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06/2006
 

Leserbriefe

Ignorante Politiker

Der Irrglaube vom Wasser im Überfluss
E+Z/D+C 3/2006, S. 104


Der Beitrag von Sunita Narain hat mich tief berührt. In meiner kleinen Heimatstadt Kumbo in Kamerun ist die Situation ähnlich. Seit sieben Jahren wird jeden März und April das Trinkwasser knapp. Ursachen sind das Bevölkerungswachstum und die steigende Nachfrage nach Wasser.

Unsere so genannten Entscheidungsträger interessiert das nicht. Stattdessen müssen wir uns Sprüche wie diese anhören: „Das Problem geht vorbei. Grund ist die verlängerte Trockenzeit, gegen die wir nichts ausrichten können.“ Für diese hohen Tiere in ihren Mercedes- und Pajero-Jeeps ist es kein Problem, wenn die Armen an Cholera leiden, bis die Regenzeit kommt. Oder sie sagen: „Ihr habt bei der letzten Wahl für die Opposition gestimmt. Was erwartet ihr jetzt von der Regierungspartei?“ Ist das etwa keine Menschenrechtsverletzung?

Ich bin Ihrem Vorschlag gefolgt und habe die Sache mit unserem Bürgermeister diskutiert. Einzelne Dörfer und Stadtviertel sollten ihre eigenen Versorgungssysteme aufbauen. Gott sei Dank verfügt unsere Region in Gestalt der Hochland-Wasserscheiden über ausreichend Wasserquellen.

Humphrey M. Tah, Bamenda, Kamerun




Grundsätzlich positiv

Dreifache Ausfertigung
E+Z/D+C 12/2005, S. 464


Der Beitrag von Michael Ruffert reflektiert Meinungen, die für deutsche NROs typisch sind. Die Kritik ist angebracht, er hätte aber auch andere Aspekte beleuchten können:

Große NROs haben bei der EU nicht die gleichen Privilegien wie auf nationaler Ebene. Dafür haben kleinere und spezialisierte NROs manchmal bessere Chancen.

Die hohe Ablehnungsquote verdeutlicht in erster Linie das große Interesse der NROs und die Offenheit der Budgetlinie. Auf nationaler Ebene ist die Ablehnungsquote vielleicht geringer, da langfristige Vereinbarungen bestehen. Diese verbauen oder erschweren jedoch neuen Organisationen den Zugang.

Die Dezentralisierung der EU soll unterschiedlichen Bedingungen in den Entwicklungsländern besser Rechnung tragen. Wenn zentralisierte NROs mit den EU-Delegationen vor Ort nicht kommunizieren können, ist das eher eine Schwäche der NROs, die in einem bestimmten Land Projekte durchführen wollen.

Ich jedenfalls bewerte das EU-System der NRO-Förderung grundsätzlich positiv.

Dr. Berthold Kuhn,
NGO Research Center, Beijing, China