensfall entspricht etwa der großen Dürre von 1984, der tausende Äthiopier zum Opfer fielen. Das Geld wäre sofort verfügbar, um betroffene Bauern zu unterstützen. Die Versicherungsprämie, die das WFP an AXA zu entrichten hatte, beläuft sich laut New York Times auf 930 000 Dollar.

Richard Wilcox, der Leiter der WFP-Planungsabteilung, bezeichnete den Vertrag mit AXA als Beginn eines „möglicherweise völlig neuen Ansatzes zur Finanzierung von Hilfe bei Naturkatastrophen“. Der Ansatz entspricht dem Konzept „neuer öffentlicher Finanzen“ des UN-Entwicklungsprogramms, das kürzlich für eine stärkere Nutzungprivatwirtschaftlicher Angebote zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben plädiert hat (siehe E+Z/D+C 3/2006, S. 128). Entwicklungshelfer in Addis Abeba kritisierten laut New York Times die Versicherung: Mit dem Geld für die Prämie hätte das Welternährungsprogramm besser
gleich Nahrungsmittel gekauft.

(ell)



Im Internet: www.wfp.org