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Beiträge aus der Rubrik Neues von InWent
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Capacity Development Kapazitäten für nachhaltige Entwicklung
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 06/2003
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[ Workshop von InWEnt und World Bank Institute]
Capacity Development Kapazitäten für nachhaltige Entwicklung
Von Heinrich Siegmann
Um Capacity Development ging es bei einem Workshop, den InWEnt und das World Bank Institute (WBI), der Weiterbildungsarm der Weltbank, Mitte März in Berlin gemeinsam veranstalteten. Die Veranstaltung, die führende multi- und bilaterale Weiterbildungseinrichtungen zusammenführte, war als erster ihrer Art gezielt als learning event konzipiert und bot Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und zur Diskussion insbesondere über Geschäftsmodelle, Produkte und Kooperationsmöglichkeiten.
Capacity Development lässt sich definieren als Prozess, durch den sich Personen, Einrichtungen und Gesellschaften Wissen aneignen und Fähigkeiten entwickeln, um ihre Aufgaben besser erfüllen zu können. Der Begriff steht heute ganz oben auf der globalen entwicklungspolitischen Tagesordnung. Als Erfolgsfaktoren für wirtschaftliche Entwicklung und damit auch für Armutsbekämpfung gelten funktionierende Institutionen, effektive Organisation und individuelle Kompetenz. In der Praxis freilich ist Capacity Development gleichermaßen von Erfolg und Scheitern gekennzeichnet. Bislang waren nachhaltige Erfolge eher die Ausnahme als die Regel und in einem anderen Umfeld schwer wiederholbar.
In letzter Zeit ist Bewegung in die Entwicklung und Umsetzung des Capacity-Development-Ansatzes gekommen. Weltweit wird versucht, Programme und Instrumente der Entwicklungszusammenarbeit effektiver zu gestalten. Auf internationalen Symposien und Geberländer-Konferenzen zeichnet sich ein Konsens über die wichtigsten Merkmale von Capacity Development ab. Er umfasst die Verantwortlichkeit der Partner vor Ort (ownership), die Messbarkeit von Ergebnissen, die Aneignung von Wissen und die Erfüllung von Zielvorgaben. Fort- und Weiterbildung ist ein integraler Bestandteil von Capacity Development.
Wichtig ist die Wahl des richtigen Geschäftsmodells für die Weiterbildung. Die Bandbreite reicht vom Trainer-Modell, bei dem Entwicklung und Durchführung von Programmen in der Hand einer einzigen Organisation liegen, bis zum Makler-Modell, bei dem eine Organisation ein Weiterbildungsprogramm konzipiert und mit der Durchführung eine andere Organisation beauftragt. Kanada, Großbritannien, die Niederlande und die Weltbank setzen eher auf das Maklermodell, das heißt sie entwerfen Programme und suchen sich Durchführungsorganisationen. Dagegen bieten die japanische Behörde für Entwicklungszusammenarbeit JICA und InWEnt vorwiegend eigene Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen an, betätigen sich aber durchaus auch als Makler. Die Vorteile des Maklermodells für eine Weiterbildungsorganisation liegen unter anderem darin, dass sie eine größere Anzahl von Programmen entwickeln kann, weil sie kein Personal für die Durchführung einplanen muss. Vorteile des Trainer-Modells sind maßgeschneiderte Produkte und eine größere Nähe zu den Partnern vor Ort, die es beispielsweise ermöglicht, das Potenzial ehemaliger Kursteilnehmer für die eigene Arbeit zu nutzen. InWEnt ist in der Lage, sich auf die Erfahrungen seines privatwirtschaftlich orientierten Arms stützen und beide Modelle anzuwenden. So könnte InWEnt etwa sein Angebotsvolumen mit Hilfe einer stärkeren Hinwendung zum Maklermodell ausweiten, ohne die Vorteile ausgeprägter Kundenorientierung und maßgeschneiderter Programmangebote des Trainer-Modells aufgeben zu müssen.
InWEnt und Weltbank-Institut können voneinander profitieren. Wie die auf dem Workshop präsentierten Programme gezeigt haben, sind viele InWEnt-Maßnahmen wettbewerbsfähig und kombinieren höchst effektiv computergestütztes Lernen, Ausbildung vor Ort und Fortbildungsmodule in Deutschland. Es lässt sich jedoch noch mehr erreichen. Im Bereich des computergestützten Lernens könnte InWEnt vermehrt die Möglichkeiten nutzen, die das weltweite WBI-Netzwerk mit seinen über 50 E-Learning-Zentren bietet. Umgekehrt könnte das WBI vom weltweiten InWEnt-Netzwerk ehemaliger Stipendiaten und Teilnehmer profitieren.
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Dr. Heinrich Siegmann ist Leiter des InWEnt-Bereichs 2 Internationale Regelwerke, Gute Regierungsführung, Wirtschaftspolitik. heinrich.siegmann@inwent.org br>
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