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Bücher und Medien


Entschuldung – Eine Bilanz der HIPC-Initiative

Media and Democracy in Africa

Die Macht der Medien in Zeiten des Krieges

Diversity in Development


05/2005
 

Medien: Facettenreiche Reise

Gören Hydén, Michael Leslie,
Folu F. Ogundimu (Eds.):
Media and Democracy in Africa.
Uppsala, Nordic Africa Institute 2002,
260 Seiten, 24,00 Euro, ISBN 91-7106-495-8

Welchen Beitrag leisten die Medien zu Demokratisierungsprozessen? Gibt es eine direkte Verbindung zwischen Medien und demokratischer Entwicklung? Die Frage, wie Medien auf die Gesellschaft und die öffentliche Meinung einwirken, ist schwer zu beantworten. Die Wissenschaft hat sie lang und ausgiebig diskutiert. „Media and Democracy in Africa“ knüpft nicht an diese alten Diskussionen an, sondern versucht, neue Bausteine zur Klärung der Frage beizutragen.

Das ganze 20. Jahrhundert hindurch dienten die afrikanischen Medien hauptsächlich als Propagandainstrumente. Demokratisierung führte Ende der 80er Jahre vielerorts zu neuen Mediengesetzen: Unabhängige Zeitungen schossen wie Pilze aus dem Boden. Hunderte freier Radiostationen boten plötzlich Raum für öffentliche Debatten. Die neuen Möglichkeiten der Kommunikation nutzten vor allem die städtischen Eliten. Dagegen blieb die auf dem Land lebende Mehrheit von der Entwicklung der Medien ebenso ausgeschlossen wie von den öffentlichen Debatten.

Die Autoren von „Media and Democracy in Africa“ teilen eine gemeinsame Vision: „Medien sind wichtige Institutionen für den Erhalt von Demokratie“. Aber: „Offene Medien oder offene Kommunikationsmöglichkeiten allein reichen nicht aus, Demokratie zu erhalten“. Sie stützen ihre Analysen auf einen Ansatz, der Demokratisierung und Kommunikation in ihrer Verflechtung sieht. Die Wechselwirkungen zwischen Medien und Demokratisierung sollten in ihrer Vielfalt betrachtet werden: politisch, technisch, kulturell – ohne die informelle Seite des Zusammenwirkens von Medien und Kommunikation zu übersehen.

Besonders anregend ist der Beitrag von Debra Spitulnik über „alternative Medien“ (Graffiti, Flugblätter, Comics, Witze, Underground-Kassetten, aber auch Webseiten, E-Mail-Kommunikation und so weiter). Das sind „entscheidende Mittel zur Schaffung von kommunikativen Freiräumen in repressiven Medienumfeldern“, die traditionelle und High-Tech-Formen von Kommunikation in Afrika verbinden.

Das Buch nimmt den Leser mit auf eine gut dokumentierte und abwechslungsreiche Reise in die afrikanische Medienlandschaft der Gegenwart. Das Buch konzentriert sich auf Entwicklungen in den Bereichen Recht, Hörfunk und TV, Internet, Wirtschaft, Politik und alternative Medien. Gemeinsam leisten die afrikanischen Medien einen wichtigen Beitrag zur Demokratisierung. Sie eröffnen kommunikative Räume, die als „Enklaven“ dienen können, aus denen weitere demokratische Bestrebungen erwachsen können. Aber weder in Afrika noch in einem anderen Teil der Welt vermögen die Medien alleine Demokratie zu schaffen.

Michel Philippart