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Medien


Kontrolle allein ändern wenig

Pressefreiheit: Medien geraten weltweit unter Druck

Nichtstaatliche Organisationen: Aufpasser und Vermittler

Südafrika: Sexualisierte Gewalt


06/2006
 

Pressefreiheit:
Medien geraten weltweit unter Druck

Journalisten haben auch 2005 einen hohen Preis im Kampf für die Pressefreiheit bezahlt. 65 von ihnen wurden ermordet. Irak blieb mit 23 toten Journalisten der weltweit gefährlichste Einsatzort für Medienarbeiter, berichtet die „World Press Freedom Review 2005“. Aber auch in 21 weiteren Ländern starben Journalisten bei der Ausübung ihres Berufes, darunter Bangladesh, Haiti, Russland und Somalia. Der Bericht des International Press Institute (IPI) zeigt, dass die Medien fast überall um ihr Recht kämpfen müssen, Informationen zu sammeln und zu berichten. Die Publikation fasst die Situation auf den verschiedenen Kontinenten zusammen und berichtet auch detailliert über einzelne Staaten. Vier Journalisten wurden im vergangenen Jahr in Osteuropa ermordet. 20 Journalisten starben in Asien. Mit 26 toten Journalisten bleiben der Nahe Osten und Nordafrika die Region mit der geringsten Medienvielfalt und den größten Hürden.

„Freie Medien waren immer essentiell für Demokratien“, kommentiert IPI-Direktor Johann P. Fritz. „Im vergangenen Jahr haben wir hier eine subtile Abkehr erlebt. Zu unserem Bedauern breitet sich eine politische Mentalität aus, die manche Tätigkeiten
der Medien als schädlich für den Krieg gegen den Terror und
die Beziehungen zum Islam ansieht.“

In Amerika starben elf Journalisten. Haiti bleibt mit drei Ermordeten das für Journalisten gefährlichste Land. Als Fortschritt gilt, dass Gesetze in Chile, Guatemala, Honduras und Panama zurückgenommen wurden, die „Beleidigungen“ unter Strafe stellten. In Venezuela ging die Zahl gewalttätiger Angriffe auf Journalisten zurück. In Kolumbien und Mexiko halten Übergriffe auf Journalisten an. In den USA machten Behinderungen beim Zugang zu Informationen und juristische Versuche, Journalisten zur Preisgabe ihrer Informanten zu zwingen, 2005 zu einem schwierigen Jahr für die Medien. (orb)

Der Bericht steht im Internet unter:
http://www.freemedia.at