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Beiträge aus der Rubrik Bücher und Medien
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Gen-Diskurs: Viele Beiträge noch mehr Leser
Dokumentation: Der Ressourcenfluch
 8-9/2004
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Gen-Diskurs: Viele Beiträge noch mehr Leser
Etwa 130 Teilnehmer aus Wissenschaft, Nichtregierungsorganisationen und Kirchen sowie etliche Privatpersonen beteiligten sich mit mehr als 200 Beiträgen am Online-Diskurs über Grüne Gentechnik und Ernährungssicherheit in Entwicklungsländern viele davon mit substanziellen Analysen. Auf Papier ausgedruckt ergäbe der Diskurs ein Buch mit 250 Seiten. Die Internet-Konferenz lief im Juni über drei Wochen und richtete sich an entwicklungspolitisch Aktive sowie Akteure aus der Biotechnologie. Bundesentwicklungsministerium (BMZ) und Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) als Initiatoren wollten klären, wie Chancen und Potenziale, aber auch Risiken, von der Fachöffentlichkeit eingeschätzt werden.
Grüne Gentechnik wird in Deutschland nach wie vor kontrovers diskutiert. Relativ wenig erörtert wurde bislang die Frage, ob sie zur Bekämpfung der extremen Armut und des Hungers und damit zur Erreichung der Millenniumsziele beitragen kann. Angestoßen wurde der Online-Diskurs vom Dialogforum des Aktionsprogramms 2015. In drei Foren erörterten die Teilnehmer Chancen, Risiken und die globalen politischen Rahmenbedingungen der Grünen Gentechnik.
Trotz teils heftiger Debatten gab es am Ende wichtige Konsensbereiche: Gentechnik wurde von den meisten Teilnehmern eher skeptisch und nicht als Schlüssel zur Lösung des Hungerproblems in den Entwicklungsländern eingeschätzt. Eine Steigerung der Nahrungsmittelproduktion allein könne das Hungerproblem nicht beseitigen. In den Foren wurde viel über die Entscheidungsfreiheit der Bauern beim Einsatz Grüner Gentechnik diskutiert. Es dominierte die Einschätzung, dass die Technologie de facto nicht aufzuhalten ist. Die Frage laute, wie die Gemeinschaft die Technologie zum Nutzen der Armen einsetzen könne und welche Kontroll- und Steuermechanismen nötig seien, um Negativeffekte zu vermeiden. Intensiv diskutiert wurde der Einsatz der BT-Baumwolle in Indien. Die Bewertung der Technologie war auch hier ambivalent und gipfelte in der Frage, ob (arme) Bauern wirklich vom Einsatz von Gentechnik profitieren können.
Die Beiträge lesen konnten auch Internet-Nutzer, die nicht angemeldet waren. Aufgrund der Zugriffzahlen gehen die Organisatoren davon aus, dass viele Interessierte den Diskursverlauf verfolgten. Wie geht es weiter? Die aufbereiteten Ergebnisse werden den Mitgliedern des Dialogforums 2015, Institutionen und politischen Entscheidungsträgern zur Verfügung gestellt. Abschlußbericht und alle Beiträge der Foren finden sich unter http://www.aktionsprogramm2015.de/onlinediskurs
Christina & Ludger Benighaus
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