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05/2006
 

[ Kurzmeldung ]

AIDS-Medikamente: Versorgung macht Fortschritte


Drei Monate nach Ablauf der Frist der so genannten „3 by 5“-Strategie zur Versorgung von HIV-Infizierten mit antiretroviralen Medikamenten haben die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das UN-Programm zur AIDS-Bekämpfung (UNAIDS) Bilanz gezogen. Das Ziel der Initiative, bis Ende 2005 drei Millionen AIDS-Patienten in Entwicklungsländern mit Medikamenten zu versorgen, wurde weit verfehlt: Zum Stichtag waren 1,3 Millionen HIV-infizierte Männer und Frauen in Asien, Afrika und Lateinamerika in Behandlung, rund ein Fünftel der 6,5 Millionen Menschen, die behandelt werden müssten. WHO und UNAIDS bezeichnen das Programm dennoch nicht als Fehlschlag. „3 by 5“ habe den weltweiten Bemühungen, den Zugang zu AIDS-Medikamenten zu verbessern, starken Schub verliehen. In nur zwei Jahren, seit Ende 2003, habe sich die Zahl der behandelten Patienten von 400 000 mehr als verdreifacht. In Lateinamerika seien heute 68 Prozent der Kranken mit Medikamenten versorgt ” die höchste Quote aller Entwicklungsregionen. In Subsahara-Afrika, der am stärksten betroffenen Region, habe sich die Zahl der Patienten in Behandlung von 100 000 auf über 800 000 verachtfacht. Den größten Mangel sehen WHO und UNAIDS bei der Versorgung von werdenden Müttern mit Medikamenten, die verhindern, dass sich die Infektion auf ihre Kinder überträgt. Den Bedarf an Finanzen für die AIDS-Bekämpfung bis 2007, der noch nicht durch Geberzusagen gedeckt ist, schätzen die beiden Organisationen auf 18 Milliarden Dollar.

(ell)