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Beiträge aus der Rubrik Neues von InWent
Experten diskutieren neue Leitbilder
Wiederaufbau soll Katastrophenprävention mitbedenken
Eine afrikanische Perspektive
 8-9/2004
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[ renewables2004 ]
Eine afrikanische Perspektive
>Erneuerbare Energien wie Sonne, Wind, Biomasse, Wasserkraft oder geothermische Energie emitieren keine Treibhausgase und sind nicht endlich. Unser Land ist mit reichlichen Wasservorräten gesegnet. Das hat die Wasserkraft zur wichtigsten Quelle erneuerbarer Energie in Sambia gemacht, betonte der Minister für Energie und Bergbau des ostafrikanischen Landes, George Mpombo, auf der renewables2004 Würden wir das ändern, würden wir unsere Wirtschaft schädigen. Wasser ist die einzige brauchbare Quelle erneuerbarer Energie für uns, selbst wenn für Umweltschützer große Staudämme ein rotes Tuch sind.
Erneuerbare Energien seien eine gute Sache und könnten helfen, Armut zu reduzieren, Arbeitsplätze zu schaffen und einer wachsenden Zahl von Menschen den Zugang zu Energie zu ermöglichen, betonte Mpombo. Doch für Sambia ginge es allenfalls darum, seine Energiequellen zu diversifizieren. Auf die Wasserkraft verzichten wolle sein Land nicht. Alle anderen Quellen von erneuerbarer Energie seien teurer. Statt Geld für die Förderung erneuerbarer Energien frei zu machen, konzentriere sich die sambische Regierung lieber darauf, die Grundbedürfnisse ihre Bevölkerung zu befriedigen.
Vertreter aus 150 Ländern insgesamt mehr als 3000 Menschen trafen sich Anfang Juni in Bonn, um erneuerbarer Energie weltweit zu einem Schub zu verhelfen. Nach Ansicht der deutschen Regierung haben regenerative Energien durch ihre Umweltfreundlichkeit deutliche Vorteile gegenüber allen anderen Formen von Energie. Sie sind ein Stützpfeiler, um globale Erwärmung und Klimawechsel zu bekämpfen, betonte Jürgen Trittin, der Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.
Erneuerbare Energien wird eine Schlüsselfunktion zugeschrieben, um das Klima und endliche Ressourcen zu schützen, den Frieden zu bewahren, Sicherheit herzustellen und technologische Innovationen anzuregen. Zudem reduzieren sie die Abhängigkeit von Energieimporten. Äthiopien, Brasilien, China, Indien, Sambia, Südafrika und Uganda sprachen sich in einer gemeinsamen Erklärung für die Nutzung der Wasserkraft als einer billigen und in den Ländern des Südens reichlich vorhandenen regenerativen Energieform aus.
Es ist besser, zuerst einmal einen Blick auf die Bedürfnisse der Armen zu werfen und sich dann zu fragen, welche Technologie am besten geeignet ist, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, sagt Bernhard Walter vom Evangelischen Entwicklungsdienst EED, einer deutschen kirchennahen Organisation, die die Interessen der Armen beschützt. Er betonte unter Verweis auf Energie aus Biomasse, dass die Technologie teuer ist und arme Menschen sich die Technik kaum leisten könnten. Bundeskanzler Gerhard Schröder traf deshalb auf große Zustimmung, als er ankündigte, auf die eine Milliarde Euro, mit der Deutschland erneuerbare Energien in den Ländern des Südens fördert, weitere 500 Millionen Euro draufzulegen. Deutschland will einen Fonds für erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Kooperation mit der KfW Entwicklungsbank einrichten, aus dem über einen Zeitraum von fünf Jahren zinsverbilligte Kredite für Regierungen und Nichtregierungsorganisationen finanziert werden.
China verstärkte den Elan der Teilnehmer mit dem Versprechen, den Anteil von Energie aus Kleinwasserkraftwerken, Wind, Sonne und Biomasse bis 2010 auf zehn Prozent der Gesamtenergiegewinnung zu erhöhen. Am Ende der Konferenz herrschte Einmütigkeit, dass Energiequellen für jene mehr als zwei Milliarden Menschen entwickelt werden müssen, die bis heute keinen Zugang zu Strom haben, um die Armut zu verringern. In einer politischen Erklärung und einem Aktionsplan unterstrichen die Teilnehmer, dass erneuerbare Energien kombiniert mit einer höheren Energieeffizienz, einen erheblichen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten können.
Gemeinsam teilten die Delegierten aus aller Welt die Vision, dass sich erneuerbare Energien in den kommenden Jahren zur wichtigsten und praktisch überall verfügbaren Form von Energie entwickeln werden. Die Kombination von Wasserkraftwerken und nachhaltigen Energieformen wie Wind, Biomasse und Sonne könne der Schlüssel sein, um den Anteil der Menschen, die in Armut leben, bis 2015 zu halbieren und gleichzeitig ökologische Nachhaltigkeit zu erreichen.
Grace Kasungami
ist Redakteurin des Zambia Information Service (ZIS) in Lusaka (Sambia). Sie berichtete im Rahmen eines Fortbildungskurses für Umweltjournalisten des Internationalen Instituts für Journalismus von InWEnt über die Bonner Konferenz.
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