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Beiträge aus der Rubrik Analysen und Berichte
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Zugang zu Wasser ein Menschenrecht
Kirchliche Entwicklungshilfe effizienter gestalten
 05/2005
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[ Kirchliche Entwicklungshilfe ]
Wenn der Pastor mit dem Motorrad davonfährt
Die großen protestantischen Hilfswerke Brot für die Welt und Evangelischer Entwicklungsdienst (EED) verfügen über professionelles Know-how. Ihre Kompetenz ist unbestritten. Doch an der Kirchenbasis gibt es noch andere Bedürfnisse, als Projekte und Programme in armen Ländern in kompetenten Händen zu wissen. Den Wunsch nach direktem Kontakt zu Menschen in der Dritten Welt können Brot und EED kaum erfüllen.
Deshalb unterhalten viele Gemeinden Partnerschaften mit Gläubigen in Übersee. Dieses Engagement birgt allerdings Probleme eigener Art. So kann es vorkommen, dass sparsame Pietisten in Schwaben Geld sammeln, um der Partnergemeinde in Kenia ein Motorrad zu kaufen. Ihre Enttäuschung ist groß, wenn der dortige Pfarrer den Job wechselt und sein Fahrzeug beim Umzug einfach mitnimmt. Da deutsche Gläubige die Alltagspraxis in Afrika, Asien oder Lateinamerika kaum kennen, werden sie immer wieder auf solche Weise unangenehm überrascht.
Thema der entwicklungspolitischen Konferenz der evangelischen Kirche, die in diesem Jahr im März in der sächsischen Kleinstadt Meißen stattfand, war deshalb die engere Verbindung von professioneller und ehrenamtlicher Entwicklungszusammenarbeit. In der Theorie ist klar, dass das weltweite Netzwerk der Kirchen für progressive Zwecke genutzt werden kann. Die Praxis zeigt indessen immer wieder, dass dies leichter gesagt als getan ist. Als typische Probleme der Partnerschaften von Gemeinden in Deutschland und armen Staaten nennen Beteiligte unter anderem übertriebene Harmoniesucht, Helfersyndrome und Fixierung auf finanzielle Unterstützung. Derlei erschwere die gelebte Begegnung, sagen sie.
Als vorbildlich bezeichnet eine Pastorin vom Bodensee eine Kampagne von Brot für die Welt, um unter Kindern Verständnis für Lebensverhältnisse in Lateinamerika zu wecken. Das Hilfswerk hat Informationsmaterial über die Wichi-Indianer zusammengestellt, die im Grenzgebiet von Bolivien, Paraguay und Argentinien leben. Das bietet die Grundlage für Briefkontakte mit Angehörigen dieses indigenen Volkes. Manche Konfirmanden wünschen sich nun statt Geschenken Spenden für die Wichis.
Aus Sicht der brasilianischen Theologin Cándida Chamorro, die seit 1999 bei der Hamburger Missionsakademie arbeitet, haben aber auch die Hilfswerke Schwächen. Ihr gefalle das große professionelle Engagement allerdings fehlten wegen der strikten Richtlinien und Regeln Zeit und Spielräume. Oft herrsche hoher Leistungsdruck bei gleichzeitigem Personalmangel. In ähnlichem Sinn monieren auch andere erfahrene Kirchenleute die Tendenz, bei internationalen Kontakten brächten die Vertreter aus den reichen Ländern das Geld und die aus den armen Ländern die Spiritualität mit. (dem)
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