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Analysen und Berichte


„Getrennte Verantwortlichkeiten, gemeinsame Verantwortung“

Zivilgesellschaftliches Nord-Süd-Gefälle

Investoren für ProCredit

Internationale Regeln nicht neu erfinden

Privatisierung ist gut, braucht aber Regeln


8-9/2004
 

[ Public Private Partnership ]

Investoren für ProCredit

Ein Mikrofinanzier sucht Anleger. Die Frankfurter Firma IPC (International Project Consult GmbH) will sechs Millionen Euro von privaten Investoren aufnehmen. Das Geld soll dazu dienen, das internationale Netzwerk von Kleinkredit-Institutionen auszubauen, das sich unter Beteiligung und Beratung der IPC-Gründung IMI (Internationale Micro-Investitionen AG) in den vergangenen fünf Jahren entwickelt hat. IMI-Beteiligungen an sparkassen-ähnlichen Instituten gibt es IPC zufolge bislang in 18 Ländern – darunter Georgien, Albanien, Mosambik und Haiti. Vorbereitet würden unter anderem Projekte in Angola und Kongo.

Es handelt sich bei diesen Banken laut IPC überwiegend um Neugründungen, die als Kunden „kleine Geschäftsleute aus der unteren Mittelschicht und oberen Unterschicht“ bedienen. Konsumkredite würden kaum vergeben, es gehe darum, Gewerbetreibende zu unterstützen, die normalerweise kaum Zugang zu erschwinglichen Darlehen hätten. Geldverleiher forderten im informellen Sektor im Schnitt um die 150 Prozent Zinsen. ProCredit-Mittel seien deutlich günstiger. Für Schulden von rund 1000 Dollar würden in der Regel 28 bis 30 Prozent verlangt. Dieser Satz spiegele die hohen Verwaltungskosten wider.

Das ProCredit-Netzwerk ist rasant gewachsen. Für Ende 2000 berichtet IPC von einem Kreditgesamtvolumen von etwas mehr als 100 Millionen Euro, in den folgenden drei Jahren sei es auf fast 600 Millionen gestiegen. Für Ende 2004 wird eine Summe von einer Milliarde prognostiziert.

Zu den Anteilseignern der IMI gehören die KfW-Bankengruppe, das staatliche Institut FMO aus den Niederlanden und die Weltbanktochter IFC. IPC-Geschäftsführer Claus-Peter Zeitinger begründet seine neue Strategie der Kapitalbeschaffung mit dem Wunsch, den im Zuge der Expansion gestiegenen Einfluss dieser Akteure durch stärkere Beteiligung des Privatsektors wieder auszugleichen. Deshalb wollten IPC sowie die niederländische Doen-Stiftung, ein weiterer wichtiger Anteilseigner, ihr IMI-Kapital aufstocken. Zeitinger sagt, er hoffe auf Anleger, die sozialpolitisch dächten, ihr Geld jedoch nicht verschenken wollten. Die Inhaber-Teilschuldverschreibung der IPC mit sechsjähriger Laufzeit werde mit 6,5 Prozent verzinst, das Papier mit dreijähriger Laufzeit bringe fünf Prozent. Den Vertrieb übernimmt IPC – die Anleihe wird nicht über Banken oder an der Börse gehandelt. (dem)




Link:
http://www.imi-ag.com