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Beiträge aus der Rubrik Analysen und Berichte
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Evaluation: Wenig Austausch zwischen deutschen EZ-Organisationen
Lebensgrundlage Tropenwald
Armut und Gesundheit: Multisektoraler Ansatz gefragt
Informationstechnologien: Der wirkliche digitale Graben verläuft innerhalb der armen Länder
Externe Schocks Haupthindernis für nachhaltige Entschuldung
Institutionen Schlüssel zur Entwicklung
 07/2003
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[ Workshop von GTZ und IFAD ]
Institutionen Schlüssel zur Entwicklung
Wenn die Rahmenbedingungen nicht günstig waren, konnten Projekte scheitern so kennt man es aus der klassischen Entwicklungszusammenarbeit. Die Rahmenbedingungen gehörten nicht zu den Zielfeldern der Projektarbeit, sie galten als unbeeinflussbar. Diese Fehleinschätzung ist heute eine Sache der Vergangenheit (oder sollte es doch sein). Was früher als Rahmenbedingung galt, ist heute der Kern der Entwicklungsarbeit (the core of development work), erklärte Christoph Beyer (GTZ) bei einem Workshop Institutions the key to development, veranstaltet von GTZ und IFAD (International Fund for Agricultural Development) in Berlin am 20.-21. Mai.
Was also sind diese Rahmenbedingungen? Es sind die Spielregeln und Wertsysteme einer Gesellschaft, Gesetze ebenso wie ungeschriebene Regeln und Werte, die das Verhalten in einer Gesellschaft steuern, und die organisatorischen Formen, in denen sich dieses Werte- und Regelsystem ausprägt. Wenn sie nicht funktionieren, oder wenn sie falsch funktionieren, kann es keine Entwicklung geben, können auch Einzelprojekte keine nachhaltige Wirkung haben. Die Institutionen sind es also, die Entwicklungszusammenarbeit vor allem im Blick haben muss. Die politischen Stiftungen, so Beyer, waren die ersten, die es als ihre Aufgabe erkannten, Institutionen zu fördern, nämlich: pluralistische Gesellschaftsstrukturen. Die Förderung von Institutionen ist aber ein schwieriger Prozess, weil sie nicht von außen oktroiert werden können. Hier ist es noch wichtiger als in irgend einem anderen Bereich, dass die Partner die volle ownership übernehmen. Der Prozess muss deshalb ein joint learning process with our partners sein so die Schlussfolgerung von Christoph Beyer.
Wie sich bei diesem Prozess das Verhältnis von einheimischen und intervenierenden Partnern gestaltet, untersuchte Thomas Elhaut (IFAD). Institutionen (er setzte den Begriff gleich mit policies) haben häufig die Gestalt von Zwängen und Einschränkungen, vor allem gegenüber den Armen. Der Schlüssel zur Entwicklung ist deshalb das empowerment der Armen. Deshalb muss am Beginn jeder Maßnahme, wenn sie Erfolg haben soll, eine Diagnose des organisatorischen Gefüges stehen, und es müssen neue Politiken und Strategien entworfen werden, die die Armen begünstigen. Die besten Entwerfer solcher Regelwerke, so Elhaut, seien die Armen selbst aber sie haben nur all zu selten Gelegenheit dazu.
Petra Mutlu, Abteilungsleiterin Landwirtschaft bei der GTZ, machte deutlich, dass Armut überwunden werden kann, wenn die betroffenen Menschen sich organisieren und die sozialen und politischen Institutionen so sind, dass sie dafür Unterstützung bieten. Die Aufgabe der EZ sei es also, die Institutionen entsprechend umzuformen und auf organisatorischer Ebene zweckdienliche Kapazitäten aufzubauen. Dann kann auch die Landwirtschaft, so Christoph Kohlmeyer (BMZ, ländliche Entwicklung) die Rolle spielen, die ihr zukommt: als wichtigste Triebkraft der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung.
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