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Schlüssel im Kampf gegen den Hunger
 07/2004
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[ Frauen ]
Schlüssel im Kampf gegen den Hunger
Lebensmittelsicherheit liegt überwiegend in den Händen von Frauen. Viel zu oft werden sie in ihrem Bemühen, sich und ihre Familien zu ernähren, aufgrund ihrer sozial niedrigeren Stellung benachteiligt. In Notfallsituationen verschärft sich das noch. Während die Aufgaben von Frauen im Gefolge von Katastrophen rollentypisch dramatisch zunehmen, wird ihr Zugang zu den notwendigen Ressourcen, um mit den Folgen fertig zu werden, oft eingeschränkt. Das setzt Frauen und Kinder erheblichen Gefahren aus. Das Welternährungsprogramm (WFP) hat deshalb schon vor zehn Jahren Frauen zu direkten Adressaten seiner Lebensmittelhilfe gemacht, um die Ernährungssituation der Zielgruppe zu verbessern.
Im Rahmen der Umsetzung der Millenniumserklärung der Vereinten Nationen sie verlangt, die Gleichheit der Geschlechter zu fördern und die Stellung der Frauen zu stärken hat das WFP einen umfassenden Ansatz für eine neue Genderpolitik für den Zeitraum 2003 bis 2007 angenommen. Er stützt sich auf acht Enhanced Commitments to Women to Ensure Food Security (ECW). Sie sollen
die Nahrungsbedürfnisse für werdende und stillende Mütter sowie heranwachsende Mädchen erfüllen sowie deren Gesundheit und deren Ernährungsbewusstsein verbessern,
alle Aktivitäten erweitern, die Mädchen in die Lage versetzen, Schulen zu besuchen,
sicherstellen, dass Frauen gleichberechtigt von Verbesserungen durch Nahrungsmittelhilfe profitieren,
die Stellung von Frauen bei der Verteilung von Nahrungsmittelhilfen an Haushalte stärken,
darauf hinarbeiten, dass Frauen gleichberechtigt in den Komitees vertreten sind, die das Verteilen von Nahrungsmittelhilfen organisieren,
dafür sorgen, dass die Geschlechterfrage in alle Programmaktivitäten Eingang findet,
zu einem Umfeld beitragen, das die wichtige Rolle reflektiert, die Frauen bei der Herstellung von Nahrungssicherheit in der Familie spielen, und Frauen und Männer dazu ermutigen, Ungleichbehandlungen zu beenden, sowie
Männer und Frauen gleich behandeln bei der Besetzung von Stellen innerhalb der Organisation.
ECW formuliert konkrete Ziele und Maßnahmen, bezieht das gesamte Welternährungsprogramm mit ein und arbeitet mit Partnern in mehr als 82 Ländern zusammen. Koordiniert und überwacht wird der neue Politikansatz von der Gender Unit in der WFP-Zentrale in Rom.
Von der Theorie zur Umsetzung
Ein Eckstein, um die neue Politik umzusetzen, ist die ECW Training and Learning Initiative. Vom Start weg im Jahr 2003 knüpfte WFP Kontakte zu InWEnts Abteilung Ländliche Entwicklung, Ernährung und Verbraucherschutz. Diese entwickelte ein inhaltliches Konzept für einen Länderworkshop sowie einen Workshop, um Multiplikatoren auszubilden, Handbücher, Unterrichtsmaterialien sowie eine fachlich- konzeptionelle Begleitung via Internet. Gestützt auf diese Elemente will das WFP in den kommenden beiden Jahren mehr als 50 Workshops zu den ECW in den WFP-Partnerländern veranstalten.
Die Training and Learning Initiativebezieht alle Bereiche und Ebenen des WFP und der mit ihm kooperierenden Organisationen mit ein. Veränderungen an der Basis sollen dadurch errreicht werden, dass die betroffenen Interessensgruppen die ECW verstehen, sich mit ihnen identifizieren und praktische Schritte für die konkrete Arbeit im jeweiligen Land ableiten. Das setzt ein Vorgehen voraus, bei dem die Politik des WFP mit den Aufgaben der beteiligten Akteure, ihren Motivationen, Fertigkeiten und Kenntnissen, verwoben werden. Die Aussichten sind gut, dass mit Umsetzung der ECW auch die Kontrolle von Frauen über die Nahrung und damit die Nahrungssicherheit generell zunehmen wird.
Dr. Adelheid Kückelhaus
ist Projektleiterin in der InWEnt-Abteilung Ländliche Entwicklung, Ernährung und Verbraucherschutz.
adelheid.kueckelhaus@inwent.org
Vera Kremb
ist Programmberaterin in der WFP-Gender Unit in Rom. vera.kremb@wfp.org
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