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 07/2004
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[ renewables 2004 ]
Erneuerbare Energie für eine Milliarde Menschen
Als vollen Erfolg werteten Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und Bundesumweltminister Jürgen Trittin die internationale Konferenz renewables 2004, die am 4. Juni in Bonn zu Ende ging. Die Verabschiedung einer politischen Deklaration und eines internationalen Aktionsprogramms bildeten den Höhepunkt der viertägigen Konferenz, an der auf Einladung der Bundesregierung Delegationen aus 154 Ländern teilgenommen hatten. Die politische Erklärung enthält Vorgaben, wie die Rolle erneuerbarer Energien gestärkt werden könnte, etwa durch eine Erhöhung der Fördermittel, auch im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit, durch Aus- und Fortbildung von Fachpersonal und durch eine verstärkte regionale Zusammenarbeit im Energiesektor. Bis zum Jahre 2015 sei es möglich, eine Milliarde Menschen mit Energie aus erneuerbaren Quellen zu versorgen. Das Aktionsprogramm enthält rund 150 Projekte beziehungsweise Projektvorschläge von Regierungen, internationalen Organisationen, der Privatwirtschaft sowie nichtstaatlichen Organisationen zum Ausbau erneuerbarer Energien.
Die Konferenz verdeutlichte, dass eine nachhaltige Energieversorgung auf verschiedene Quellen setzen muss. Bundeskanzler Gerhard Schröder wies in seiner Eröffnungsrede darauf hin, dass hohe Energiepreise weltweit die Chancen für wirtschaftliche Entwicklung verbauen. Eine mangelhafte Energieversorgung behindere die Bekämpfung von Armut und Hunger. Die Bundesregierung will für den Ausbau erneuerbarer Energien und die Erhöhung der Energieeffizienz in Entwicklungsländern in den kommenden fünf Jahren zusätzlich 500 Millionen Euro an Krediten bereitstellen. Zu diesem Zweck soll eine neue Fazilität bei der KfW-Entwicklungsbank eingerichtet werden.
Klaus Töpfer, der Direktor des UN-Umweltprogramms UNEP, appellierte an die Entwicklungsländer, selbst mehr Verantwortung beim Ausbau erneuerbarer Energien zu übernehmen. China und die Philippinen warteten auf der Konferenz mit den ehrgeizigsten Plänen auf. So will China im Jahre 2010 zehn Prozent der benötigten Energie aus erneuerbaren Quellen gewinnen. Die Philippinen wollen den Anteil erneuerbarer Energien bis zum Jahr 2013 verdoppeln.
Auf Anklang stieß die Ankündigung der Weltbank, ihre Zusagen im Bereich erneuerbarer Energien in den nächsten fünf Jahren um jährlich 20 Prozent zu erhöhen. Laut BMZ wird die Bank im Jahr 2010 dann 400 Millionen US-Dollar für diesen Bereich ausgeben doppelt soviel wie heute. Eine internationale Kommission zur Begutachtung von Weltbank-Projekten im Bergbausektor (Extractive Industries Review) hatte der Bank im Februar zu dieser Erhöhung geraten allerdings ohne die Beschränkung auf fünf Jahre.
Marie-Christine Johannes
Weitere Informationen:
http://www.renewables2004.de
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