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 06/2004
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KfW-Diskussion über den Kampf gegen die Armut
Ruth Jacoby, Generaldirektorin für Entwicklungszusammenarbeit im schwedischen Außenministerium, teilt die verbreitete Skepsis nicht, dass die Millenniumsziele verfehlt werden. Das Ziel, die Armut bis 2015 zu halbieren, sei alles andere als ambitiös, wenn danach weiterhin Menschen hungern müssten. Ähnlichen Optimismus demonstriert auch Michael Hofmann vom deutschen Entwicklungsministerium. Beide räumen aber ein, dass bislang vor allem die Milliardenvölker China und Indien dank rasanten Wirtschaftswachstums Erfolge vermelden. Es komme aber darauf an, den Hungernden in allen Staaten und Regionen zu helfen. Andere Teilnehmer des Fachgesprächs zur Globalisierung der KfW Entwicklungsbank schätzten Anfang Mai in Berlin die Lage nüchterner ein. Peter Henriot, der als amerikanischer Politologe und Jesuitenpater in Sambia arbeitet, sieht kaum Chancen, die Ziele zu erreichen. Er mahnte fairen Handel an und warnte davor, soziale Faktoren zu vernachlässigen, wie es in Sambia unter dem Druck der Strukturanpassung passiert sei. Messbare Erfolge etwa in der Bildungs- und Gesundheitspolitik vermisste der niedersächsische Bischof Rolf Koppe, der für die Auslandsarbeit der EKD zuständig ist. Auf skeptische Urteile von Weltbank und UNDP zur Armutsbekämpfung machte schließlich der Leiter des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik, Dirk Messner, aufmerksam. Demnach werden 60 Entwicklungsländer nicht erfolgreich sein. In 40 habe sich und das sei eine Trendwende der Human Development-Index sogar verschlechtert.
Johannes Wendt
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