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Beiträge aus der Rubrik Neues von InWent
Mit dem Meer leben
Trade Africa berät SADC-Länder
Chancen im Rahmen der Integration nutzen
 06/2004
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[ Exportförderung ]
Trade Africa berät SADC-Länder
Die Staaten südlich der Sahara bilden ebenso wie die Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) einen Schwerpunkt in der Arbeit von InWEnt in Afrika. Viele KMU in der Southern African Development Community (SADC) sind nicht in der Lage, ihr Produkt- und Produktionspotential voll auszuschöpfen. Das gilt vor allem in den ökonomisch schwächsten Ländern. Unter die Arme greift ihnen das Trade Africa Intra-Regional Export Promotion-Programm.
[ Von Lydia Jebauer-Nirschl ]
Sambische Exporteure haben erheblich vom Buyers-Sellers Meeting profitiert, lobt Glyne Michelo, Geschäftsführer des Export Board of Zambia (EBZ). Das Geschäftsanbahnungstreffen war der bisherige Höhepunkt des Förderprogramms, das InWEnt in der SADC-Zone unter der Bezeichnung Trade Africa Intra-Regional Export Promotion anbietet. Das Projekt umfasst mit Malawi, Mosambik, Sambia und Tansania die Least Developed Countries der Region und Südafrika als potentiellen Handelspartner. Den Kern bildet ein integriertes, vernetztes, auf lokalem Know-how basierendes Fortbildungsprogramm. Es will Exportfördereinrichtungen in den einzelnen Länder professionalisieren und KMUs beim Einstieg in das Exportgeschäft unterstützen.
Mit mehr als fünf Milliarden US-Dollar macht der Handel der SADC-Staaten untereinander heute etwa 20 Prozent des Gesamthandels der Region aus. Im afrikanischen Vergleich ist das ein hoher Anteil. Ein genauerer Blick relativiert jedoch den positiven Gesamteindruck: Die Dynamik des interregionalen Austausches ist überwiegend dem Außenhandel Südafrikas zuzurechnen. Er hat sich zwischen 1994 und 2002 fast verdoppelt. Exporte von Malawi nach Tansania oder von Mosambik nach Sambia finden dagegen trotz der regionalen Nähe so gut wie nicht statt. Der interregionale Handel verfügt über ein weitgehend unausgeschöpftes Potential vor allem bei Nahrungs- und Genussmitteln, Textilien und Kleidung. Auch die reichen Rohstoffvorkommen bieten Entwicklungschancen durch den Austausch in der Region. Doch den KMU mangelt es an Informationen: Informationen über die Nachbarländer, Informationen über den regionalen Markt usw. Für alle Projektländer im Trade-Africa-Programm zählt Südafrika zu den wichtigsten Handelspartnern. Umgekehrt braucht Südafrika die Region. Über 40 % seiner Exporte gehen in die SADC-Zone.
Das seit Mitte 2002 laufende InWEnt-Programm richtet sich an exportfähige kleine und mittlere Unternehmen in den vier ärmsten Ländern der SADC. Sie sollen durch praxisnahes Training in die Lage versetzt werden, ihre Produkte in die Nachbarstaaten zu exportieren. Diese bilden nicht nur einen nicht zu unterschätzenden Markt, sie stellen auch ein wichtiges Versuchsfeld für den weit aufwendigeren Export nach Europa dar. Exporte nach Europa und in die USA über Südafrika als weiterverarbeitende Zwischenstation sind bereits heute üblich. Die teilnehmenden Unternehmen erarbeiten im Rahmen von Trade Africa die relevanten Instrumente und Techniken des internationalen Marketings und Handels.
Dafür müssen die teilnehmenden KMU einen landesüblichen Beitrag bezahlen. Er soll sicherstellen, dass sie alle Module bis zum Ende durchlaufen und nicht in eine Konsumentenrolle verfallen. Auf der anderen Seite generieren die lokalen Trainings- und Exportförderinstitutionen (sie verantworten als lokale Partner die Durchführung vor Ort) dadurch Einnahmen. Und die Kursteilnehmer wissen das Training als gekaufte Dienstleistung zu schätzen.
Der Weg zum Erfolg ist unterschiedlich weit: In Malawi leben 90 Prozent der Bevölkerung von der Landwirtschaft, andererseits verfügt das kleine Land über ausgesprochen innovative Kleinunternehmen. Mosambik hat seit dem Bürgerkrieg beachtliche wirtschaftliche Fortschritte gemacht, importiert aber immer noch doppelt so viel wie es exportiert. Sambia kommt ungeachtet guter Ausgangsbedingungen (Kupfer, Kobalt etc.) nicht auf die Beine, weil Sektoren nur punktuell und unverknüpft gefördert werden und das negative Wirtschaftsumfeld unverändert bleibt. Tansania lebt immer noch von traditionellen landwirtschaftlichen Exportprodukten.
Welche Chancen es für aufstrebende Unternehmen gibt, zeigte das Geschäftsanbahnungstreffen, das die Chamber of Commerce and Industry Johannesburg gemeinsam mit InWEnt organisierte. 30 im Rahmen von Trade Africa betreute Unternehmen aus Malawi, Mosambik, Tansania und Sambia trafen dort auf 400 potentielle Kunden aus Südafrika. Die für den erfolgreichen Geschäftsabschluss nötigen Kenntnisse hatten die Teilnehmer im Rahmen eines fünfwöchigen Trainings erhalten. Viele Unternehmen tun sich schwer mit einer eindeutigen Markt- und Nachfrageorientierung.
Die Southern African Development Community (SADC) wurde 1993 gegründet. Sie ist der bedeutendste Wirtschaftsraum in Afrika südlich der Sahara. Die 14 Mitgliedstaaten (Angola, Botswana, DR Kongo, Lesotho, Malawi, Mauritius, Mosambik, Namibia, Sambia, Seychellen, Simbabwe, Südafrika, Swasiland und Tansania) erwirtschaften ein Bruttoinlandsprodukt von insgesamt 180 Milliarden US-Dollar. Auf Südafrika entfallen drei Viertel des Gesamteinkommens der Region. Das zweitägige Geschäftsanbahnungstreffen in Johannesburg wurde eine Mischung aus Vorträgen und Messe. Gezeigt wurden neben traditionellen Produkten und Kunsthandwerk (Korb- und Holzware, Textilien) auch Nahrungsmittel wie Honig sowie zahlreiche andere Produkte aus der Region. Innovative neue Produkte sind noch die Ausnahme. Überrascht zeigten sich viele südafrikanische Unternehmen von der hohen Qualität vieler Produkte. Am Ende gab es durchweg zufriedene Gesichter.
Die zehn sambischen Firmen, die an der Kooperationsbörse teilnahmen, konnten Aufträge in Höhe von 300 000 US-Dollar unterzeichnen und zudem günstige Zulieferquellen für Maschinen und Rohmaterial erschließen. Malawi verbuchte Aufträge im Umfang von mehreren Millionen US-Dollar. Hinzu kommen Kooperationsvereinbarungen zwischen den Teilnehmern und Firmen aus Südafrika bei Fahrzeugbau und Möbeln. Das Trainingprogramm war ein voller Erfolg resümiert Glyne Michelo. Er ist zuversichtlich, dass die sambischen Teilnehmer die Aufträge termingerecht abarbeiten werden.
Weitere Informationen unter
http://www.trade-africa.org
Lydia Jebauer-Nirschl
ist Projektleiterin in der InWEnt-Abteilung Zukunftsfähige Marktwirtschaft.
lydia.jebauer-nirschl@inwent.org
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