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Beiträge aus der Rubrik Bücher und Medien
Vom Global Compact zu Global Governance?
Bewaffnete Konflikte: Ganzheitliche Sicht
Staatszerfall: Beiträge zur Debatte
Afrika: Schweizer Erfahrungen
 07/2004
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Afrika: Schweizer Erfahrungen
Direktion für Entwicklung
und Zusammenarbeit/DEZA (Hg.):
Partner in Afrika. Welche Zusammenarbeit für welche Entwicklung? Traum und Wirklichkeit (= Entwicklungspolitische Schriften; Bd. 5). Bern, DEZA 2002, 240 Seiten, ISBN 3-03798-025-7
Der Band der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) des Eidgenössischen Departements für Auswärtige Angelegenheiten vereint eine Reihe teilweise hochinteressanter und meist origineller Beiträge. Sie wurden mit dem Anspruch zusammengestellt, die Stimmen afrikanischer Partner der Entwicklungszusammenarbeit, ihrer Erwartungen und Visionen, jenseits aller Debatten über die Krise des afrikanischen Kontinents zu Wort kommen zu lassen. Von den 28 Autoren stammen sechs Autoren aus Afrika, fünf davon aus dem frankophonen Westafrika. Der Band besteht aus dreizehn Beiträgen, die jeweils noch einmal kritisch kommentiert werden, in der Regel von einem Schweizer oder französischen Ökonomen.
Die Themenpalette beginnt mit Reflexionen über good governance und führt über Zivilgesellschaft und internationale Zusammenarbeit hin zum Entwicklungsausschuss der OECD und zur Weltbank. Dazwischen werden die Unterstützung des Privatsektors und die Rolle der NRO thematisiert. Zu den in Deutschland bekannteren afrikanischen Autoren zählt John Igué aus Benin, der eng mit dem Club du Sahel kooperiert. Unter den Nichtafrikanern sind bei uns Elliot Berg (genau, der Berg Report der Weltbank von 1981, der den Staat in den Mittelpunkt der Analyse rückte), Jean-Claude Berthélemy (Ex-Forschungsdirektor am Zentrum für Entwicklung der OECD) und Nicolas van de Walle (USA) noch am bekanntesten.
Die Beiträge sind insgesamt von einer wohlwollenden Diktion getragen, die sich weigert, a priori lineare Geschichtsmodelle zu akzeptieren und Afrikas Gesellschaften deshalb eine nachholende Modernisierung abzuverlangen. Stattdessen plädieren die Autoren für Dialog und Geduld. Sie werben für die vorsichtige Annäherung von formal staatlichen, dezentralen Ordnungsvorstellungen und lokalen Dynamiken (ohne aber zu sagen, wie eine Operationalisierung aussehen könnte). Die Beiträge heben die zentrale, heute zu schwache Bedeutung privatwirtschaftlicher Initiative hervor und hinterfragen kritisch die Grundlagen der internationalen entwicklungspolitischen Zusammenarbeit.
Generell nehmen die Autoren eine emphatische Grundhaltung ein. Sie vermögen es, optimistisch Lösungen für Probleme anzudeuten (wobei die Übersetzung der zumeist französisch verfassten Originaltexte zuweilen etwas steif wirkt). Anderen Texten, insbesondere jenen zum Staat, wäre eine empirisch wie theoretisch stärker begründete Sicht auf den Gegenstand zu wünschen gewesen. Die systematische Erklärung für das im Untertitel angedeutete Spannungsverhältnis von Traum und Wirklichkeit kommt zu kurz. So bleibt am Ende offen, wie der Graben zwischen Vision und Realität in der Praxis überbrückt werden soll.
Ulf Engel
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