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 8-9/2005
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Pro-poor growth in der Praxis
Wo die Wirtschaft wächst, kann die Armut reduziert werden. Wachsen vor allem jene Sektoren, in denen die Armen beschäftigt sind, dann verstärkt sich dieser Effekt. So trägt Wachstum in der Landwirtschaft in absoluten Zahlen gemessen am stärksten zur Armutsreduzierung bei, weil dort die meisten Armen beschäftigt sind. Wachstum in den Städten wiederum lässt dort die Armut überdurchschnittlich stark sinken: In Vietnam ging sie in den 1990er Jahren landesweit jährlich um 7,8 Prozent zurück, in den vietnamesischen Städten hingegen sogar um 11 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt eine internationale Arbeitsgruppe, die im Auftrag der Weltbank, der französischen Entwicklungsagentur AFD sowie dem deutschen und dem britischen Entwicklungsministerium in 14 Ländern untersucht hat, wie an den Armen orientiertes Wirtschaftswachstum (pro-poor growth) erreicht werden kann. Der Bericht der Gruppe, den die Weltbank im Juni vorgelegt hat, empfiehlt vor allem, verstärkt in ländliche Entwicklung zu investieren, um Wachstum in der Landwirtschaft zu stimulieren. Zugleich müssten die Chancen in den anderen Sektoren verbessert werden, etwa durch ein wirtschaftsfreundliches Investitionsklima und bessere Sekundar- und Hochschulbildung.
Nichtstaatliche Entwicklungsorganisationen, denen der Bericht zur Kommentierung vorgelegt wurde, kritisieren das Vertrauen der Autoren auf wirtschaftliche Anreize. In einer alternativen Länderstudie zu Honduras stellt der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) fest, Armut und Ungleichheit seien auch Ausdruck ungerechter Machtverhältnisse. Der Kampf gegen Armut erfordere daher nicht nur wirtschaftliche, sondern auch politische Maßnahmen. (ell)
Im Internet:
Die Weltbank-Studie: http://www.worlbank.org/propoorgrowth
Die EED-Studie: http://www.eed.de/fix/files/doc/Pro%20Poor_Lanzet.pdf
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