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Beiträge aus der Rubrik Analysen und Berichte
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 06/2003
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DAC-Jahresbericht 2002
Von ihrem Spitzenwert ist die internationale ODA-Quote weit entfernt
Wenn die Geberländer ihre Versprechen wahr machen, die sie auf der UN-Konferenz über Entwicklungsfinanzierung letztes Jahr in Monterrey gegeben haben, dann könnte sich ihre gemeinsame ODA-Quote von derzeit 0,23 Prozent bis zum Jahr 2006 auf 0,26 Prozent erhöhen. Das würde zwar bei weitem nicht der Verdoppelung der internationalen Entwicklungshilfe entsprechen, wie sie vor der Konferenz in Monterrey immer wieder gefordert worden war, wohl aber eine Trendwende markieren. Das schreibt der Vorsitzende des OECD-Entwicklungshilfeausschusses (DAC), Jean-Claude Faure, in seiner Einleitung zum diesjährigen DAC-Bericht zur Entwicklungszusammenarbeit (DAC Development Co-operation 2002 Report).
Allerdings weist der DAC in seiner jüngsten Statistik zur Entwicklungshilfe seiner Mitglieder (die in dem Bericht noch nicht enthalten ist, sondern separat Ende April veröffentlicht wurde) darauf hin, dass ein Anstieg der ODA-Quote auf 0,26 Prozent immer noch deutlich weniger wäre als der Spitzenwert von 0,33 Prozent, der 1992 erreicht wurde. Nach den DAC-Zahlen haben die Geberländer ihre Hilfeleistungen in 2002 real um 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf knapp 57 Milliarden US-Dollar erhöht. Bei neun Ländern erhöhte sich die ODA-Quote deutlich um mehr als zehn Prozent; meistens gehen solche Steigerung freilich auf Beitragszahlungen an multilaterale Einrichtungen zurück, die in anderen Jahren nicht anfallen. Deutschland steigerte seine ODA in 2002 leicht um 0,4 Prozent (siehe dazu ausführlich E+Z 2003:5, S. 216); die deutsche ODA-Quote lag unverändert bei 0,27 Prozent. Das 0,7-Prozent-Ziel erreichten wie in den vergangenen Jahren lediglich fünf Länder: Dänemark, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen und Schweden. Drei weitere Länder nannten im vergangenen Jahr Zeitpunkte, bis zu denen sie das Ziel erreichen wollen: Belgien bis 2010, Irland bis 2007 und Frankreich bis 2012.
Ein Schwerpunktthema des diesjährigen DAC-Berichts ist die Frage der Effizienz von Entwicklungshilfe. In diesem Zusammenhang kündigt der Bericht auch eine Modifizierung der Peer Reviews des DAC an. Im vergangenen Jahr hatte der DAC eine Umfrage unter seinen Mitgliedern durchgeführt, um herauszufinden, wie diese die Peer Reviews nutzen und was aus ihrer Sicht verbessert werden könnte. Der Bericht nennt drei zentrale Ergebnisse der Befragung: Erstens sollten gemeinsame Ergebnisse aus verschiedenen Peer Reviews stärker zu allgemeinen Schlussfolgerungen zusammengefasst werden (etwa im Sinne von lessons learnt oder good practices). Zweitens sollten die Standards, nach denen in den Peer Reviews die Politiken der Geber bewertet werden, deutlicher formuliert werden und stärker an Politikergebnissen orientiert sein. Und drittens sollten die Reviews thematisch breiter angelegt sein und beispielsweise auch auf die Frage der Kohärenz eingehen. In diesem Jahr, so der DAC-Bericht, sollen die Peer Reviews mit Blick auf diese drei Punkte verändert werden. (ell)
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