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07/2005
 

ActionAid: Hilfe kommt nicht an

Die britische Hilfsorganisation ActionAid hat Berechnungen vorgelegt, nach denen nur gut ein Drittel der internationalen Entwicklungshilfe tatsächlich bei den Armen in den Entwicklungsländern ankommt. 61 Prozent der von den 22 größten Gebern bereitgestellten Mittel gehe an Consult- ants und TZ-Berater, fließe in die Verwaltung oder seien Schuldenerlasse und damit keine zusätzliche Hilfe. Der Anteil dieser „Phantomhilfe“ in den jeweiligen Entwicklungsbudgets reiche von 13 Prozent in Irland über 29 Prozent in Britannien und 65 Prozent in Deutschland bis knapp 90 Prozent in den USA und Frankreich. Das britische Entwicklungsministerium DfID hat laut der britischen Zeitung The Guardian die Zahlen mit dem Hinweis zurückgewiesen, es sei absurd zu behaupten, bei Schuldenerlassen oder technischer Beratung handele es sich nicht um „wirkliche Hilfe“. Das deutsche Entwicklungsministerium nannte die Unterscheidung zwischen guter und schlechter Hilfe „hanebüchen“. Sowohl Entschuldung als auch Technische Zusammenarbeit leisteten wichtige Beiträge zu Entwicklung. „Die Berechnungen von ActionAid diskreditieren wichtige Hebel im Kampf gegen die Armut“, kommentierte das BMZ.

Die Weltbank geht davon aus, dass im vergangenen Jahr gut ein Viertel (20 Milliarden US-Dollar) der internationalen Entwicklungshilfe in Höhe von 78 Milliarden Dollar in die technische Zusammenarbeit und an Berater geflossen ist. Ein Weltbank-Sprecher räumte laut Guardian ein, die wachsenden Beraterhonorare müssten zur Diskussion gestellt werden. (ell)




Im Internet:
Die ActionAid-Studie:
http://www.actionaid.org.uk/wps/content/documents/real_aid.pdf