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Vogelgrippe: EU erhöht
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05/2006
 

[ Kurzmeldung ]

Vogelgrippe: EU erhöht Exportsubventionen

Die EU-Kommission hat Ende März die Exportsubventionen für Hühnerfleisch aus EU-Ländern deutlich angehoben. Dadurch soll die Ausfuhr gesteigert und der Nachfragerückgang in Europa ausgeglichen werden, der durch den Ausbruch der Vogelgrippe entstanden ist. Zum Zeitpunkt der Entscheidung lagerten in öffentlichen EU-Kühlhäusern mehr als 200 000 Tonnen Geflügelteile. Der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) hat den Schritt der EU-Kommission scharf kritisiert. „Wir Europäer lösen unsere Probleme wieder einmal auf Kosten der Armen“, sagte EED-Agrarexperte Rudolf Buntzel. Zwar zielt die Kommission vor allem auf die Märkte im Mittleren Osten. Doch laut EED zeigen bisherige Erfahrungen, dass tiefgefrorenes Geflügelfleisch früher oder später in ganz Afrika zu Tiefstpreisen verkauft wird. Die westafrikanischen Produzenten seien ohnehin schon gefährdet durch die Vogelgrippe. „Das Billigimportfleisch aus Europa verschärft ihre verzweifelte Lage zusätzlich“, sagte der EED-Experte für Westafrika, Francisco Mari. Auch der SPD-Europaabgeordnete Wolfgang Kreissl-Dörfler verurteilte die Exportsubventionen als „völlig unzeitgemäß“ und schädlich für die Landwirtschaft der Entwicklungsländer.

(ell)